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Henning Mankell, der schwedische Autor von Krimi- Bestsellern wie "Die fünfte Frau" oder "Mitsom- mermord", hat auch in diesem Roman ein heißes Eisen angefasst: den Handel und sexuellen Miss- brauch minder- jähriger Mädchen.
In einem schwedischen Badeort wird der im Ruhe- stand lebende langjährige Justizminister tot aufge- funden, brutal ermordet mit einer Axt und außer- dem skalpiert. Die Polizei findet in dem Haus des alleinstehenden Pensionärs keine Hinweise auf ein Motiv, der Zuhörer erfährt jedoch aus der höheren Sicht des Autors von dessen ziemlich unappetitli- chen Neigungen. Da er seiner ausschweifenden Freizeitbeschäftigung im Kreise gleich Gesinnter frönte, ist anzunehmen, dass noch weitere Kandidaten auf der "Abschuss"-Liste des Mörders stehen.
Der Autor führt auch schon zu Beginn den Täter ein, jedoch ohne ihn vom Alter und sozialer Posi- tion her zu identifizieren. Der Leser nimmt so teil an den Vorbereitungen und der Durchführung der folgenden "Hinrichtungen" - denn solche sind es - und lernt auch ziemlich schnell das Motiv kennen - siehe oben.
Obwohl Kommissar Wallander also dem Zuhörer beträchtlich hinterherhinkt und Letzterer des Öfteren das berühmte "Achtung Kasper, der Räuber!" rufen möchte, wenn Wallander sich mal wieder verrennt oder in Gefahr gerät, bleibt der Krimi bis zum letzten Moment spannend. Mankell geht es weniger um die Auflösung eines Mordfalls als viel mehr um die gesellschaftlichen Hinter- und Ab- gründe der Opfer und Täter. Dabei führt er durch ein Panoptikum skrupellos-perverser Männer hinter der Maske ehrenwerter und erfolgreicher Bürger....
Fast will es scheinen, als wolle Mankell die Er- mordung aller Schuldigen mit der detaillierten Schilderung rechtfertigen, um mit der - zumindest literarischen - Eliminierung der Übeltäter auch die Verbrechen ungeschehen zu machen. Generell scheint es übrigens ein Trend der gegenwärtigen Kriminal-Literatur zu sein, die Liquidierung besonders niederträchtiger Exemplare der Gattung Mensch literarisch zu rechtfertigen (siehe "Morituri"). Auf jeden Fall wird diese "Lizenz zum Töten" meist mit der besonderen Schwere der Verfehlungen gerechtfertigt...
Natürlich gelingt es schließlich auch dem bewusst nicht fehlerfrei angelegten Kommissar Wallander, den Täter aufzuspüren, doch bleibt die Genug- tuung darüber aus.
In dem spannenden Hörspiel sprechen unter der Regie von Lutz Volke u.a. Hermann Beyer, Claudia Geisler und Peter Matic.
Das Hörbuch ist im HÖR-Verlag unter der ISBN 3-89584-817-4 erschienen und umfasst 3 Kassetten mit einer Gesamtlaufzeit von 210 Minuten.
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