Pistenvielfalt und Umweltbewusstsein

Eröffnung der Skisaison am Kitzsteinhorn mit neuen Angeboten
 
Seit Jahren gilt das Skigebiet um das Kitzsteinhorn, Kaprun und Zell am See im Salzburger Land als ein Ski- und Snowboard-Mekka vor allem für jüngere Leute. Der Gletscher auf dem Kitzsteinhorn erweitert die Skisaison gegenüber anderen Skigebieten erheblich, und die weiten Hänge dort eignen sich hervorragend für die raumgreifenden Schwünge der Boarder und Carver. Rechtzeitig zum Saisonbeginn hatte der Himmel den benötigten Schnee gesandt, wenn auch in übermütiger Fülle, verbunden mit schneidendem, Sturmstärke annehmendem Wind. Dies schreckte die richtigen Fans jedoch nicht ab, so dass die Skipisten am letzten November-Wochenende mehr als gut gefüllt waren. Allerdings spielte bei dieser Pistenfülle auch die windbedingte Schließung der höher gelegenen Schlepplifte eine gewichtige Rolle. Doch wie gesagt: der Parkplatz an der Talstation der Gondelbahn war mit Bussen aus Österreich, Deutschland, Tschechien und sogar Holland ebenso gefüllt wie die Pisten und die Bergrestaurants.



Pistenplan der "Europa-Sportregion (bitte zoomen)

Wer von Kaprun spricht, meint das Kitzsteinhorn, die Gletscherpisten, weite, offene Hänge und bei Sonnen- schein Prachttage, bei Wind und Schneetreiben dage- gen Kälte und Unwirtlichkeit. Dabei ist Vielen nicht bewusst, das die Region über eine breite und gesunde Mischung verschiedener Skigebiete verfügt, sozusagen für jede Wetterlage eine andere Region. Natürlich zieht es bei sonnigem, windarmem Wetter jeden Ski- und Board-Fan auf die Gletscherpisten. Bei schlechtem Wetter muss man deswegen jedoch nicht mit einge- trübter Stimmung im Hotel herumsitzen oder sich todesmutig in den schneidenden Wind des Kitzstein- horns werfen. Für solche Tage bieten das Familien- skigebiet am tiefer gelegenen Maiskogel sowie die weitläufigen Hänge unterhalb der Schmittenhöhe und oberhalb von Zell am See eine attraktive Alternative. Die geringere Höhe  mildert die Temperaturen und schwächt die Winde, die Bewaldung sorgt für ausrei- chend Kontrast auch bei unsichtigem Wetter. Dies sollten sich alle Skiurlauber klarmachen, die es in den weißen Wochen gerne zu den großen Namen der 4000er zieht. Dort jedoch mangelt es erfahrungsgemäß an den geschützten Bereichen für schlechtere Tage. Vor allem die Hobby-Skiläufer sind dort dann gnaden- los den Unbilden des Hochgebirges und schwierigen Pistenverhältnissen ausgesetzt.  

Die Transportkapazitäten sind rechtzeitig zur Saison deutlich erweitert worden. So wird ab Ende Dezember der "Gletscherjet 1" die bestehende Panoramabahn ergänzen. Bei einem Höhenunterschied von über 1000 Metern kann die Umlaufseilbahm bis zu 1800 Personen pro Stunde auf das Kitzsteinhorn befördern.



"Artist´s View" des "Gletscherjet 1"

Auf der Schmittenhöhe sorgt die neue Kapellenbahn für einen komfortablen Aufstieg zum Gipfel, und die Schneeanlage ermöglicht nun die Beschneiung von gut 60% der gesamten Fläche. Als kulturelle Anregung hat man 27 Skulpturen international bekannter Bildhauer über das Skigebiet verteilt, die es beim Skilaufen zu entdecken gilt. Und trotz den zusätzlichen Bahnen wird Umweltschutz in dieser Region groß geschrieben. Seit Jahren werden keine neuen Skigebiete ausgewiesen, und die neuen Bahnen ersetzen nur alte, die ausgedient haben. So gibt es auch aus Umweltgründen keine Piste zur Talstation des Kitzsteinhorns. Nur bei guter Schneelage dürfen ausgewählte, das heißt gute, Skiläufer mit einem Skilehrer dann und wann durch den tief verschneiten Wald ins Tal schwingen. Ansonsten gehört der Wald dem Wild.

Service schreibt man rund ums Kitzsteinhorn groß. Das zeigt sich vor allem im neuen Konzept "Rent a Ski". Immer mehr Urlauber möchten sich den Transport von Stiefeln, Ski oder Snowboards sparen, zumal im Winter bei unsicheren Straßenverhältnissen viele mit der Bahn anreisen. Außerdem lohnt es sich bei dem typischen einwöchigen Skiurlaub im Jahr nicht, teure Ski anzuschaffen und jahrelang immer wieder für die Saison herzurichten. Da ist es doch viel wirtschaftlicher, in jedem Urlaub ein neues Modell mit scharfen Kanten und glattem Belag zu fahren, ohne sich während der anderen 51 Wochen darum kümmern zu müssen. Angesichts des großen Gästeansturms kann da das Leihgeschäft natürlich nicht mehr wie im gemütlichen Familienbetrieb geführt werden.

