| (G)Raue See und enge Pubs |
| Segeltörn entlang der südirischen Küste | |
Wer jahrelang die Adria, westliches wie östliches Mittelmeer und die Ostsee besegelt hat, den verlangt es irgendwann einmal nach einem seglerischen Ortswechsel. Wir hatten eigentlich eine einwöchige Umrundung Bornholms von der mecklenburgischen Küste aus geplant, doch eine mitreißende musikalisch-irische Führung des Wiesbadener Theaters unter dem Namen "Irish Soul" bewog uns von einem Augenblick zum anderen, das Reiseziel für den anstehenden Törn zu wechseln. Ein Boot war über das Internet schnell und problemlos gebucht, und am 14. Juni, einem Samstag, saßen wir früh am Morgen im Flugzeug nach London und später nach Cork.
Die Bootsübernahme bei "Sail Ireland" geht schnell und erfreulich unbürokratisch über die Bühne, allerdings hat das Boot, eine Oceanis 351 von Bénéteau, offensichtlich schon ein wenig unter dem rauen Klima gelitten. Doch die Mängel sind eher marginal, so dass dank einer aufkommenden Brise noch am selben Nachmittag der Drang aufkommt, den nicht gerade sehr malerischen Liegeplatz zu verlassen und einen ersten Eindruck von der irischen Küste zu erlangen. Vorher heißt es jedoch die Pantry aufzufüllen, und dabei trifft den Durchschnittssegler doch ein mittlerer Schock. Wir wollen hier nicht die Preise im Einzelnen aufführen aber können jedem Reisenden nur dringend empfehlen, wenn es irgend geht, Lebensmittel aus Deutschland mitzubringen. Wer sich lokal eindeckt, muss im Schnitt mit einem verdoppelten Preisniveau rechnen!
Ein Auslaufen um halb sechs nachmittags ist auf diesem Breitengrad im Juni kein Problem, bleibt es doch bis zehn Uhr abends hell. Doch wie üblich beim Segeln weht der Wind aus der Zielrichtung, so dass wir erst einen langen Schlag nach Südosten einlegen müssen, bevor wir auf Kurs 300 gehen können. Der ungewohnte Tidenstrom setzt uns jedoch wieder auf die imposante Felsennase von "Kinsale Heads", so dass wir noch zwei Mal nach Süden abknicken müssen, bevor wir bei nun gut vier Windstärken an verschiedenen - gut markierten - Untiefen vorbei um halb zehn endlich in die enge Einfahrt von Courtmacsherry westlich von Kinsale einlaufen. Der kleine Ort mit seiner grauen Häuserzeile schmiegt sich an die Hügel hinter der Einfahrt, am Hafen zeigen sogar einige Häuser Farbe. Bei Niedrigwasser erfordert die schmale Fahrrinne - die Mündung eines Flusses - einige Aufmerksamkeit, dafür ersparen uns die in ausreichender Zahl vorhandenen Moorings den Einsatz des Ankers. Das einzige Restaurant im Hafen hat leider bereits die Küche geschlossen, so dass unser Abendessen aus Spaghetti Bolognese aus der Dose besteht.
