Das Ammerland

Gartenlandschaft zwischen Meer und Moor
 
Wer bei der Erwähnung des Ammerlandes an den Ammersee denkt, irrt sich gewaltig, auch wenn der Name diese Assoziation nahe legen mag. Zwar sind beide Landstriche stark vom Wasser geprägt, sie liegen jedoch nicht nur weit auseinander sondern könnten auch verschiedener nicht sein.



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Das Ammerland breitet sich westlich des nieder- sächsischen Oldenburgs aus und grenzt im Norden an Ostfriesland. Mittelpunkt dieser Region ist der Kurort Bad Zwischenahn am "Zwischenahner Meer", das während der Sommersaison zum Segeln, Surfen und Baden einlädt. Im Herbst und Frühjahr dagegen bietet sich eine Radtour rund um den See an. Der ausgedehnte Kurpark zieht sich am Seeufer entlang und wird zum Ortskern hin von dem 1870 erbauten alten Kurhaus begrenzt, das heute unter anderem eine Schönheitsklinik und einen mit viel Sorgfalt restaurierten "Galasaal" für Empfänge und Veranstaltungen beherbergt.

 

Bad Zwischenahn - Ort zum Verweilen

Direkt an den Kurpark schließt sich die "Hotelroute" von Bad Zwischenahn an. Das Hotel "Haus am Meer" befindet sich in einer Vorzugsposition unmittelbar zwischen altem Kurhaus und der Fußgängerzone, so dass auch Kurpatienten mit geringem Aktionsradius alle wichtigen und attraktiven Örtlichkeiten leicht zu Fuß erreichen können. Die Inneneinrichtung des Hotels zeichnet sich durch luftige und leichte Linien aus, die alle das Motiv der Meereswelle aufnehmen. Große Fenster sorgen für viel Licht und geben den Blick auf den Kurpark frei.



Das alte Kurhaus von Bad Zwischenahn

Rund um Bad Zwischenahn bietet sich eine Vielfalt von Fahrradtouren an. Neben der großen Ammerland- Route mit knapp 150 km findet der Anfänger oder wenig Geübte aber auch kleinere, sehr gut ausge- zeichnete Touren zwischen 6 und 50 km rund um Bad Zwischenahn, die alle ein "griffiges" Motto tragen. So gibt es unter anderen den Segelboot-, den Mond-, den Schmetterlings- und den Frosch-Weg.  

Mühlen -   Kraft in pittoresker Verkleidung

Eine Erkundungstour durch das Ammerland beginnt typischerweise mit einem Besuch der Windmühlen. Diese so malerischen Bauten wurden bereits vor einigen hundert Jahren eingeführt, um die stetigen und oftmals steifen Winde zum Mahlen des Getreides zu nutzen. Wer einmal so eine Mühle von innen gesehen hat, möglichst in Betrieb, der gewinnt einen Eindruck von der Kraft, die die vier Flügel auch ohne Segel entfalten. Als typisches Beispiel sei hier nur die Mühle in Westerscheps genannt, die weitgehend im Originalzustand erhalten ist und noch bis 1995 ihren Dienst getan hat. Heute bietet der "Galerie- Holländer", wie die Mühle wegen ihrer weitläufigen, umlaufenden Galerie genannt wird, als Mühlen museum der Öffentlichkeit die Möglichkeit, über die so präzise wie stabile Technik zu staunen.Dabei erfährt der interessierte Besucher auch, dass die Ruhestellung der Flügel verschiedene Botschaften vermittelt, so zum Beispiel die Kreuzform der "Trauerschere", die - wie heutiges Halbmast-Flaggen - bei Beerdigungen eingestellt wurde.

Raum und Zeit - Inszenierung einer Landschaft

Dem flüchtigen Beobachter erscheint die Landschaft im Ammerland gleichförmig - schlicht "platt". Wer jedoch näher hinschaut, erkennt die Vielfalt der Formen und Elemente und die unterschiedlichen Ausprägungen. Da sind die vertieften Wasserläufe, die Hochmoore, Feuchtwälder und nicht zuletzt die  Sandrücken, die schon früh für Ansiedlungen genutzt wurden. Im Rahmen der Landesgartenschau 2002 hat Niedersachsen deshalb das Projekt "Inszenierung einer Landschaft" initiiert, bei dem ausgewählte Orte im Ammerland als Aus- sichtspunkte auf jeweils spezifische Erschei- nungsformen der Land- schaft ausgewählt wur- den. Bereits vorhandene oder zu schaffende Aus- sichtstürme erhalten in erhöhter Position Fen- ster, die den Blick von oben auf die Eigenarten der Bodenformationen und der Flora ermögli- chen sollen. Die fünf dafür vorgesehenen Ört- lichkeiten haben zusätz- lich Themen und ein Motto erhalten, so die Landschaft eines...