Im Alpin-Center auf der Mittelstation des Kitzstein- horns hat man den Ausrüstungsverleih professionell organisiert. Spezialbindungen ermöglichen die Einstel- lung binnen Sekunden - der Kunde muss nur Alter, Gewicht und Fahrstil angeben - und abends können die Sportler ihr Gerät in abschließbaren Boxen "am Berg" deponieren. Selbstverständlich kann der Gast jeden beliebigen Ski-, Schuh- oder Board-Typ frei wählen und auch während der Leihperiode austauschen. Wir selber haben diesen Service ausgetestet und waren ange- sichts des Andrangs verblüfft über die zügige Abferti- gung. Also: schlechte Nachrichten für die deutschen Sportgeschäfte. Man leiht sich das gerät direkt vor Ort maßgerecht aus und kann im wahrsten Sinne des Wortes unbeschwert an- und abreisen.



Adam und Eva - eine von 27 Skulpturen auf der Schmittenhöhe

Auch bei den Skipässen hat man sich Gedanken gemacht. Ab dem kommenden Winter können die Gäste die Drehkreuze der Liftanlagen berührungslos passieren. Vorbei sind die Zeiten, da man den Liftpass mit dick behandschuhter rechter Hand herausfummeln musste, Skier und Stöcke mit der linken Hand hinter sich her zerrend, und die Nerven der Nachrücker stresste. Künftig geht man locker am Lesegerät vorbei, das den Pass im Anorak aufspürt und überprüft.

Den Skifahrern stehen in der "Europa Sportregion Zell am See/Kaprun" 49 Abfahrten mit 130 Pistenkilome- tern zur Verfügung. Die Snowboarder werden vor allem der "Funpark" am Gletscher und die "Halfpipe" auf der Schmittenhöhe anlocken. Wer viel Zeit hat und gerne neue Pisten kennenlernen möchte, kann eine einzige Karte für das gesamte Salzburger Land erwerben, die "Super Ski Card", die ihm von Abtenau bis Zell am See alle Pisten öffnet.Wer spektakuläre Ereignisse mag, sollte sich einige wichtige Termine merken. So das "Ski-Opening" (6.-9.12.2001), die "Nacht der Ballone"(30. Januar) oder das Hundeschlitten-Rennen (26.-27.1.2002).

Doch nicht nur der Sport lockt in diese Region. Schließlich fressen besonders die alpinen Sportarten viele Kalorien, und da ist es wichtig, mittags oder spätestens abends diesen Haushalt wieder auszu- gleichen. Die Gastronomie hat sich auf diesen Bedarf mit über 80 Restaurants vorbereitet, einige davon sogar mit Hauben. Besonders ist dabei das neue Konzept der Berggastronomie der Gletscherbahnen Kaprun von Interesse. Auf vier Ebenen von der Talstation bis zur höchsten Berghütte werden ortsspezifische Speisen angeboten. In der Talstation werden Gäste höchstens die Wartezeit bis zur nächsten Bahn verkürzen wollen, also bietet man hier einfache Snacks und schnellen Service.  

Im Alpincenter dagegen ruhen sich die Gäste vom anstrengenden Sport aus und wollen sich kulinarisch verwöhnen. Dabei gilt wieder einmal das alte Sprichwort:" Der Appetit kommt beim Essen". Je reichhaltiger und vielfältiger das Ange- bot, desto eher wird der Gast noch etwas bleiben und nicht so auf den Euro (statt Schilling und DM) schauen. Mehrere Restaurants für verschie- dene Zielgruppen sollen allen Geschmacksrich- tungen und Lifestyle-Gefühlen etwas bieten. Die jungen Snowboarder werden sich eher an einer Theke in enger Tuchfühlung drängen und dabei Erfahrungen austauschen, die Familien dagegen benötigen einen Tisch, an den man sich mit Kind und Kegel zurückziehen und für jedes Familien- mitglied von den nur durstigen Kleinen bis zum hungrigen Vater in Ruhe die passende  Speise verzehren kann. Das SB-Restaurant "Big Apple" im Alpincenter lässt dabei wirklich keinen Wunsch offen. Auf mehr als 400 qm gruppieren sich 850 Sitzplätze um verschiedene Marktstatio- nen, und bei Sonnenschein können zusätzlich noch 1100 Gäste die Terrasse genießen. Wer es ruhiger liebt, kann sich seine Mahlzeit in dem hellen Restaurant "Gletschermühle" in ruhiger Atmosphäre servieren lassen.  Alle Speisen werden von einer Zentralküche geliefert, wodurch neben höherer Effizienz auch die Qualität sicher gestellt wird.

Wer will, kann bei der Abfahrt auch einen "Einkehrschwung" bei der Schnapsbrennerei an der Jausenstation Unteraigen riskieren. Die aus alten Feldsteinen neu erbaute gemütliche Hütte lockt zum Aufwärmen mit einem - hier traditio- nellen - Vogelbeer-Schaps oder mit den bekann- ten Marillen- und Williams-"Wässerchen". Die Jausenstation selbst bietet kräftige und reichhal- tige "Brotzeiten" in urgemütlicher und bodenstän- diger Umgebung.

Und wenn man dann am letzten Abend so richtig gut essen gehen möchte, bietet sich das "Dorfstadl" in Kaprun an. Auf zwei Stockwerken bietet das Restaurant mit dem Ambiente einer alten Tenne - vor allem im ersten Stock - exqui- site Menüs in gehobener und doch landestypi- scher Umgebung an. Wer hier nach einem Menü herauskommt, sollte schnellstens daran denken, wie er am nächstenTag Kalorien abbauen kann. Denn das Neinsagen ist in diesem Restaurant nicht einfach!



Das "Dorfstadl" bei Tag

Weitere Informationen sind über das Internet oder E-Mail erhältlich.