| Historischer Krimi im Stile Balzacs |
| Boris Akunin: "Fandorin" | |
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Der junge Fandorin, wohlerzogener Sohn eines russischen Offiziers und Pleitiers, muss sich als Vollwaise durchschlagen und hat mit Glück und Talent eine subalterne Stelle bei der Moskauer Polizei erhalten. Hier wird er mit dem seltsamen Selbstmord eines jungen und reichen Studenten konfrontiert, der sich auf offener Straße scheinbar ohne Grund erschossen hat. Obwohl Fandorins Vorgesetzte diesen Fall schnell als Selbstmord eines aus der Bahn geratenen Lebemanns "ad acta" legen wollen, geben sie ihm gutmütig die Gelegenheit, ein wenig zu recherchieren. Fandorin entdeckt jedoch in so kurzer Zeit seltsame Widersprüche und ungewöhnliche gesellschaftliche Querverbindungen, dass sich bald höhere Stellen aus der Hauptstadt Petersburg einschalten, die dahinter Aktivitäten nihilistischer Terroristen vermuten. Zwar betrachtet der hohe und brillante Kriminalbeamte, der den Fall übernommen hat, Fandorins Intuitionen und Schlussfolgerungen als etwas gewagt, muss jedoch seine Meinung revidieren, als ein weiterer Student ermordet wird, wobei Fandorin nur mit Glück dem gleichen Schicksal entgeht. Er schickt ihn daher nach England, wohin sich eine so dubiose wie schöne Frau zurückgezogen hat, in deren Kreisen die beiden Studenten verkehrt haben, die ihr gesamtes Vermögen kurz vor ihrem Tod der Waisenhaus-Organisation einer ehrenhaften englischen Lady vermacht haben. In England deckt Fandorin weitere seltsame Querverbindungen und Geheimaktivitäten auf, entrinnt zwei Mal nur mit knapper Not dem Tod und kehrt mit brisanten Informationen nach Russland zurück, um seinen Chef auf die richtige Fährte zu setzen. Hier jedoch überschlagen sich die Ereignisse und Fandorin weiß bald nicht mehr, wem er noch trauen kann. Mit viel Glück entrinnt er zwei weiteren Mordversuchen und kann am Ende eine weltweite Verschwörung aufdecken. Aus dem Untergrund rächt sich das Netzwerk jedoch nach seiner Enttarnung und Zerschlagung auf schreckliche Weise..... Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, um den Lesern dieser Rezension nicht vollständig die Spannung zu rauben. Wer Spaß an historischen Romanen dieser Art hat, wird in diesem Roman einen gelungenen Vertreter der Gattung finden. Spannung in jeder Minute, überraschende Wendungen und viel Lokalkolorit aus dem vorletzten Jahrhundert verleihen der Geschichte ein pralles Profil und sorgen für einen hohen Unterhaltungswert. Sprecher Johannes Steck bringt die geheimnisvolle Atmosphäre dieses "Historik-Thrillers" voll zur Geltung.
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