* Poeten - Wallhecken in Wiefelstede,
* Lyrikers - Rhododendron in Westerstede,
* Malers - Geestrücken in Rastede,
* Deichrichters - Wasser in Apen,
* Träumers - Mühle in Edewecht,


Die Rad- und Wanderrouten von Bad Zwischenahn zu diesen Orten breiten sich in Blütenform um das Zwischenahner Meer aus.

In dieses Bild einer verträumten Landschaft passt der Maxwald-Park zwischen Bad Zwischenahn und Westerstede, als sei er nur für diese Umgebung geschaffen worden. Hier haben sich einige Generatio- nen von Besitzern einen Wunschtraum erfüllt. Schon Gutsherr Negelein ließ hier 1784 Kiefern pflanzen und benannte den Park nach seinem Sohn Maximilian, die Familie Böhlje hat dann diesen kleinen Wald in den letzten 130 Jahren zu einem Schmuckstück in der Tradition des englischen Gartenbaus ausgebaut. Um das urgemütliche Gutshaus herum dehnt sich ein weitläufiger Rhododendron-Park aus, den ein Azaleen- garten, ein Taxusgarten und ein Kräuter- und Rosen- garten ergänzen. Zwar befindet sich das 10 Hektar große Gelände in Privatbesitz, doch Dr. Eberhard Pühl sieht sich mit einer solchen Flut von Anfragen konfrontiert, dass er tägliche Führungen anbietet.



Blick in den nebligen Maxwald-Park

Eine weitere ausgedehnte Parklandschaft findet man in Rastede, wo bereits 1777 Prinz Peter Friedrich Ludwig einen Park nach englischem Vorbild errichtete. Das dazugehörige Schloss war war anfangs nur ein bescheidenes Gutshaus und erhielt seine heutige klassizistische Prägung erst später. Es besticht jedoch nach wie vor durch seine Schlicht. Verborgen hinter hohen Hecken entstand Anfang des 19. Jahrhunderts das Prinzenpalais, das heute Kunstaktivitäten aller Art den nötigen Raum verleiht. Der 300 Hektar umfassende Park lädt zu kleineren und größeren Wanderungen ein und bietet verschiedene lauschige PLätze zum Verweilen. Wer will, kann sich mit einer Gruppe auch einen originellen "Pedal-Zug" mieten, mit dem man umweltschonend und gesundheitsfördernd gemütlich durch den Wald radeln kann.



Rasteder Park mit Schloss

Weitere Informationen über das Ammerland und seine touristischen Angebote kann man über die Website oder per E-Mail erhalten.  

Da wir schon bei Gartenlandschaften sind, darf natür- lich der Hinweis auf die Landes-Gartenschau nicht fehlen. Vom 19.4. bis zum 6.10.2002 öffnet diese in den letzten Jahren bereits in anderen Bundesländern erfolgreich durchge- führte Veranstaltung ihre Tore am Westufer des Zwischenahner Meeres, gegenüber dem Bundeswehr-Krankenhaus. Natürlich wird diese Schau vor allem im Zeichen des Rhodo- dendron stehen, der in dieser feuchten Umge- bung ideale Bedingun- gen vorfindet. Doch daneben werden auch viele andere Pflanzen und gestalterische Ideen ihren Platz finden. Immer wieder spielt das Wasser dabei eine wesentliche Rolle.

Die Gartenschau steht unter dem Motto "Zeitraum - Raum auf Zeit". Diese beiden Stichworte finden immer wieder Eingang in die Gestaltung der Anlage, sei es in Form von Löchern in Hecken, die den Blick auf den angrenzenden Raum freigeben, durch Spiegelinstal- lationen, die entweder unendliche Kuben vortäuschen oder einen Garten verdoppeln. Die Schau ist ferner in sechs "Zeitfenster" aufgeteilt, die jeweils einer Farbe zugeordnet sind und sich auch auf dem Logo (siehe oben) wiederfinden. Am Anfang steht der grünende Frühling, gefolgt von der rosaroten Rhododendron-Blüte. Danach folgen blauer Himmel und blaues Wasser des Frühsommers und anschließend das intensive Rot der Rosenblüte. Die gelben Sonnen- blumen läuten schließlich langsam den goldenen Herbst ein.



Mehr als 30 Gärten um- und beschrei- ben das Thema "Garten" und wol- len dem Besucher Anregun- gen für die Gestal- tung des eigenen Grünbe- reichs geben, denn eins ist sicher: die Landesgartenschau versteht sich nicht als abgehoben-akademische Schau dessen, was im Garten überhaupt möglich ist, sondern soll auch als Ideenfundus für den heimischen Garten dienen. Es wäre ja auch schade, wenn all die schönen Formen letztlich mit dem Ende der Gartenschau dort ein Schattendasein fristen würden, ohne sich in den Gärten der Bevölkerung niederzuschlagen.

Nähere Informationen sind erhältlich über die Website der Landesgartenschau.