John le Carré: „Die Libelle“

Klassischer Thriller des „Altmeisters“ jetzt auch als Hörspiel
 



Dieser Roman des bekannten britischen Spionage-Spe- zialisten ist zwar bereits in den achtziger Jahren erschienen, bietet jedoch aufgrund seines zeitlosen Themas und der professionellen Machart auch heute noch viel Spannung. Zwar muss die Hör- spielfassung zwangsläufig viele Feinheiten des Buches auslassen oder komprimieren, darunter leidet jedoch der Gesamteindruck nicht. Der gefährliche palästinensische Terrorist Khalil schraubt Ende der siebziger Jahre die Spirale der Gewalt durch Bombenanschläge auf beliebige Ziele in Westeuropa soweit hovh, dass der israe- lische Geheimdienst Mossad beschließt, ihn mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln aus dem Wege zu räumen. Da er sich jedoch meisterlich tarnt und nie zweimal in einem Ort übernachtet, kennt niemand seinen Aufenthaltsort. Nur seinen Bruder Michel, Überführer von rollenden Bomben – sprich PKWs mit Sprengstoffladungen – und für das süße Leben anfälliger Jung-Terrorist, hat man identifiziert und in München lokalisiert. Anstatt diesen eher zweitrangigen Täter kurzer Hand aus dem Wege zu räumen, entwickelt der Mossad- Experte Marti Kurtz einen genialen Plan, der ihn über Michel zu Khalil führen soll.

Nach dem uralten Prinzip „Cherchez la femme“ benötigen sie dazu eine perfekte Schauspielerin, die auch vom Alter und ihrem – echten – Lebens- lauf eine glaubwürdige Terroristen-Geliebte dar- stellen soll. Der Mossad findet sie in Charlie, einer jungen Schauspielerin aus der englischen Provinz, die sonst mit eher zweitklassigen Ensembles durch das Mutterland Shakespeares tingelt. Um sie zu ködern, setzt der Mossad mit Joseph einen so gut aussehenden wie charmanten und dennoch kon- sequenten Agenten auf sie an. Er schafft es tat- sächlich, Charlie so für sich einzunehmen, dass sie in das gefährliche Spiel einwilligt. Von nun an gerät die junge Schauspielerin Schritt für Schritt näher an das Zentrum des Terrors, von Joseph zwar permanent beobachtet und geschickt gesteuert, aber dennoch unter steigender Gefahr. Schließlich ergeben sich Situationen, in denen sie völlig auf sich allein gestellt ist und dennoch das Spiel weiter spielen muss, allein weil ein Abbruch nach einem bestimmten „Point of no return“ ihr sicheres Ende bedeuten würde.

Wir wollen an dieser Stelle nicht mehr verraten, um die Spannung zu erhalten, jedoch lässt sich guten