| Philip Kerr: "Esau" |
| Thriller über den Yeti und CIA-Machenschaften | |
Über den sagenumwobenen Yeti, den "Vormenschen" aus dem Himalaja, ist schon viel geschrieben und fantasiert worden. Der Thiller-Autor Philip Kerr ("Das Wittgenstein-Programm") hat sich in seinem Roman "Esau" dieses Themas angenommen. Um die nur mäßig spannende Yeti-Geschichte aufzupeppen, hat er sie noch mit einer gefährlichen CIA-Aktion verwoben.
Der Bergsteiger Jack findet im Himalaja einen seltsamen Schädel und bringt ihn seiner Freundin Stella mit, einer einschlägigen Wissenschaftlerin, die gleich erkennt, das es sich bei diesem angebliche Affen- oder Men- schenschädel um ein ausgefallenes Exemplar jüngeren Datums handelt und von den Merkmalen des Schädels auf die Existenz der Yetis schließt. Zusammen mit Jack organisiert sie eine Expedition nach Nepal, um dort gegen die Anordungen der lokalen Regierung in einem verbotenen Gebiet nach dem Yeti zu suchen. Wider alle Befürchtungen stellt die Finanzierung der als harmlose geologische Forschungsreise getarnten Expedition kein Problem dar. Der Hörer weiß warum, da er den eingschobenen Diskussionen des CIA entnehmen kann, dass dort etwas sehr Wichtiges vor sich geht.
Wie geplant gelingt es dem CIA, einen Agenten in die Wissenschaftlergruppe einzuschleusen, der jedoch sein eigenes Programm verfolgen soll. Bald schon stößt die Gruppe auf die Spuren der Yeti und macht teilweise tödliche Erfahrungen mit ihnen, was jedoch den Forscherdrang nicht bremsen kann.
Je näher Jack und Stella den unbekannten Wesen kommen, desto mehr nähert sich auch der Geheimagent seinem Ziel, bis er sich gezwungen sieht, zur Erreichung dieses Ziels harte Konsequenzen zu ziehen. Damit biegt der Thriller in die Zielgerade mit dem typischen "Showdown" ein, bei dem sich alle Fronten klären und abgerechnet wird. Wir wollen dem potentiellen Leser jedoch nicht die Spannung rauben und verzichten deshalb hier auf weitere Details.
Der Thriller ist nach dem bewährten Muster gestrickt, handwerklich recht sauber und sogar bis zu einem gewissen Grade glaubwürdig, wenn man von bestimmten physikalischen Effekten absieht. Das Yeti-Thema dient eigentlich nur als Dekor für die CIA-Story, und Kerr geht mit den Themen recht oberflächlich und klischeehaft um. Hauptsache, die Spannung stimmt.
Wer sonst nichts zu tun hat, kann sich dieses Hörbuch zur Vertreibung der Langeweile anhören. Es besteht aus zwei CDs mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 100 Minuten und ist im HÖR-Verlag unter der ISBN 3-89584-870-0 erschienen.
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