| Henning Mankell: "Die Hunde von Riga" |
| Kriminalhörspiel über die Umsturzzeit in Lettland | |
Henning Mankell, mittlerweile eine bedeutende Größe auf dem Gebiet des literarischen Krimis, hat diesen Roman aus zwei Gründen offensichtlich zu Beginn seiner Karriere verfasst. Erstens spielt sich das Geschehen im Lettland des Jahres 1991 ab, als die Sowjetunion und vor allem die lokale russi- sche Minderheit die Loslösung Lettlands aus dem sowjetischen Machtbereich verhindern wollten. Zweitens die relativ einfache Machart dieses Kri- mis, die die unsauberen Machenschaften der Poli- zei in Lettland nicht analysiert und dem Zuhörer in ihrer historischen Komplexität nahe bringt, sondern sie lediglich als Aufhänger für eine "Action Story" nimmt.
Als in Südschweden ein Schlauchboot mit zwei ermordeten lettischen Männern gefunden wird, kommt ein lettischer Kommissar nach Schweden, um Kommissar Wallander bei der Aufklärung des Falls zu helfen. Nachdem er mit scheinbar geringen Erkenntnissen nach Lettland zurückgekehrt ist, wird er dort noch am selben Abend ermordet. Wallander wird nach Riga eingeladen, angeblich, um bei der Aufklärung zu helfen. Sehr schnell merkt er aller- dings, dass die dortige Polizei nicht gerade mit großem EIfer an diese Arbeit geht sondern eher ihn über Informationen über den Ermordeten aushor- chen will. Als er dann unerwartet die Witwe des Kommissars trifft, die ihn konspirativ um HIlfe bittet, sind seine Neugier und sein kriminalistischer Spürsinn geweckt. Sehr schnell gerät er in Wider- standskreise, die ihm klarmachen, dass die Polizei in Riga ein schmutziges Doppelspiel spielt und dass der ermordete Kommissar ihnen auf der Spur war. Nur wer von den Polizei-Obristen der Schuldige ist, lässt sich schwer herausfinden.
Wallander wäre nicht Wallander, wenn er der Sache nicht mit Hartnäckigkeit und Phantasie zu Leibe rücken würde.
Obwohl von der Polizei nach der angeblichen Auflösung elegant aber deutlich verabschiedet, kehrt er privat auf heimlichen Wegen zurück nach Riga, entgeht mit Glück einem tödlichen Überfall und schafft es schließlich, im Verein mit lokalen Helfern den Überltäter zu über- führen. Dass Mankell dabei noch im letzten Moment falsche Fährten legt und den wahren Schuldigen sozusagen im allerletzten Teil des "Showdowns" entlarvt, gehört zum Standard- Repertoire amerikanischer Durchschnitts- thriller und entspricht nicht ganz dem litera- rischen Qualitätsmaßstab der letzten Mankell- schen Werke. Dafür steigt die Spannung jedoch bis zum Schluss und sorgt für zwei Stunden guter und temporeicher Unterhaltung.
In der Hörspiel-Version sorgen eine Reihe guter Sprecher und eine auf Spannung ange- legte Regie für den nötigen Unterhaltungswert. Nur die Zwischenmusik ist bisweilen etwas zu dramatisch und damit etwas nervig.
Das Hörbuch umfasst 2 CDs mit einer Laufzeit von 120 Minuten und ist im HÖR-Verlag unter der ISBN 3-89584-598-1 erschienen.
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