| "Der Kampf um Troja" |
| Hörspielversion von Homers "Ilias" | |
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Das Hörspiel fängt weit vor den eigentlichen Ereignissen an, nämlich bei den damals üblichen Streitigkeiten der Götter. Als der trojanische König einst zwei ihm beim Aufbau der Stadt zur Hilfe gesandte Götter nicht entsprechend honorierte sondern sie in Unkenntnis ihrer Herkunft aus der Stadt warf, schworen sie Rache. Und so nahm das Unglück halt seinen Lauf. Daraus kann man gleich zu Beginn die Lehre ziehen, dass man sich vor allem mit den griechischen Göttern nicht anlegen sollte. So also lassen die beiden rachsüchtigen Götter den unwissenden Paris, Sohn des Priamus, den Apfel ausgerechnet der schönen Aphrodite reichen und damit die auf ältere Rechte pochenden Athene und Hera verprellen. Zweite Lehre: der Apfel ist in allen Menschheitsepochen ein gefährliches Obst, vor allem, wenn Frauen beteiligt sind.... So also lassen sie Paris der schönen Helena über den Weg laufen und damit schließlich den Anlass zum Kampf um Troja liefern. Die ersten neun Jahren des Krieges vor den Mauern Ilions laufen im Zeitraffer ab (schließlich beginnt ja auch die "Ilias" im zehnten Jahr), dann jedoch überstürzen sich die Ereignisse. Agamemnon nimmt Achill die Braut, dieser schmollt und entzieht sich dem Kampf, daraufhin gerät das griechische Heer in Schwierigkeiten, und Achill greift erst im letzten Moment wieder ein. Wir kennen die weitere Geschichte: Nachdem Ajax, Hektor und Achill dahingegangen sind, denkt sich Odysseus die List mit dem Pferd aus, das heute als heimtückische Internet-Waffe fröhliche Urständ feiert, und Troja geht in Flammen auf. Diese ganze Geschichte serviert das Hörbuch in unterhaltsamer Form, mit einer zeitgemäßen Sprache - keine Hexameter - und sogar einem Anflug von Humor, der normalerweise die Werke Homers nicht gerade kennzeichnet. Wer sich mit diesem alten griechischen Mythos nicht auskennt, über dessen Tatsachengehalt die Gelehrten immer noch streiten, lernt dabei viel über die antiken griechischen Heldengestalten und die Geschichte um Troja. Wer allerdings die "Ilias" im (deutschen) Original gelesen hat, wird sich so manches Mal über die etwas saloppe Art der Vermittlung wundern. Doch letztlich geht es hier um unterhaltsame Geschichtsinformation, und die Balance zwischen Unterhaltung und Sachwissen wird recht gut gehalten. Nur würde man sich bisweilen bessere schauspielerische Leistungen wünschen, denn so wie die Helden oftmals reden, würde sich kein normaler Mensch in der jeweiligen Situation äußern. Aber schließlich waren wir damals nicht dabei und können den deklamatorischen Stil nicht widerlegen. Das Hörbuch umfasst 4 CDs und ist im Megaeins Verlag unter der ISBN 3-9808723-2-7 erschienen. |