Adalbert von Chamisso: "Peter Schlehmils wundersame Geschichte"

Die Novelle über den Mann ohne Schatten als Hörbuch
 

Auch diese Novelle spielt sich im Über- gang von der eher irrational geprägten Romantik und der aufgeklär- ten Welt des 19. Jahrhun- derts ab. Eingebettet ist die Geschichtet in einen Brief eines alten Freundes an den Autor, der in der Geschichte immer wieder mit seinem echten Namen (s.o.) genannt wird, damit einen ironischen Verweis auf die Realität gebend. Peter Schlehmil vermacht gegen einen nie versie- genden Goldbeutel - Romantik! - seinen Schatten an einen merkwürdigen Herrn in grauem Rock - natürlich der Teufel. In Folge verfügt er zwar über Geld in Hülle und Fülle, verliert aber wegen des fehlenden Schattens sein persönliches Glück. Als alle Versuche, den Schatten zurück zu erlamgen, scheitern, verzichtet er auf irdisches Glück und widmet sich dank zufällig erworbener Sieben Meilen-Stiefeln - hier lässt die Romantik noch einmal massiv grüßen - weltweiten wissenschaft- lichen Studien über Fauna und Flora. Letzteres ist wohl als Hommage an Alexander von Humboldt und andere Wissenschaftler der Epoche zu verstehen. Der Berliner Schauspieler Achim Hübner versucht, dem Ganzen einen zeitgemäßen Tenor zu verlei- hen. Der bei diesen Novellen eher romantisch beschauliche und epische Erzählstil weicht einem mehr umgangssprachlichen, ja "en passant" gesprochenen Ton. Dies bekommt dem Text jedoch nicht unbedingt gut, da der doch mehr irrationelle Inhalt wie in einem modernen Bericht daherkommt. Da mutet dann der Verlust eines Schattens oder das Durcheilen der Welt in Sieben- Meilen-Stiefeln eher skurril an. Ein mehr an den damaligen Zeitstiel sich haltender Vortrag, der die Identifikation des Erzählers mit den seltsamen Ereignissen vorgespielt hätte, wäre wohl besser gewesen.

Das Hörspiel ist als Reclam-Hörbuch unter der ISBN 3-15-120006-0 erschienen und umfasst 2 CDs mit einer Gesamtlaufzeit von 144 Minuten.