Burkhard Ziebolz: "Morgensterns Erkenntnis"

Krimi um ein Krankenhaus mit ausgefallenen Methoden und abwegigen Mitarbeitern.
 

In der geschlossenen Abteilung für straffällig gewordene Jugendliche einer psychatrischen Klinik in Braunschweig wird die Leitende Ärztin eines Morgens tot aufgefunden, vergiftet mit einem schnell wirkenden Indianergift durch eine Injektion in den Hals. Der Zuhörer, besser informiert als Hauptkommissar Fröhlich, ahnt, wie es passiert ist, ohne den Täter zu kennen. Der Hauptkommissar forscht natürlich unter den Mitarbeitern der allein und zurückgezogen lebenden Ärztin nach einem Motiv und stößt dabei auf den elegant-prätentiösen Dr. Frenzel, jung, ehrgeizig und doch nur ewiger Zweiter hinter seiner nun toten Chefin. Außerdem stammt er aus einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie, die sich u.a. mit der Herstellung neuer Pharmaprodukte beschäftigt.... Dann stößt Fröhlich bei seinen Recherchen auf einen jugendlichen Insassen, der angeblich seiner jüngeren Schwester die Kehle durchgeschnitten hat, obwohl er sich an nichts erinnern kann. Dr. Frenzel, ein Freund der Eltern des Jungen, therapiert ihn höchstpersönlich, da seine Zeugenaussage unglücklicherweise zur Überführung des Täters geführt hat. Als Haupkommissar Fröhlich feststellt, daß die ermordete Ärztin sich kurz vor ihrem Tod intensiver mit dem Fall des jungen Täters befaßt hat als im Rahmen ihrer Zuständigkeiten zu erwarten gewesen wäre, beginnen sowohl Spekulationen als auch Ereignisse sich zu überschlagen. Dr. Frenzel erweist sich als homosexuell und pädophil, ein weiterer Mord geschieht.....

Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, um das Interesse an der Kassette nicht zu schmälern. Nur soviel sei gesagt: es wird noch viel spannender, und vor der finalen Auflösung schlägt die Geschichte noch einige unerwartete Haken.

Die Story ist durchaus glaubwürdig und bleibt überwiegend im Rahmen der Logik und des gesunden Menschenverstandes, wenn auch die Häufung krimineller und sexuell abweichender Energie im Krankenhaus etwas extrem scheint. Auch die unterschiedlichen Handlungsstränge nehmen nicht hundertprozentig aufeinander Bezug. Dennoch ist dem Autor ein spannender und wohltuend sachlicher Krinimalroman gelungen, der auch ohne aufgesetzten Sarkasmus und Vorstadt-Kalauer Unterhaltung und Spannung pur bietet.

Sprecher Stephan Benson präsentiert den Roman wie ein Hörspiel mit verteilten Rollen "aus einem Munde". Man nimmt ihm die unterschiedlichen Personen ohne weiteres ab - von Frauenrollen einmal abgesehen - und durchlebt mit ihm die Dialoge und Recherchen.

Die Audio-Kassette "Morgensterns Erkenntnis" ist im Klein & Blechinger Verlag erschienen(ISBN 3-927658-99-5) und umfaßt zwei Kassetten mit einer Spieldauer von 210 Minuten.