| Fjodor M. Dostojewskij: "Der Spieler" |
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Der Roman des russischen Dichters als Hörbuch |
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In seinem Roman "Der Spieler" lässt Dostojewskij den jungen Alexej als Hauslehrer die Familie eines Generals zu einem Aufenthalt in "Roulettenburg" begleiten, das man guten Gewissens als Pseudonym für Baden-Baden betrachten kann. Dort lernt der junge Mann nicht nur Polina, die Nichte des Generals, kennen, sondern auch dessen übrige Entourage mit Polinas Liebhaber Des Grieux, der jungen Blanche, die der General gerne heiraten möchte, und deren Mutter. Schon bald verliebt sich Alexej hoffnungslos in Polina, sieht sich aber eher als ihr willfähriger Sklave denn als potentieller Heiratskandidat. Sehr schnell bekommt er mit, dass alle hoch verschuldet sind und nur auf den Tod der alten Tante des Generals in Moskau warten, damit dieser dann endlich Blanche heiraten kann und Polina frei ist vom jeglicher Abhängigkeit. Das Spiel spielt für Alexej eine untergeordnete Rolle, da er einerseits bisher keine Erfahrung damit gemacht hat und andererseits auch kein Geld hat. Für Polina spielt er ein oder zweimal mit wechselndem Erfolg, aber ohne wirkliche Leidenschaft. Die plötzliche und unerwartete besuch der alten Tante aus Moskau wirft sämtliche Pläne der Reisegesellschaft durcheinander, vor allem, da sie dem bankrotten General mitteilt, ihm keine Kopeke zu geben. Als sich die resolute Dame einmal das Teufelsspiel Roulette ansehen will und zum Spaß setzt, gewinnt sie gleich hoch. Damit ist sie verloren und verspielt in wenigen Tagen bis zu ihrer Abreise ein Vermögen. Als Polina wegen der finanziellen Katastrophe auch noch ihren Liebhaber verliert, entschließt sich Alexej, für sie zu spielen, gewinnt hoch und legt ihr alles zu Füßen. Sie aber wirft ihm das Geld an den Kopf und verschwindet. Von diesem Moment wird Alexej zum Spieler und tingelt von Stund' an durch alle Spielbanken Europas, immer im festen Glauben an die große Glückssträhne. Der Roman endet auf einer Parkbank in Bad Homburg, wo ihm ein ehemaliger gemeinsamer Freund von Polinas Liebe zu ihm erzählte, die an seiner Spielleidenschaft zerbrach. Dostojewskij verarbeitete in diesem Buch seine eigene Spielleidenschaft, der er in verschiedenen Spielcasinos Westeuropas frönte und von der er nicht mehr loskam. Gleichzeitig zeichnet er das Bild einer dekadenten und ziellosen russischen Oberschicht, die in wirren Zukunftsträumen lebt und ihren finanziellen und damit gesellschaftlichen Erfolg vom Glücksspiel erhofft. Die ungekürzte Fassung dieses Romans liest Friedrich Schönfelder mit einer bestechenden Ausdrucksvielfalt, mit der er den einzelnen Personen ein jeweils eigenes Profil verleiht. Die verlorene Situation der russischen Exil-Gesellschaft und ihr Hang zum schnell erspielten Geld kommen in seiner Darstellung plastisch zum Vorschein, und er saugt den Zuhörer sozusagen in die Handlung hinein. Auch ohne verteilte Rollen eines zusätzlichen Drehbuches lässt sich solch ein Roman spannend präsentieren. 4 CDs einer DVD mit einer Spieldauer von über 4 Stunden und ist im Steinbach-Verlag unter der ISBN 3-88698-704-3 erschienen. |