Samuel Beckett und Bruce Naumann im Dialog

Ausstellung über beide Künstler in der Kunsthalle Wien
 
Noch bis zum 30. April ist in der Kunsthalle am Karlsplatz ein Dialog zwischen Beckett und Naumann zu sehen, zu hören und zu fühlen. Während der 1989 verstorbene Beckett den meisten Ausstellungsbesuchern ein Begriff ist, wird Bruce Naumann vielen noch ein Unbekannter sein. 

Liest man allerdings in einschlägigen Kunstmagazinen der Sparte „Medien“ nach, erfährt man, dass Naumann ganz oben in der Hitliste rangiert. In den USA zählt er heute zu den zehn einfluss- reichsten Künstlern. Während Beckett in Räumen und Bildern denkt, schafft Naumann Räume, Bilder und Skulpturen. Die Ausstellungsarchitektur von der Gruppe „Panhof“ schafft Räume für beide Künstler aber verklammert sie auch. So kommen sich beide manchmal so nahe, dass man meinen könnte, sie hätten einander gekannt.   
Ein Vergleich von Videos von Bruce Naumann mit Becketts verfilmtem Theater ist für den Ausstel- lungsbesucher ein hartes Stück Arbeit. Man muss sich mit beiden Künstlern manchmal bis an die Schmerzgrenze auseinandersetzen, um zu verstehen, was hinter den Werken steckt. Sowohl Beckett als auch Naumann sind Verweigerer, die sich herkömmlichen Kunstbegriffen nicht mehr unterordnen

Während Beckett als Meister des Absurden gilt, erklärt Naumann Verweigerung als Prinzip seiner Kunst. „Ich habe von Anfang an versucht, Kunst zu machen,....die sofort voll da ist. Wie ein Hieb ins Gesicht mit dem Baseball-Schläger, oder besser, wie ein Schlag ins Genick. Man sieht den Schlag nicht kommen, er haut einen einfach um.“
Beckett/Naumann – ein sprödes Ausstellungsthema aber sehr spannend als Gegenüberstellung.

Zur Entspannung nach dem Ausstellungsbesuch bietet sich das Café der Kunsthalle an. Hier kann man herrlich draußen sitzen und die Frühlingssonne genießen oder bei einer Melange Ausstellungs- kataloge wälzen.