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Mo Hayder: "Haut" |
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Englischer Thriller über medizinische Experimente mit logischen Brüchen | |
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Kurz
nach der erwähnten Razzia wird eine junge Frau gefunden, die sich
nach der Einnahme einer Überdosis von Beruhigungsmitteln
offensichtlich die Pulsadern aufgeschnitten hat. Doch einige
Kleinigkeiten passen nicht zu der Selbstmordtheorie, und Caffery
verfolgt gegen die Weisung seines Vorgesetzten hartnäckig diesen
offiziell bereits abgeschlossenen Fall weiter. Gleichzeitig
verschwindet eine andere Frau aus einer Entzugsklinik und wird nicht
mehr gefunden. Dafür entdeckt Flea Marley bei einem Such-Tauchgang
durch einen alten Steinbruch den Kadaver eines gehäuteten Hundes.
Sie selbst hat große Probleme mit ihrem Bruder, der auf einer
entlegenen Straße mit ihrem Auto betrunken einen Menschen
getötet und in den Kofferraum gelegt hat. Flea ist also beruflich
wie privat äußerst angespannt und muss gleichzeitig zwei
Probleme lösen. Während
Caffery dem geheimnisvollen afrikanischen Minimonster nachjagt und es
rational zu erklären versucht, erfährt er von ihrem
geschiedenen Mann, dass die angebliche Selbstmörderin trotz
Arbeitslosigkeit über beträchtliche Einkünfte
verfügt hat, und tippt sofort auf Erpressung mit nachfolgender
Ermordung der Blutsaugerin. Doch die bereits vorgefertigte
Selbtmordtheorie seiner Vorgestetzen erschwert ihm die Arbeit
außerordentlich. Währenddessen verwickelt sich Flea immer
mehr zwischen ihren privaten und beruflichen Problemen, muss sie doch
feststellen, dass beide über die überfahrene Person eng
miteinander verzahnt sind. Um ihrem labilen Bruder zu helfen,
verstößt sie gegen alle dienstliche Vorschriften, kann
jedoch nicht verhindern, dass die Dinge eine Eigendynamik entwickeln
und sich mehr und mehr ihrer Kontrolle entziehen. Dabei spielen auch
ihr Bruder und dessen intrigante Freundin eine mehr als
unrühmliche Rolle. Als
plötzlich eine Krankenschwester einer Schönheitsklinik
ebenfalls als "offensichtliche" Selbstmörderin nach demselben
Strickmuster wie die andere Tote stirbt, schält sich für
Inspektor Caffery langsam ein Muster heraus, das zu der Klinik
führt. Gleichzeitig landet Flea bei einer Frau, die angeblich
über belastendes Material über ihren Bruder verfügt,
ohne dessen Sprengkraft zu kennen. Doch als Flea beschließt, der
Frau das Material für viel Geld abzukaufen, geht diese zu einer
Schönheitsoperation in die besagte Klinik, und nun
überschlagen sich die Ereignisse. Für Caffery ist klar, dass
irgendetwas mit den Schönheitsoperationen eines bestimmten Arztes
an dieser Klinik nicht stimmt, und er schleicht sich unter
Vorspiegelung falscher Tatsachen ohne Durchsuchungsbefehl -
schließlich gibt es nicht einmal einen handfesten Verdacht - in
die Klinik und das Privatwohnung eines Arztes ein. Nun kommt es zu dem typischen "Showdown" jedes Thrillers, wobei der Held noch einmal in Lebensgefahr gerät, weitere Menschen sterben und alle Beteilgten versuchen, ihre Probleme mit mehr oder weniger legalen Mitteln zu lösen. Am Ende kennt Caffery das dunkle Geheimnis seiner Kollegin, ahnt aber einen schweren Gewissenskonflikt und denkt an eigene schwere Entscheidungen in seiner Vergangenheit. Flea wiederum löst ihr Problem auf sehr unkonventionelle Weise mit Hilfe angeblicher afrikanischer Fabelwesen und weiß nicht einmal, dass sei einen nahen Mitwisser hat. Mehr
wollen wir hier nicht verraten, denn spannend ist das Hörspiel und
kann eine längere Autofahrt durchaus verkürzen. Allerdings
leidet die Logik der Handlung unter einer gewissen Inkonsistenz. So hat
die Geschichte der afrikanischen Rituale und Fabelwesen wenig mit der
eigentlichen kriminellen Handlung zu tun, und auch nach der
Auflösung werden die logischen Zusammenhänge nicht klar. Sie
werden durch eine Nebenhandlung eher
künstlich
hergestellt. Weiterhin muss der "deus ex machina" oder "Kommissar
Zufall" helfen, um die verschiedenen Erzählstränge
schließllich zusammenzuführen. Denn um Kenntnis von Flea
Marleys "Parallelwelt" und ihren aktuellen Problemen zu erlangen, muss
Inspektor Caffery mitten in der Nacht (!) intuitiv und ohne konkreten
Grund genau an die abgelegene Stelle an den Steinbrüchen fahren,
wo Flea gerade ihr Problem zu lösen gedenkt. Das wirkt denn doch
arg an den Haaren herbeigezogen, frei nach dem Morgenstern-Motto: "das
Tier tat's um des Reimes willen". Das Hörbuch umfasst 5 CDs mit einer Gesamtlaufzeit von 425 Minuten, ist im Audio-Verlag unter der ISBN 978-3-89813-965-6 erschienen und kostet 19,99 Euro. Frank Raudszus |
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