Schneeschuhwandern im Naturpark

Ein Erlebnisbericht aus dem Nationalpark Hohe Tauern
  Wir treffen uns gegen 10 Uhr im Felbertal des Naturparks Hohe Tauern, der sich vom Gerlospass im Westen bis weit über das Gasteiner Tal im Osten hinzieht. Das Felbertal selber erstreckt sich südlich von Mittersill bis zum Hintersee. Wir, das sind 14 Journalisten zwischen 20 und 60 Jahren, die sich darauf einlassen wollen, unter der Leitung des Nationalpark-"Rangers" eine vierstündige Wanderung auf Schneeschuhen zu unternehmen. 

Jeder trägt einen Rucksack mit Proviant und heißem Tee. Die Schneeschuhe haben die Form von flachen Booten. Ein Leichtmetallrahmen bildet das Gestell, darauf verspannt sind stoffähnlicher Kunststoff und die Riemen, in die unsere Winterstiefel verschnürt werden. Vorne sitzt der Fuß fest, hinten ist er beweglich. 

Wir wagen die ersten Schritte. Da die Schneeschuhe breiter als normale Schuhe sind - schließlich sollen sie nicht tief im Schnee versinken -, watscheln wir wie Dagobert Duck durchs Gelände. Teleskopstöcke helfen beim Stabilisieren. 

Eine kleine Jausenpause 

Und dann geht´s hinein in den Tiefschnee. Völlig unberührte Schneefelder tun sich vor uns auf. Hier, wo im Sommer Almen bewirtschaftet werden, herrscht im Winter totale Ruhe. Nur die mächtigen Berggipfel thronen über sanft oder schroff abfallenden Hängen. Einzelne Felsen tun sich hervor, Fichten und Lärchen drücken sich an die Abhänge. Türkisblaue Wasserfälle sind zu Eis erstarrt, wirken wie Minigletscher, die mit ihren Zungen das Weiß des Schnees zu erreichen suchen. Vereinzelte Hütten ducken sich unter dicken Schneehauben und ruhen tief im Winterschlaf. 

Wir haben inzwischen einen Laufrhythmus gefunden und stapfen entspannt durchs Gelände. Man wird ganz ruhig, Gedanken kommen und gehen. Nur das Knirschen des Schnees unter unseren Füßen ist zu hören. Wie schön ist doch die unberührte Natur! Wie angenehm und erholsam ist so ein Tag abseits der Hektik auf den Pisten. 


Wir müssen einen Bachlauf durchqueren. Geht das? Nasse Füße kann jetzt keiner gebrauchen. Es funktioniert tatsächlich. Von Stein zu Stein hangeln wir uns durch den munter dahin strömenden Bach, und schon sind wir auf der anderen Seite. Noch einmal gut gegangen! 

Es geht über den Bach

Beim Bergaufgehen finden wir in der Nähe einiger Fichten Spuren vom Schneehasen. Hier hat er sich im Schnee eine Höhle erwühlt und wohl dort übernachtet. Bis der Fuchs kam, dessen Spuren ebenfalls erkennbar sind. Hat er den Hasen gefasst? Nichts deutet darauf hin. Auch Eichhörnchen waren hier. Haben wohl Tannenzapfen gesucht. Der Ranger erweckt für uns die Spuren zum Leben. Wir lauschen gerne seinen Erklärungen. Weiter und weiter spuren wir uns durch die weiße Pracht, queren einen See und saugen uns voll mit dieser Ruhe, dieser Weite, die der Blick durchstreift. 
Allein in der Landschaft

Aber Achtung: man darf den Watschelgang nicht vernachlässigen, sonst tritt man sich auf die eigenen Schneeschuhe und stolpert. 
Inzwischen hat es angefangen zu schneien und eine zärtliche Sanftmut legt sich über die Landschaft und auch über uns. Wir sind eins geworden mit der Natur. Doch da haben wir auch schon das Ende der Wanderung erreicht. Schade, wir sind doch gerade erst losgegangen.

Geführte Schneeschuhwanderungen werden zwei Mal wöchentlich von Mitte Dezember 2003 bis Anfang April 2004 angeboten und können für Gruppen individuell gebucht werden .Übernachtungen im selbstgebauten Iglu auf Anfrage.

Vorbereitung auf eine Nacht im Iglu

Die Kosten der geführten Wanderung betragen 8 pro Person einschließlich erstklassiger Schneeschuhe, die Wanderungen gehen von 10 Uhr bis etwa 16 Uhr und sind auch gut für Kinder ab 8 Jahren geeignet.

Nähere Informationen sind erhältlich über
A 5672 Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern 100
Tel. +43 (0) 6546/40 122, Fax +43 (0) 6546/40 122-20
Über E-Mail oder den Internet-Auftritt.