| Ingrid Noll: "Der Hahn ist tot" |
| Kriminalhörspiel über eine fürsorgliches "Mauerblümchen" | |
Die Schriftstellerin Ingrid Noll hat eine späte, jedoch kometenhafte Karriere hinter und vielleicht sogar noch vor sich. Erst mit 56 Jahren veröffentlichte sie ihren ersten Kriminalroman und gehört mittlerweile zu den meistgelesenen deutschen Krimi-AutorInnen. Ihr Erstlingswerk, "Der Hahn ist tot", liegt jetzt auch in einer Hörspielfassung vor.
Rosemarie, gesprochen von der bundesweit bekannten Loriot-"Gefährtin" Evelyn Hamann, ist eine eher reizlose und mausgraue Frau um die fünfzig, kurz, ein "Mauerblümchen". Den Frauen gilt sie als gute Freundin, da ungefährlich, die Männer betrachten sie nur als "armes Wesen", im besten Fall als "gute Freundin" im neutralen Sinne. Rosemarie jedoch liebt, zwar heimlich, aber gewaltig, und ausgerechnet einen verheirateten Studienrat mit einem weiten Herzen für das weibliche Geschlecht. Seit einiger Zeit ist er vom Pech verfolgt. Seine Ehefrau und seine Geliebten versterben nacheinander an etwas dubiosen Unfällen. Dank seiner ziemlich offensichtlichen Motiv-Situation fängt die Polizei an, sich für ihn im Zusammenhang mit den plötzlichen Todesfällen zu interessieren. Rosemarie unterstützt ihn selbstlos und aufoferungsvoll, immer wieder weist sie ihn auf die Verdachtsmomente hin, die bei dem unglücklichen Ableben der Frauen, die auch ihre Freundinnen waren, gegen ihn sprechen. Bald jedoch ahnt der Hörer, wer hier eigentlich die Todesfäden spinnt, und interessiert sich mehr für die psychologische Seite als für die Entlarvung des Täters. Typischerweise für Ingrid Noll - siehe "Die Apothekerin" - verfängt sich auch dieses Mal die Gerechtigkeit in den Tücken der weiblichen List, aber wie das geschieht, sollten sich die LeserInnen selbst anhören.
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