Entlang der Küste nach Westen
Castlewownshend präsentiert sich uns in einer sehr geschützten Lage und mit ausreichend freien Moorings, von denen wir eine direkt vor dem kleinen Hafen wählen. Ein Blick in die Karte ist in dieser Gegend jedoch immer zu empfehlen, da die Wassertiefe beim Einlaufen durchaus nicht so bleiben muss. Die Karte allerdings weist alle Wassertiefen in "Netto-Metern" aus, das heißt bei Niedrigwasser. In Castletownshend empfiehlt sich eine Fahrt mit dem Dingi flussaufwärts, da sich dort an den Flussufern bei Abwesenheit jeglicher Bebauung eine üppige Vegetation ausbreitet. Wenn nicht das typisch irisch-englische Klima herrschen würde, könnte man sich wie in den Tropen fühlen. Tourismus ist hier kaum bekannt und offensichtlich auf die wenigen Segler beschränkt. Die Schattenseite dieser ländliche Idylle zeigt sich darin, dass es nur ein Restaurant gibt, das "Mary Ann´s", das allerdings durch sein rustikales Ambiente mit dunklem Holz, niedriger Decke und vielen Seefahrt-Requisiten besticht. Hier kann sich der Segler nach einem feucht-kalten Tag auf See äußerlich und innerlich aufwärmen. Man sollte hier unbedingt Fischgerichte zu sich nehmen, denn das können die Iren. Die Chowder, eine deftige Fischsuppe mit reichlichen Zutaten, ist wirklich zu empfehlen und entschädigt für einen feucht-kühlen Tag auf See. Dazu ein oder zwei große Guinness, und der Abend ist gerettet. Der anschließende Weg zurück an Bord mit dem Dingi ist nicht mehr sehr weit.Fastnet Rock - Wolf im Schafspelz Der nächste Tag ist ein Montag, so dass sich eine Ergänzung der Vorräte anbietet. Allerdings ist Casteltownshend auch an diesem Morgen wie ausgestorben, und es fällt schon schwer, den einzigen offenen Laden, ein kleines "Allround"-Geschäft mit der einzigen Zapfsäule davor, zu finden. Der anschließende Erkundungsgang durch den Ort endet mangels Masse vorzeitig. Auf dem Weg zurück erleben wir jedoch ein "déja vu" à la San Francisco, denn die stark zum Hafen abfallende Dorfstraße gibt durch weiter entfernt stehende Baumgruppen den Blick auf die Bucht frei. Es fehlen nur Alcatraz und die Golden Gate
Gegen 11 Uhr reißt der graue Himmel etwas auf, und eine leichte Brise kräuselt das bis dahin spiegelglatte Hafenwasser, so dass wir uns entschließen, Richtung Westen auszu laufen. Da der Wind auf NW gedreht hat, können wir den Kurs auf den berühmten Fastnet Rock absetzen, Namensgeber einer berühmt-berüchtigten Segelregatta, die vor gar nicht langer Zeit Boote und Leben gefordert hat. Heute jedoch zeigt sich die See in dieser Gegend friedlich, um nicht zu sagen langweilig. Der Wind weht mit gerade einmal 3 Windstärken, und weit vor uns schält sich eine schwache, einem Kriegsschiff ähnliche Silhouette aus dem Dunst, die sich bald als der Felsen mit dem Leuchtturm darauf entpuppt. Beim Näherkommen zeigt er seine raue Seite: braune, abweisende Felsen, und obendrauf wie eine alte Ritterburg der Leuchtturm mit seinen ihn stützenden Gebäuden. Fast sieht die Anlage aus wie ein Hochsicherheitsgefängnis. Obwohl uns unser Generalkurs eigentlich nicht zum "Fastnet Rock" führt, können wir es nicht lassen, ihm einen ziemlich nahen Besuch abzustatten und ihn auf Fotos festzuhalten. Als sich außer der sich mit kräftiger Gischt am Felsen entladenden Atlantikdünung nichts Aufregendes ereignet, ändern wir den Kurs auf Crookhaven, eine lang gezogen Bucht in WO-Richtung, die gegen alle Winde außer plattem Ost sehr guten Schutz gewährt. Durch eine alte, hohe Dünung kämpfen wir uns bei wenig Wind bis zu dieser Bucht voran und machen gegen 15 Uhr an einer freien Mooring fest.
Crookhaven ist ein richtiger Geheimtip, bei Seglern allerdings offensichtlich
schon recht bekannt. Sanft gerundete Hügel auf der südlichen
Landzunge und ein steiler Berghang auf dem Nordufer verleihen dieser Bucht
einen besonderen Charme. Der Ort selbst liegt auf der Landzunge und präsentiert
sich dem einlaufenden Segler mit einem fast südländisch anmutenden
Hafen-Ambiente. Hinter einer kleinen Pier mit einem freien Platz lockt
das "o´Sullivan", ein Pub mit Außenbereich, in dem
man an so einem schönen Nachmittag einen irischen Kuchen und einen
großen Milchkaffee genießen kann. Offensichtlich hat sich dieses
Plätzchen auch schon bei anderen Touristen herumgesprochen, denn
Wagen kommen, spucken einige Touristen aus, die diese einfache "Seeterrasse"
genießen und anschließend wieder davonfahren.
