| Henning Mankell: "Die weiße Löwin" |
| Hörspiel über südafrikanische Umtriebe in Schweden | |
Seit einiger Zeit hat Henning Mankell den Schwer- punkt seiner Bücher auf Südafrika und dessen Pro- bleme verlegt. Zu Beginn dieser Phase hat er dabei versucht, seinen erfolgreichen Kommissar Wallan- der mit dieser Thematik zu verquicken. So kommt es denn, dass eines Tages nicht nur eine harmlose Immobilienmaklerin in der Nähe eines einsamen Hauses erschossen wird, sondern dass im Unter- holz auch noch der abgetrennte Finger eines Farbi- gen gefunden werden. Bei den weiteren Untersu- chungen fliegt das Haus mit viel Getöse in die Luft, bevor die Polizei es noch genauer untersuchen kann. In den Trümmern findet man jedoch ein Funk- gerät russischer Herkunft und eine Pistole aus Süd- afrika. Da natürlich der arme Kommissar Wallander nicht den gesamten Tathintergrund erahnen kann, entführt uns der allwissende Autor kurzerhand nach Südafrika und lässt uns an den Vorbereitungen eines Mordkomplotts der weißen Oberschicht an Nelson Mandela teilhaben. Damit wissen die Zuhö- rer jetzt deutlich mehr als Wallander und können Stück für Stück seinem Weg zur Wahrheit folgen. Dabei erweist sich der unvermeidliche Russe als wahrer Bösewicht, der die Aufgabe hatte, den farbi- gen Attentäter in Schweden auf seine Aufgabe in Südafrika vorzubereiten.
Hier beginnen jetzt massiv die Ungereimtheiten. Zum Ersten ist es nicht ganz einsichtig, dass die weiße Oberschicht in Südafrika ausgerechnet einen Schwarzen als Killer anheuert, der dann auch prompt bei der Ausbildung in Schweden umfällt und zum "Guten" mutiert, was ihn einen Finger und später sein Leben kostet. Zweitens ist es schon aus logistischen Gründen unsinnig, dass ein Russe einen Schwarzafrikaner in Schweden für ein Atten- tat in Südafrika ausbildet. Dümmer geht´s nimmer! So etwas kann man doch in Südafrika oder in Russland viel unauffälliger machen. Aber Mankell musste halt den schwediscne Kommissar in die südafrikanische Geschichte hineinbringen!
Damit nicht genug, entführt der böse Russe auch noch Wallanders Tochter dank der Nai- vetät von Vater und Tochter sowie der Blöd- heit einiger Polizisten im Alleingang und treibt damit Vater Wallander fast in den Wahnsinn, so dass dieser schließlich im Alleingang mit zwei Waffen wie in einem alten Western dem Bösewicht nachschleicht und ihn schließlich auch erlegt. Doch, dank weiterer Schlampe- reien der Polizei erfährt die südafrikanische Polzei erst sehr spät, dass bereits ein Ersatz- mann- für den abtrünnigen Killer angeheuert wurde und nun auf die finale Tat zuschreitet. Im allerletzten Moment kann der südafrikani- sche Staatsanwalt persönlich (!!) den Atten- täter unschädlich machen. Bei dieser Szene sendet "Der Schakal" plagiatorische Grüße. Alles in allem ist dieser Roman ein ziemlich hastig zusammengestückeltes Werk mit vie- len Ungereimtheiten bis an den Rand der Lächerlichkeit, bei dem sich der ansonsten zu Recht anerkannte Autor nicht mit Ruhm bekleckert hat.
Das Hörbuch umfasst 3 CDs mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 153 Minuten und ist im HÖR-Verlag unter der ISBN 3-89584-594-9 erschienen.
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