Erlebnisstadt Mainz

Eine Stadt handgreiflich erfahren.
 
Vor gut 2000 Jahren siedelten die Römer am Zusammenfluss von Rhein und Main und gründeten dort "Moguntia", das dem heutigen Mainz den Namen gab. Noch heute stoßen Mainzer Bauherrn immer wieder auf Bausubstanz aus der Römerzeit und sind nicht immer erfreut darüber. So kann man auf dem Kästrich (von röm. castellum), die Fundamente eines Römertors mit Wagenspuren bewundern. Diese römischen Hinterlassenschaften führten dazu, dass die Neubebauung des Geländes umgeplant werden musste. Doch was dem einen sein Uhl ist dem anderen seine Nachtigall. Die Touristen, die sich heute an der Ausgrabung des römischen Amphietheaters beteiligen dürfen, finden es sehr spannend unter fachkundiger Führung von Archäologen die Grundmauern aus der Römerzeit freizulegen.

Wer kann schon von sich behaupten ein orginal römisches Theater mit ausgegraben zu haben. Mainz machts möglich. Die Stadt schlägt so zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Stadt spart einerseits Kosten ein und bietet andererseits Touristen und Bürgern ein einmaliges Erlebnis.

Wer nicht ganz so erdverbunden ist, sollte sich einer Stadtführung anschließen und an einer Erlebniswanderung durch das römische Mainz teilnehmen. Höhepunkt ist sicher das Museum für Antike Schifffahrt. In Mainz fand man nämlich auch Schiffsteile bei Ausgrabungen. Sie wurden orginalgetreu ergänzt und so kann man heute die Schiffe betrachten auf denen die Römern vor 2000 Jahren den renus fluvius (Rhein) überquerten.



Die Römer brachten jedoch nicht nur die Architektur und den Schiffsbau nach Mainz, sie kultivierten auch an den Hängen von Rhein und Main den Wein. Jedem römischen Arbeiter standen pro Tag zwei Liter Wein zu. Anfangs wurde der Wein noch aus Rom eingeführt. Später  baute man ihn an de Flussufern der Rheinebene an. So kann man getrost behaupten, dass die gewisse mediterrane Gelassenheit der Mainzer und ihre Liebe zum Wein ihre Wurzeln in der Kultur der Römer hatten.



Wem nach soviel Rom die Lust auf einen guten Tropfen überkommt, der findet ihn in einer der vielen Altstadtweinstuben. Richtig meenzerisch wird es einem dann bestimmt bei "Worscht, Weck und Woi". Die "Worscht" schafft ein solides Polster für noch etwas mehr Wein.

Mainz ist neben seiner römischen Vergangenheit auch bekannt für seine Druckkunst. Der Meister des Buchdrucks mit beweglichen Lettern Johann Gutenberg ist "en eschte Meenzer". Im Jahre 1455 wurde sein Meisterwerk die 42-zeilige Bibel in lateinischer Sprache gedruckt. Es ist ein zweibändiges Werk mit insgesamt 1.282 Seiten. 290 verschiedene Zeichen mussten dafür gegossen werden. Für seine Leistung wurde Gutenberg "posthum" als Mensch des Jahrtausends ausgezeichnet. Ein Gang durch das neu gestaltete Gutenberg Museum ist ein unbedingtes Muss. Zwei Exemplare der Gutenbergbibel sind im Besitz des Museums. 47 Exemplare gibt es noch weltweit. Sie sind Beweis dafür, dass die "nova forma scribendi", also die gedruckte Bibel, den Handschriften ästhetisch gleichwertig war.


Gleich neben dem Gutenberg-Museum befindet sich die "Druckwerkstadt". Hier kann man alles, was man im Museum erfahren hat, in die Tat umsetzen und später drucken. Bis ein Plakat entsteht, sind viele Stunden nötig, und man bekommt ein Gefühl dafür, welche enorme technische Leistung hinter den Computern steckt, die in Sekundenschnelle Schriften parat halten und es dem Laien ermöglichen, Poster im Ruckzuckverfahren herzustellen. Nichts desto trotz ist es ein Erlebnis ganz besonderer Art das Druckverfahren, wie es viele Jahrhunderte üblich war einmal von der Pike auf kennenzulernen. Jeden Donnerstag ist die Werkstadt von 10°°- 20°° Uhr geöffnet. Unter fachkundiger Anleitung kann man nach Herzenslust experimentieren. Genauere Informationen erhalten sie von der Touristik Zentrale Mainz.


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Internet: www.mainz.de