Dagmar Papula: "Ich, Paula Becker-Modersohn"

Das kurze, aber intensive Leben einer ausgefallenen Künstlerin
 



Paula Becker-Modersohn war eine zu kurzen Leb- zeiten weitgehend verkannte Malerin, weil sie als erste die Linie der auf akkuratem, wirklichkeits- getreuem Zeichnen beruhende Malerei verließ und nach einer neuen Synthese von Farbe und Form suchte. Die 1876 geborene und bereits 1907 an einer Embolie gestorbene Künstlerin verspürte schon früh den Drang zur Malerei und widersetzte sich erfolgreich den Versuchen der um ihre Zukunft besorgten Eltern, sie von einer der damals üblichen Frauenrollen - Kinder, Kirche, Küche - zu überzeu- gen. Glücklicherweise waren die Eltern für damalige Verhältnisse dann doch erstaunlich tolerant und ließen sie ihre Leidenschaft ausleben.

In der Künstlerkjolonie Worpswede fand Paula Becker nicht nur wichtige Anregungen für ihre künstlerische Entwicklung, sondern in dem Maler Otto Modersohn auch den vermeintlich richtigen Mann fürs Leben. Doch schon bald entwickeln sich zwischen den Eheleuten Spannungen über Paulas Malstil, den Modersohn wie die meisten seiner Kunstgenossen und die Kritiker als unreif und nach- lässig empfinden. Erst später wird Otto Modersohn das Revolutionäre von Paulas Malerei erkennen.

Als sie nach einem wechselvollen Leben in Paris und Worpswede zu Modersohn zurückfindet und eine Tochter zur Welt bringt, stirbt sie an den Folgen der Geburt.

Dagmar Papula hat dieses Leben mit allen seinen Höhen und Tiefen, den Enttäuschun- gen durch vernichtende Kritiken und mangeln- des Verständnis selbst ihres Mannes sowie dem eisernen Festhalten an ihren Zielen gegen alle Widerstände in einem einfühlsa- men Text plastisch dargestellt. Imogen Kogge und Udo Samel lesen die überlieferten Briefe von Paula und Otto und vermitteln dem Zuhö- rer ein einprägsames Bild dieser künstleri- schen Epoche und seiner Vertreter.

Das Hörbuch umfasst eine CD mit einer Lauf- zeit von 66 Minuten und ist im Audio-Verlag unter der ISBN 3-89813-098-3 erschienen.