Peter Kihlgard:"Schwein im Glück"

Ein modernes Märchen über Außenseiter
 

Ein dauerlaufender Taubstummer taucht in einem Dorf auf, offensichtlich ausgehungert und ausgetrocknet. Man gibt ihm zuessen und zu trinken und er arbeitet diesen Liebesdienst ab. Im Gegensatz zur heute ausgebufften Dienstleistungsgesellschaft arbeitet er jedoch wie ein Berserker um des Arbeitens willen und scheint kein Ende finden zu wollen. Im Nu ist das Dorf von allen Schäden und Abnutzungen geheilt und ringsumher verschönert. Als schließlich sogar die Schweine unter seiner Regie glücklich zum Schlachtplatz traben und friedlich sterben, hat das Dorf ausgesorgt. Die streßfreie Schlachtung ergibt weltweit gefragtes Fleisch,das die Bauern zu beliebigen Preisen verkaufen können. 

An diesem Punkt gehen dem Autor etwas die Ideen aus, denn er läßt den Taubstummen jetzt einer mehr oder weniger erfüllten Liebe verfallen, die anschließend verweht. Das Ende verliert sich im Ungefähren. 

Das Buch lebt von der ausgefallenen Idee des taubstummen Sonderlings, der sich für die Gesellschaft als Segen erweist. Leider leidet die Aussage und eine eventuelle "Moral" dieses modernen Märchens etwas unter dem verschwommenen Ende, das mehr offenläßt als der Beginn angerissen hat. 

Das Buch umfaßt 90 Seiten und ist im Verlag Gustav Kiepenheuer unter der ISBN 3-378-00619-6 erschienen.