Mizen Head, das ist der südwestlichste Zipfel Irlands. Ein imposanter Leuchtturm grüßt ankommende und abgehende Schiffe, eine fotogene Brücke verbindet den letzten Felsen mit der Landzunge. Hier wirkt alles recht wild und unwirtlich, obwohl uns das Wetter heute wirklich zulächelt. Die Sonne scheint zu einem Südwest zwischen 3 und 4 Windstärken. Bis zum "Head" heißt es ein wenig kreuzen, dann jedoch schiebt uns der nun raume WInd nach Norden. Das Rudergehen wird nun etwas schwieriger, da die Atlantikdünung von hinten drückt und das Boot immer wieder gieren lässt. Da bringt man doch lieber eine Bullentalje aus, denn bei hoher Dünung und wenig Wind kann der Baum auch schon mal ohne "Patent-Halse" rüberkommen. Unser Ziel Castletownbere nähert sich so schnell, dass wir beschließen, noch einen Abstecher nach Nordosten in die lange Bucht von Glengariff zu wagen. Auf dem Wege dorthin passieren wir eine raue und unbewohnte Felsenküste, deren einzige Zeichen von Zivilisation Ruinen alter Wachtürme und versprengte Schafte darstellen. In der Adrigole-Bucht, hinter dem Lonehort-Leuchtturm, verbringen wir gut eine Stunde an einer Mooring. Doch es hat mittlerweile aufgebrist, so dass der Aufenthalt in der landschaftlich zwar reizvollen aber weit offenen Bucht nicht gerade gemütlich zu nennen ist. Da wir heute noch nach Castletownbere wollen, müssen wir aufbrechen. Dabei tritt ein Motorproblem auf, das sich insofern auswirkt, dass die Maschine nur noch auf vorwärts zu schalten geht. Nicht gerade sehr ermutigend in diesen Gewässern!
Für den Weg nach Castletownbere wählen wir wegen der vielen
kurzen Kreuzschläge (und einiger Untiefen) nicht die relativ enge
Passage zwischen dem vorgelagerten "Bear Island" und dem Festland,
sondern gehen außen um die Insel herum. Der Wind beschert uns dabei
noch einmal vier lange, windreiche Kreuzschläge, die uns gegen
eine lange und sich in Küstennähe aufsteilende Atlantikdünung
vor die Einfahrt in den gut geschützten Fischereihafen führen.
Die enge Einfahrt in den Sund selbst ist ein Hexenkessel aus Kreuzseen,
da sich hier Windsee und Dünung brechen, an den Felsen reflektiert
werden und in dem engen Trichter gegeneinander laufen. Auch der Wind schralt
stark, kommt einmal von See und dann wieder über die Bergkuppen vom
Land. Hier sollte man besser die Maschine hinzunehmen, denn in der Einfahrt
kann bei starkem Strom der Wind plötzlich aussetzen oder seine Richtung
ändern. Endlich Wind! Über Nacht hat es kräftig aufgebrist, und am nächsten Morgen wecken uns kräftige und dichte Regenböen aus WNW auf. Sicherheitshalber lassen wir uns beim Hafenmeister erst einmal den aktuellen Wetterbericht aus dem Internet ausdrucken, der 5-7 Bofors verspricht, später 4-6. Da wir zwar nichts gegen Wind haben, aber nicht gerade begeistert auf Regenböen gewartet haben, warten wir bis Mittag mit dem Auslaufen und sehen uns erst einmal den Ort an, der im Inneren hübscher ist als an seiner Hafenseite. Liebevoll restaurierte Häuser in allen Farben prägen das Stadtbild, und der kleine Marktplatz verbreitet sogar so etwas wie urbane Atmosphäre. Nebenbei füllen wir unsere Pantry auf - vor allem mit Guinness - und besorgen Ersatz für eine weggeflogene Mütze. Gegen Mittag bricht die Sonne durch, der Wind lässt etwas nach, und sofort werfen wir die Leine los und gehen auf Kurs Süd, denn heute beginnt bereits die Rückfahrt.
