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Karte
von Argentinien (zum Vergrößern bitte anklicken)
Südamerika - und speziell
Argentinien - liegt nicht unbedingt im Fokus des typischen
deutschen Urlaubers. Zwar geht dem Land der Gauchos und des
Tangos nicht der Ruf der Kriminalität wie den großen
Hafenorten Brasiliens voraus, aber die Wirtschaftskrise vor
einigen Jahren und das Fehlen typischer touristischer Ziele
- seien es Strände, seien es alte Kulturdenkmäler - haben
das Land ein wenig in den Hintergrund gerückt. Doch
Argentinien bietet dem europäischen Besucher durchaus
Attraktionen, die den langen Flug von über 16 Stunden
erträglich machen. Außerdem kann man eben diese
Attraktionen noch ohne den Ansturm fotografierwütiger, in
Massen zu bestimmten "Locations" anströmenden
Besucher genießen. Wer weiß, wie lange noch.....
Karte
von Argentinien (zum Vergrößern bitte anklicken)
Nähert man sich
Argentinien per Flugzeug von Norden, so beeindruckt nach dem
Ende des brasilianischen Regenwaldes zuerst eine weite
Seenplatte in Uruguay, die eher an Finnland erinnert, würde
da nicht der Wald fehlen. Etwas später breitet sich unter der
langsam absinkenden Maschine das Flussdelta des Rio de la
Plata aus. Dessen Wasser schimmert nicht blau, sondern eher
gelblich-braun, da der von Nordwesten heran fließende Parana
dort seinen Sand abgelegt hat und die Wassertiefe unter zehn
Metern liegt. Auf der Höhe von Buenos Aires dehnt sich das
Delta soweit aus, dass man mit bloßem Auge die gegenüber
liegende Küste von Uruguay nicht erkennen kann. Nur nachts
sendet Montevideo von ferne seinen Lichterschein herüber.
Buenos Aires liegt zwar direkt am La Plata, ist aber dennoch
kein Badeort, und auch die benachbarten, kleineren Orte
eignen sich dafür nicht, da der Großraum Buenos Aires mit
über 12 Millionen Einwohnern - ein Drittel der
Gesamtbevölkerung von Argentinien - seine Abwässer immer
noch größtenteils in das flache Flussdelta abführt. Erst
400 km weiter südöstlich bietet Mar del Plata an der
Atlantikküste den Besuchern Strandfreuden.
Das
Regierungsgebäude in Buenos Aires(Zoom)
Europäer sollten
Argentinien im Oktober besuchen. Vorher ist es in Buenos
Aires und weiter südlich noch empfindlich kühl, ab
November wird es schnell heiß und schwül. Im
Oktober jedoch herrschen frühlingshafte Temperaturen,
mal ist es etwas kühl, mal schon recht warm, und die
Natur fängt gerade an, aus dem Winterschlaf zu erwachen.
Buenos Aires selbst ist natürlich für jeden Gast ein
"Muss", allein schon wegen der Größe. Der
Kern der Stadt - "Downtown" - mutet
europäisch an und man trifft nur wenig historische
Bauten. Das mag daran liegen, dass dort keine so
intensive Kolonisierung wie in Mittelamerika stattfand,
einerseits wegen der Entfernung, andererseits wegen
geringerer Beuteaussichten. Zwar gab es landeinwärts
Silberminen - daher "La Plata" -, diese gaben
jedoch bei weitem nicht soviel her wie die Goldschätze
der Inkas und Mayas weiter nördlich. So konnte sich die
Kolonie am La Plata relativ ruhig entwickeln, und
sakrale wie weltliche Prachtbauten hielten sich in
Grenzen. Einige ältere Kirchen gehören dazu, das -
später entstandene - "Theatro Colon" sowie
verschiedene Regierungsgebäude. Die meisten
historischen Bauten entstanden jedoch erst nach der
Unabhängigkeit Argentiniens Anfang des 19.
Jahrhunderts.
