Eric-Emmanuel Schmitt: "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"

Heiter-besinnlicher Roman über den Wert der Toleranz
   

Eric-Emmanuel Schmitt lässt in diesem kleinen Roman zwei scheinbar unversöhnliche Welten nicht zusammenprallen sondern zusammenwachsen. Der halbwüchsige Moses lebt mit seinem Vater allein und etwas einsam in einem Pariser Vorort mit Dirnen und kleinen Geschäften auf. Sein Bedürfnis nach menschlicher Nähe stillt er bei dem Lebensmittelhändler Ibrahim, seines Zeichens Musil und nur "Der Araber" genannt. Dieser weiß nicht nur über die kleinen Raubzüge des Jungen in seinem Laden Bescheid, sondern auch über dessen erste erotische Gehversuche bei den "Damen" des Viertels. Je weniger der Vater des Jungen sich um ihn kümmert, desto mehr übernimmt Ibrahim diese Rolle und gibt dem Jungen Tipps fürs Leben. Als der Vater schließlich Moses allein lässt, vertieft sich die Freundschaft zwischen den beiden ungleichen Partnern und endet schließlich in der Adoption Moses' durch Ibrahim, als sich der Vater das leben nimmt.

Anschließend kauft sich der des Fahrens nicht kundige Ibrahim ein Auto, um in seine orientalische Heimat zurückzukehren, und Moses muss sich die Grundkenntnisse des Autofahrens aneignen, um sie beide dorthin zu bringen. Als Ibrahim dort unvermutet stirbt, hinterlässt er Moses nicht nur das Lebensmittelgeschäft sondern vor allem die Erkenntnis, dass Toleranz und menschliches Verhalten auch über Religions- und Ideologiegrenzen hinweg das wichtigste Bindeglied für die menschliche Gesellschaft ist.

Schmitt schafft es, diese Lehre nicht nur eindringlich sondern auch mit viel Humor an den Leser weiter zu vermitteln, und zeigt damit, dass letztlich auch und gerade der Humor zu den wesentlichen Stützen einer gesunden Gesellschaft gehört.

Das Hörbuch besteht aus 1 CD mit einer Spieldauer von ca. 80 Minuten ist im Audio-Verlag  unter der ISBN 3-89813-278-1 erschienen.