In dem engen Sund fallen die Böen dermaßen über die Bergkuppen, dass wir schnell ein Reff in Genua und Groß eindrehen, um besser zu liegen. Doch kaum haben wir die Durchfahrt passiert, fällt der Wind in sich zusammen und es bleiben nur wilde Kreuzseen und ein starker Strom. Durch den nächtlichen Wind hat sich ein beträchtlicher Seegang aufgebaut, der in der Einfahrt ungemütlich durcheinander läuft. Doch in wenigen Minuten haben wir diese Zone hinter uns gelassen und begrüßen den wieder einsetzenden Wind, der allerdings wesentlich gleichmäßiger und böenärmer weht als im Sund. Außerdem ist er auf 5 Windstärken abgeflaut, so dass wir bald die Reffs herausnehmen können und mit halbem Wind und über sechs Knoten durch die hoch gehende See rauschen. Mit zunehmender Sonne lässt jedoch der Wind nach, so dass aus der rauen Männertour sehr bald ein gemütlicher Sonnentörn wird, der höchstens chronisch Seekranken etwas anhaben kann. Nach gut zwei Stunden stehen wir bereits vor Mizen Head und können jetzt mit achterlichem Wind "um die Ecke" nach Crookhaven laufen, wo wir eigentlich wieder auf der "Piazza" Kaffe trinken wollen. Doch beim Einlaufen finden wir einerseits keine freie Mooring - viele Segler haben sich hier vor dem "Sturm" verkrochen - und finden andererseits eine derart böige Umgebung vor, dass die Kaffeepause auf dem Vorplatz keine Freude wäre. So machen wir auf dem Absatz kehrt und laufen direkt nach Osten Richtung Baltimore, wo wir am nächsten Morgen den Monteur zwecks Reparatur des Schaltgetriebes erwarten.
Bis zu der Durchfahrt zwischen dem "Cape Clear Island" und "Sherkin Island" verläuft die Fahrt bei eingetrübtem Wetter und weiter abflauendem Wind ereignislos, ja geradezu eintönig. Unmittelbar hinter der relativ flachen Durchfahrt erwartet uns jedoch ein kleiner Hexenkessel, denn hier laufen offensichtlich starke Strömungen gegeneinander, die nicht nur zu Kreuzseen sondern auch zu einer Aufsteilung der aus SW heranrollenden Atlantikdünung führen. Innerhalb einer halben Minute verwandelt sich das geruhsame Dahingleiten südlich von "Cape Clear Island" in einen wilden Tanz, der wenige Minuten danach plötzlich wieder aufhört, als wir uns aus dem Wirkungsbereich der Durchfahrt entfernen. Dafür nimmt jetzt der Nebel derartig zu, dass wir nur mit Mühe die enge Durchfahrt nach Baltimore mit ihrem futuristischen Leuchtturm ausmachen können. Hinter der Durchfahrt klart die Sicht plötzlich auf. Vor uns breitet sich die weite Bucht von Baltimore mit ihren flachen Hügeln und der farbigen Häuserzeile des Ortes aus, während hinter uns der dichte Nebel langsam in die Bucht hinein quillt.
Wieder finden wir eine freie Mooring, müssen aber eine relativ lange
Strecke mit dem Dingi fahren, was bei dem wieder aufbrisenden Wind wenig
Spaß verspricht. In Baltimore finden wir gleich mehrere gute
Restaurants vor und landen schließlich im französischen Restaurant
"La Jolie Brise", das sich später als glückliche
Wahl entpuppt. Das Essen ist wahrhaft französisch, das heißt
gut und sehr schmackhaft, und die Preise sind moderat. Auch kann man hier
angesichts der feucht-klammen Luft im Boot - Heizung gibt es nicht - den
Abend genießen und sich aufwärmen. Der Dauerregen des Vormittags und der eher kommerziell wirkende Hafen - Fähranleger und Fischereiboote - laden nicht gerade zum längeren Verweilen ein, außerdem müssen wir weiter, denn es ist bereits Donnerstag, und wir müssen am Freitagabend wieder in Kinsale sein. So verlassen wir die Bucht wieder, vorbei an dem schlanken Leuchtturm, und - siehe da! - die Sonne bricht durch. Eine Brise von etwa 3 Windstärken schiebt uns von achtern an und macht die Strecke bis Glandore, einer Bucht etwa 5-6 Meilen östlich Castletownshend, zu einer netten Nachmittagstour. Kurz vor der Einfahrt in die Bucht müssen wir noch ein wildes Ausweichmanöver fahren, weil Fischer ihre Netze in einem großen Dreieck genau in unseren Kurs gelegt haben und uns jetzt unter Einsatz all ihrer PS und Stimmbänder um das unsichtbare Hindernis dirigieren.