Kneipenleben
im Stadtteil Boca (Zoom)
Eine Besonderheit von
Buenos Aires ist die Avenida 9 de Julio, die sage und
schreibe 12 Spuren umfasst und sich wie eine
Hauptschlagader durch die Stadt zieht. Diese teils auf
großen Stützen sich über Wohngebiete erstreckende
Straße entstand zu Zeiten der Militärjunta, wohl um im
Fall des Falles einen schnellen Aufmarsch zu
ermöglichen. Die Fahrspuren dienen jedoch in Buenos
Aires eher - bisher nicht genau identifizierten -
ästhetischen Zwecken, denn die Autofahrer machen daraus
je nach Bedarf fünfzehn bis sechzehn Spuren. Ein
argentinischer Autofahrer sucht immer nach einer Lücke
zwischen zwei Wagen vor ihm und nutzt jede Wagenbreite
Freiraum, die sich ihm öffnet. Viele fahren deshalb
praktischerweise gleich auf statt zwischen den
Spurmarkierungen. Wer hier als Europäer am Steuer
vorankommen und überleben will, passt sich dieser
Fahrweise schnell an.
Ohne unseren fließend
Spanisch, Englisch und sogar Deutsch sprechenden und
nicht unbedingt preiswerten Fremdenführer, der uns
durch ganz Argentinien begleitete, hätten wir
auch das "Café Tortoni" nicht kennen gelernt.
Das in einer Seitenstraße der "9. Julio"
gelegene alt-ehrwürdige Haus sollte man unbedingt
besuchen. Der durchgehend in dunklem Holz getäfelte
große Raum strahlt die Atmosphäre des späten 19. und
frühen 20. Jahrhunderts aus, etliche historische Fotos
und Originalgemälde an den Wänden geben den Augen und
der Fantasie des Besuchers viel Stoff. Der hervorragende
Kuchen und der heiße Kaffee runden diesen Besuch
würdig ab.
Das
Grab von Eva Peron (Zoom)
In Buenos Aires sollte man
auf jeden Fall den alten Friedhof besuchen, der - in der
Nähe des Hafens gelegen - wie eine kleine Stadt aus
Mausoleen wirkt. Jede einigermaßen betuchte Familie hat
sich hier im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte eine
ewige Bleibe geschaffen, und das bekannteste der Gräber
ist das der Eva Peron. Weiter sollte man einen Abstecher
in den Stadtteil Boca wagen, der bei aller
Buntheit der Häuser und dem regen Straßenleben die
Armut und auch die sozialen Spannungen ausdrückt. Hier
herrscht kein gelecktes touristisches Treiben und
Besucher sollten ihre Wertsachen hier immer in guter
Verwahrung halten. Dennoch - oder gerade deswegen -
strahlt dieser Stadtteil, in dem auch das berühmte
Stadion der "Boca Juniors" liegt, eine gewisse
Authentizität aus.
Tangotänzer
in San Telmo (Zoom)
Ähnlich, aber bereits etwas
touristischer, sieht es in San Telmo aus,
in dem unzählige Läden ein vielfältiges Angebot nicht
nur für Touristen bereit halten. Hier suchen auch die
"Eingeborenen" nach Schnäppchen, und auf den
kleinen Plätzen tanzen professionelle Pärchen den
"Tango Argentino" gegen klingende Münze.
Diese Tango-Pärchen sind natürlich ein Teil der
touristischen Folklore, bewahren jedoch aufgrund des
überwiegend lokalen oder regionalen Publikums eine
gewisse Ursprünglichkeit. Noch ist hier der große
Touristenrausch nicht ausgebrochen.
Der Ortsteil Palermo
strahlt eher - wie der Name es schon ausdrückt -
italienisches Ambiente aus. Hier haben sich im 19.
Jahrhundert italienische Auswanderer in ein- und
zweistöckigen Häusern niedergelassen, so dass das
ganze - im Herzen der Stadt gelegene - Viertel eine eher
kleinstädtische Atmosphäre ausstrahlt. Hier haben die
lokalen Mode-Designer ihr Revier, bei denen man
Eigenkreationen oder bekannte argentinische Marken zu
günstigen Preisen erstehen kann. Später setzt man sich
bei einem "Café con leche" in ein kleines
Straßencafé und genießt die entspannte Atmosphäre.
Fahrt
durch die Kanäle bei Tigre (Zoom)
Folgt man der
Küstenstraße nach Nordwesten, so gelangt man
schließlich nach Tigre, einem kleinen Urlaubsort, der
das Ende des offenen Flussdeltas und den Beginn des
Kanalsystems markiert. Hier sind die über Millionen
angesammelten Schwemmsände zu festem Land geworden, das
sich wie eine breite, grüne Marsch über fast die
gesamte Breite des Deltas erstreckt. Unzählige
natürliche Kanäle, vom Fluss Parana über
Hunderttausende von Jahren geschaffen, ziehen sich durch
diese Marschlandschaft, auf der betuchtere Bewohner von
Buenos Aires ihre Landsitze gebaut haben. Mit einem
Ausflugsboot gleitet man durch die stillen Kanäle,
Boote dümpeln in der Hecksee am Steg, schwer beladene
Versorgungsboot liefern den täglichen Bedarf an die
Bewohner der recht rustikalen
"Wasserschlösschen", die ein buntes Gemisch
aus Baustilen darstellen. Hin und wieder liegen links
und rechts verrostete Schiffe am Ufer und erwarten ihren
langsamen Untergang im Schlick des Grundes. Hier
verschrottet man Schiffe nicht, man lässt sie von
selbst langsam sterben.
