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Nibelungen
Alexander
der Große
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Verschiedene
Dichter des Mittelalters haben den Parzival-Mythos in schriftliche Form gefasst,
unter anderem Wolfram von Eschenbach. Da diese Texte im original heute - für
die meisten - kaum noch zu verstehen sind und auch in wortgetreuen
zeitgenössischen Übersetzungen eher schwerfällig wirken, hat sich Auguste
Lechner, die bereits einige alte Mythen neu gefasst hat, dieses Stoffes
angenommen und ihn als Roman neu gedichtet. Dabei hält sie sich allerdings eng
an die Handlungsabfolge des Originals und enthält sich aller modischen Zutaten.
Der Sprachduktus versucht, die - vermutete - Mentalität des Mittelalters
nachzuempfinden, ohne dabei in tönern tönende Altertümelei zu verfallen. Die
Autorin bewegt sich erstaunlich sicher auf dem schmalen Grat zwischen
anbiederndem Neudeutsch - flotter Humor, ironische Distanz und Sarkasmen - und
der Lächerlichkeit einer falsch verstandenen Ritterromantik. Auch das Törichte
an dem fern aller mittelalterlichen Zivilisation und Rittertugenden
aufgewachsenen Parzival bringt sie glaubwürdig zum Ausdruck. Und so entwickelt
sich die Legende um den zu Hohem Geborenen, der erst nach vielen und schweren
Fehlern zu Einsicht und ritterlicher Reife gelangt, als spannender
Entwicklungsroman, der die gesamte geistige und gesellschaftliche Welt des
frühen Mittelalters noch einmal im Kopf der Zuhörer entstehen lässt. Man
empfindet die tief gegründete, christliche Leidens- und Sühnelehre der
mittelalterlichen Rittergesellschaft und kann ihr eine gewisse Bewunderung nicht
versagen. Daran ändert auch die spätere Ironisierung durch Cervantes nichts.
Da war die Ritterzeit halt vergangen.
Till Firit liest
den lebendigen Roman mit einfühlsamer Stimme und einer leisen, durchaus
menschlichen Ironie, die weniger das Rittertum als obsoletes Spiel denunziert
sondern eher die Fehlbarkeit des Menschen illustriert. Für seinen Parzival
empfindet man trotz seiner törichten Fehler und Schwächen von Anfang an
Sympathie und verzeiht ihm so Manches, das man ihm bei anderer Lesart verübeln
würde. Auguste Lechner macht aus diesem Parzival keinen lächerlichen Hanswurst
oder einen Lanze schwingenden Totschläger, sondern einen Menschen, der sich
zunehmend seiner Fehler bewusst wird, darunter zutiefst leidet und sich nach
Sühne sehnt.
Das Hörbuch
besteht aus 6 CDs mit einer Spieldauer von 440 Minuten und ist im Megaeins-Verlag
unter der ISBN 3-9809826-8-8 erschienen.
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