Heinrich Heine: "Deutschland - ein Wintermärchen"

Der bekannte Gedichtzyklus des Außenseiters auf Kassette
 

Heinrich Heines Zyklus "Deutsch- land - ein Win- termärchen" ist bekannt für seine für die damalige Zeit ungewohnt offene und kriti- sche Beschrei- bung der Zu- stände in Deutschland. Zur Zeit der Restauration nach 1815 hatte sich das deutsche Bürgertum und auch der Rest der Intelligenzia nämlich ins Beschaulich- Private zurückgezogen. Heine war neben Börne einer der Wenigen, die noch offen ihre Kritik äußerten und auch mit entsprechenden Schwie- rigkeiten, d.h. mit der Zensur, zu leben hatten.

Die Gedichte entstanden 1841 auf einer Reise per Postkutsche durch das herbstlich-winterliche Deutschland. Jede Station, d.h. Stadt, inspiriert ihn zu einem passenden Gedicht, das meist harmlos und eher beschreibend beginnt, bald jedoch aus seinem Objekt politische und gesellschaftskritische Assoziationen entwickelt. Die eher saloppe Sprache, das lockere Versmaß und der teils gewagte Reim verbirgt nur scheinbar den brisanten Inhalt. Kein Wunder und dennoch beschämend für das damalige Preußen, dass das Werk sehr bald auf den Index geriet. Bei aller Kritik schimmert jedoch vom ersten bis zum letzten Gedicht Heines Liebe zu seinem ihm nicht gerade geneigten Vaterland durch und sein Kummer, dass er sein Leben weithgehend im Pariser Exil verbringen musste.

Gerd Wameling liest den Zyklus mit viel Gespür für die Mischung aus warmem Herzblut und kühler Satire. Durch seine menschliche Interpretation wirken die Gedichte heute noch so aktuell wie damals, wenn auch nicht mehr so gefährlich.

Das Audio-Book ist im HÖR-Verlag in der Reihe "Klassiker.Welten" unter der ISBN 3-89584-662-7 erschienen und besteht aus einer Kassette mit einer Spieldauer von 88 Minuten.