Die Bucht von Glandore entpuppt sich als ein wahres Schmuckstück.
Eine hügelige Landschaft, mit kleinen Wäldern und saftigen Wiesen
durchsetzt, umschließt die Bucht, schroffe Felsen sieht man nirgends.
Im hinteren Teil der Bucht befindet sich ein eher industriell wirkender
Fischereihafen, wir machen jedoch an einer Mooring vor dem kleinen Ferienort
fest, den vor allem ein Hotel der besseren Sorte prägt. An der kleinen
Straße entlang der Bucht reihen sich einige Esslokale, und das Ganze
atmet Ruhe, Entspannung und Sommerfrische. Vor den Restaurants sind
an der Brüstung zur Bucht Tische aufgestellt, und dort kann man sein
Abendessen mit Blick auf die Bucht genießen, die sich heute unter
einem windstillen und wolkenlosen Abendhimmel geradezu paradiesisch
präsentiert. Ringsum sieht man "Anwesen" der gehobenen
Preisklasse, und später hören wir, dass hier die Prominenz nicht
nur von Irland ihre Sommersitze gebaut hat. Angesichts des Wetters an
diesem Abend kann man diese Wahl mehr als verstehen. Zurück zum Ausgangspunkt
Es ist Freitag, der letzte Tag unser Stippvisite an die irische Küste. Der Morgen begrüßt uns wie uns der Abend verlassen hat: mit strahlend blauem Himmel. Nach einem guten Frühstück geht es hinaus zur letzten Fahrt, und die gestaltet sich noch einmal zu einem Törn à la "Sonne von vorn und Wind von achtern". Drei Beaufors aus SW schieben uns stundenlang nach Osten, und wir müssen das Sonnenöl herauskramen, um nicht zu verbrennen. Das ist zwar Sonnenurlaub pur, hat mit Segeln im eigentlichen Sinn jedoch nicht mehr viel zu tun. Wir hatten hier Starkwind und hohe See erwartet, über- kommende Gischt und Krängung bis über die Leereeling. Stattdessen genießen wir die Sonne, und hätten wir einen Autopilot, so würde uns dieser über die weit gehend leere See allein bis vor Kinsale führen. Aber natürlich kann man dieses Segelwetter auch genießen, und das tun wir in vollen Zügen. Am späteren Nachmittag schließlich stehen wir vor dem Leuchtturm von "Kinsale Head", und jetzt erst entdecken wir, dass sich über die gesamte Landzunge bis hin zum Leuchtturm ein Golfplatz erstreckt, der sich an die raue Felsenlandschaft anschmiegt. Hier muss man schon gut spielen können, denn an mehreren Stellen geht es dicht neben dem Fairway 30-40 Meter senkrecht in die Tiefe. Man sollte hier ausreichend Ersatzbälle mitnehmen. Nach dem
Festmachen und Auffüllen von Wasser und Diesel beschließen
wir den letzten Abend in einem guten - und teuren - Fischrestaurant im
doch recht touristischen Kinsale. Aber nach einer Woche in der Abgeschiedenheit
der kleinen irischen Hafenorte ist es uns ganz recht, wieder einmal Ströme
von Touristen auf der Suche nach der passenden Abendunterhaltung zu
sehen. Auch wenn hier die Ursprünglichkeit künstlich aufrecht
erhalten wird, pulsiert doch wenigstens Leben in diesem Ort. Die Erde
hat uns wieder! |