| "Rent and Go" und Huskie-Skiing |
| Wintersport rund um das Gommer Fiesch |
|
Am westlichen Ende des Goms verengt sich das Tal und die Rhone stürzt zwischen den Berghängen hinab. Hier endet die Loipe und die Langläufer müssen sich anderen Sportarten zuwenden. Bevor sich die Straße hinab ins breite Rhonetal windet, führt sie durch Fiesch, den Hauptort des Goms, der bereits einen gewissen städtischen Charme aus- strahlt. Eine Gondelbahn führt hinauf zum Kühboden, einer kleinen Ferien-Stadt am Hang, die zwar die wichtigsten Bestandteile touristischer Infrastruktur außer Straßen und Autos enthält, aber dennoch den stillen Charme einer Alm ausstrahlt. Hotels, Sportgeschäfte, Schneebar und Restaurants bieten dem Wintersportler alles, was er auf dem Hang benötigt. Wer den Blick auf den winterlichen Aletsch-Gletscher genießen möchte, nimmt die nächste Gondel zum Eggishorn und lässt den Blick über den unschuldig-weißen Glet- scher bis zu Eiger, Mönch und Jungfrau schweifen (siehe oben). Wenn man Glück hat, ist auch die Abfahrt vom Eggishorn geöffnet. Allerdings sollte man sich wegen der Gelände- und Schneeverhältnisse nicht darauf verlassen, denn hier verlässt man den Pisten-Bereich und betritt schwieriges Gelände. Einheimische Könner nehmen jedoch auch schon mal die "Diretissima" von der Gondelstation zum Kühboden. Für Normal-Skifahrer jedoch "Off Limits"! Dafür entschädigt das Skigebiet unterhalb des Eggishorn die Skifahrer. Ein Sessellift und mehrere Schlepplifte erschließen weite, vor allem von Carvern und Snowboardern geschätzte Hänge. Hier erlebt man kaum Staus oder bremsende Häufungen ängstlicher Skifahrer, da jeder Hang nahezu unbegrenztes seitliches Ausweichen auch bei hohem Tempo gestattet. Engpässe und "Kanonenrohre" sind Fremdworte. Wer sie sucht, sollte dies an anderen Orten tun. Dabei sind die Hänge durchaus nicht flach, aber Weite und gute Pflege sorgen für ungetrübten Skigenuss. Wer es dennoch "hart" liebt, sollte sich in der Direkten nach Fiesch hinunterschwingen. Dort kann er durch mannshohe Buckel mit schartigen Kanten reiten und sich durch enge Stellen quälen. Hier bietet Fiesch plötzlich einen skifahrerische Herausforderung, die man dank allgemeiner Glättung schon lange für ausgestorben hielt. Jedenfalls erreicht man die Talstation der Gondel im wahrsten Sinne des Wortes "im Schweiße seines Angesichts". Das Sportgeschäft Volken auf dem Kühboden verfolgt mit dem Prinzip "Rent and Go" einen Trend, der sich derzeit an 50 Orten in der Schweiz bewährt: der Gast kommt nicht mehr mit eigenen Skiern, sondern mietet das passende Sportgerät vor Ort. Für eine im Vergleich zum Anschaffungs- wert geringfügige Gebühr erhält er die neuesten Modelle in ausgezeichnetem Zustand. Wer über einen Stein ratscht, kann sich am nächsten Tag einen "jungfräulichen" Ski holen. Für Einheimische gibt es sogar Saisonkarten, die weit unter dem Wert von neuen Carvern liegen.... Gerade für (deutsche) Urlauber, die im Jahr höchstens zwei bis drei Wochen Ski laufen, lohnt sich diese Alternative, müssen sie doch nicht mehr erst die Ski fit machen und dann 500 bis 1000 Kilometer auf dem Autodach gen Süden schleppen. Wer die Skihänge unterhalb des Eggishorn ausgiebig genossen hat, kann sich entweder nach Fiesch begeben - durch Buckel oder per Gondel - und etwas städtisches Flair genießen oder auf der Terrasse des "Kühboden"-Restaurants Kalorien tanken. Den Heißhunger stillt ein kräftiges Irish Stew - nicht umsonst nennt sich diese Gegend selbst "Beeftown" -, wer es leichter mag, nimmt eine Vesper aus einheimischer Wurst - Bresaola genannt - und Gommer Käse zu sich. Hotel-Restaurant "Kühboden": Fax: +41 (0)27 970 1225 oder E-Mail Wenn dann die Sonne sich dem Matterhorn zuneigt und die Lifte langsam die letzten Unentwegten ent- lassen, naht die Stunde der Huskies. Angela und Marcel Vögele unterhalten hier eine Hundestaffel von sieben Huskies, allesamt aus einer Familie stammend. Nähern sich die Besitzer ihrem
Zwinger, zeigen die Huskies unmissverständlich ihren Bewegungsdrang, da sie auf eine Ausfahrt hoffen können. Marcel bietet Rundfahrten auf "Snowblades" am Hundegeschirr an. Die Kandidaten sollten jedoch gute Skiläufer sein, denn die Hunde kümmern sich nach zwei bis drei Tagen Ruhe im Zwinger einen Teufel um die Standfestigkeit ihres Gastes. Ein Huskie zieht in der Ebene bis zu 250 Kilogramm, und da kann man sich vorstellen, was drei Huskies mit einem Skifahrer im Schlepptau anfangen. Wer jedoch die ersten zwanzig Meter gut überstanden hat, gewinnt zunehmend an Selbst- vertrauen und beginnt, hinter den Hunden links und rechts zu schwingen oder auch einmal abzubremsen. Auf plötzliche Richtungswechsel muss man jedoch immer gefasst sein, vor allem, wenn ein einzelner fremder Hund durchs Revier streift. Dieser kann von Glück sagen, dass die Huskies im Geschirr laufen, sonst würde der Tag für ihn schlecht enden, denn die Huskies betrachten jeden rudel- fremden Hund als Feind. Gegenüber Menschen verhalten sich die Huskies jedoch ausgesprochen harmlos, ja sogar
anschmiegsam, und im Sommer lassen Marcel und Angela sogar Kinder mit einzelnen Huskies an der Leine auf den Wanderwegen spazieren gehen. |