| Die Selbstreinigung eines Rotlichtbezirks |
| Der alte Ortsteil Spittelberg gewinnt neue Konturen | |
Der Spittelberg westlich der Hofburg und des Museumsquartiers hat sich in den letzten Jahrzehnten einen fragwürdigen Ruf als „Rotlicht-Viertel“ erworben. Vor zwei Jahren hat man jedoch beschlossen, das arg herunter gekommene historische Museumsviertel zu „revitalisieren“ und mit einer Reihe von Aktivitäten rund ums Museum für den Tourismus herzurichten. Seit einiger Zeit werden die alten Gemäuer aufwendig restauriert, und man erkennt bereits die großzügige Struktur der weitläufigen Gebäudeansammlung. Die Geschäftswelt Wiens hat die Zeichen der Zeit schnell erkannt und den Spittelberg gründlich umgekrempelt. Verschwunden sind die halbseidenen Etablissements, und statt dessen haben sich vor allem avantgardistische Möbelgeschäfte und kreative Gastronomen hier angesiedelt. Der überwiegend alte Hausbestand aus dem Biedermeier ist bereits weitgehend restauriert worden, und so vermitteln die Quergassen zwischen Mariahilfer Straße und Burggasse mit ihrem Kopfsteinpflaster und den originellen Wirtshausschildern schon wieder den Eindruck eines alten, gereinigten Wiens. So sollte man einmal die „Witwe Bolte“ in der Gutenberggasse oder die „Kochwerkstatt“ in der Spittelberggasse besuchen, um sich sowohl optisch als auch kulinarisch einen Eindruck zu verschaffen. Wer ein gastronomisches Zwischenspiel mit einem Möbelkauf verbinden möchte, kann die Designermöbel im Café „das möbel“ in der Burggasse selbst probesitzen, bevor er sie beim Orangenblütentee erwirbt. Doch Vorsicht: Designerpreise!
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