Gratwanderung zwischen Kärnten und der Steiermark

Bergwanderungen um das Kärntner "Bio-Landhaus Arche"
 

 

Das Bio-Landhaus "Arche" im östlichen Kärnten - wir berichteten hier bereits über das Haus - bietet sich als idealer Ausgangsort für Bergwanderungen aller Schwierigkeitsgrade und mit weitem Rundblick über die Kärntner Landschaft an. Gestärkt durch ein kräftiges Vollwert-Frühstück kurven wir mit dem Auto die Serpentinen zur "Steiner-Hütte" hoch, einem urigen Holzhaus, das schon morgens zur Vesper einlädt. Wir aber ignorieren diese Einladung und nehmen den Weg aufwärts in den bewaldeten Hang. Nach einer kurzen "Anstandsstrecke" mutiert der Weg zum steil ansteigenden Bergpfad, der uns bis zur Baumgrenze über Wurzeln und Moos führt.

Wanderung auf dem Kamm, Wolken im Tal

Anschließend geht es auf dem offenen Hang weiter bis zum ersten Gipfel, dem Großen Sauofen (1895 m). Hier haben wir uns die erste Rast verdient und genießen dafür einen unverstellten Blick auf die dichte Wolkendecke im Tal, während wir selbst in der warmen Oktobersonne unter dem Gipfelkreuz sitzen. Weiter geht es erst abwärts zur Wolfsberger Hütte und dann wieder aufwärts zur Ladinger Spitze, mit 2079 Metern der höchste Punkt unserer Rundwanderung. Hier genießen wir einen herzerweiternden da mittlerweile wolkenfreien Rundblick auf die gesamte Berglandschaft Kärntens und der anliegenden Regionen. Von dort führt der Höhenweg immer auf dem Bergrücken zwischen zwei weiten Tälern entlang über den Gertrusk (2044) bis zum "Eisernen Kreuz" (einer Jesusfigur am Kreuz), wo wir den Bergkamm verlassen und uns in die Latschen nach Westen hinab begeben. Die Weißberger Hütte am Fuße des Skilifts lädt uns zu einer wohlverdienten Pause ein, bevor wir uns auf den Rückweg durch die bewaldeten Westhänge des gerade erwanderten Höhenrückens machen. Entgegen unserer stillen Hoffnung geht es jetzt jedoch nicht schnurstracks auf ebenen Wegen zurück zur "Steiner Hütte", sondern wir kosten jeden Einschnitt in den Berghängen aus, müssen oft hinunter steigen bis zur nächsten Bachtraverse, um uns dann wieder mühsam hochzuarbeiten. Dabei entschädigen uns jedoch immer wieder überraschende Ausblicke ins Tal und auf ferne Bergrücken sowie idyllische kleine Bergseen mit Forellen, die zum Bade laden, wäre es nicht später Oktober....

Nach sechseinhalb Stunden erreichen wir schließlich wieder unseren Ausgangspunkt an der "Steiner Hütte", dankbar für blasenfreie Füße und einen "goldenen" Oktobertag. Die Wanderung wurde uns zwar mit einer geschätzten Dauer von dreieinhalb bis vier Stunden schmackhaft gemacht, aber das war gut so. Hätten wir nämlich die wirklich benötigte Zeit von vornherein gewusst, hätten wir auf diese Wanderung sicherlich verzichtet und wären dadurch um ein einmaliges Wandererlebnis gekommen.



Blick über St. Oswald ins Tal

Am darauf folgenden Tag entdecken wir noch eine Kurzwanderung für müde Wandererbeine: von der "Arche" geht es wenige hundert Meter die wenig befahrene Straße hinauf, dann hinab in den Wald bis zur "Gnadenquelle", einer kleinen Quelle, der von Einheimischen magische, vor allem heilende, Kräfte nachgesagt werden. Trinkgefäße, kleine Devotionalien und sogar eine Spendenkasse rahmen die Quelle ein, an der wir unseren Wasservorrat ergänzen. Durch den Wald und etwas unkonventionell durch Wiesen und Felder geht es über den kleinen Ort St. Oswald zurück zum "Bio-Landhaus Arche". Wer lange nicht gewandert ist oder sich nicht soviel zutraut, kann die Bergwanderungen mit dieser Variante beginnen, sollte sich aber im Gegensatz zu den Verfassern beim Rückweg an die offiziellen Wege halten. Denn, wenn man sich nicht über Zäune und durch sumpfige Wiesen quälen muss sondern sich auf festen Wegen bewegt, kann man wesentlich besser den Blick in die weite Landschaft unterhalb der "Arche" und der Wanderwege am Hang genießen.

 

Weitere Informationen:

Internet: www.bio.arche.hotel.at

E-Mail: bio.arche@hotel.at