Die
Wasserfälle von Iguacu aus der Luft (Zoom)
Nach einigen Tagen wird
jedoch der Großstadtlärm etwas lästig, und die
wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind
erforscht. Nun gilt es, auch das weitere Umland zu
entdecken. Da bieten sich vor allem die Wasserfälle von
Iguacu an, die zusammen mit den Fällen des Victoriasees
in Afrika zu den größten Fällen der Welt gehören.
Die Niagara-Fälle nehmen sich dagegen bescheiden aus.
Die Fälle liegen an der Grenze zu Brasilien, und
angesichts der Ausdehnung Argentiniens nimmt man
vernünftigerweise das Flugzeug, das eineinhalb Stunden
bis zu dieser Naturattraktion mitten im nordöstlichen
Urwald benötigt. Eigens zu diesem Zweck hat man den
Flughafen Iguacu gebaut, von dem es noch etwas 20
Minuten zu den Fällen sind. Bei nun wesentlich
tropischeren Temperaturen geht es an die Erkundung
dieses Naturschauspiels. Dazu muss man wissen, dass die
Fälle je zur Hälfte zu Argentinien und Brasilien
gehören und von beiden Seiten aus zugänglich sind. Wir
hatten uns für die brasilianische Seite entschieden,
was kein Problem darstellt, da der Grenzübergang für
Touristen formlos erfolgt. Wer die Wasserfälle hautnah
erleben möchte, sollte sich ihnen zuerst auf dem Wasser
nähern. Dazu stehen motorgetriebene Schlauchboote für
etwa jeweils 10 bis 15 Personen zur Verfügung, die man
etwa eine Meile unterhalb der Fälle besteigt und die
dann mit hoher Fahrt durch die Stromschnellen des
talwärts schießenden Wassers auf die Fälle
zupreschen. Bald schon erheben sich links und rechts
voraus die weißen Wände des Wassers, nur durch einige
dunkle Streifen des Bewuchses und der Felsen
unterbrochen. Dann steigert sich auch deutlich das
Rauschen und wandelt sich langsam aber stetig zum
Donnern.
Die
Wasserfälle vom Boot ....... (Zoom)
Die Bootsführer erheitern - oder
erschrecken, je
nach Verfassung der Bootsinsassen - die Gäste durch ein paar scharfe
Kurven und steuern dann direkt auf die fallenden
Wassermassen zu, bis ein dichter Sprühregen das ganze
Boot einhüllt. Kreischen der Bootsgäste ist
obligatorisch, vor allem, wenn das Boot mitten in der
sprühenden Gischt hart wendet. Nach mehreren solchen -
zwar spektakulären aber völlig ungefährlichen -
Manövern geht es mit hoher Fahrt im Zickzackkurs und
hoher Fahrt durch die Stromschnellen flussabwärts, und
langsam verschwinden die Wasserfälle hinter uns. Der
Eindruck bleibt aber noch lange haften, und manche
kaufen sich sogar für 35 US$ (!) das von der Besatzung
aufgenommene Video auf DVD....
.....und
vom Wanderweg aus gesehen (Zoom)
Anschließend sollte man
zur Ergänzung den Weg entlang des Ufers vom Parkplatz
bis zur Abbruchkante des Wasserfalls entlanglaufen.
Immer wieder eröffnen sich auf diesem auf und ab
führenden Weg beeindruckende Ausblicke auf die in
breiter Front niederstürzenden Wassermassen. Sowohl auf
der brasilianischen wie auf der argentinischen Seite
führen Brücken über die Abbruchkante der Fälle bis
weit hinaus in deren Mitte. Eingehüllt vom
aufsteigenden Sprühwasser kann man von hier aus über
das fallende Wasser in die Tiefe schauen. Stundenlang
könnte man dort ausharren, aber irgendwann ist man zu
durchnässt und kehrt doch ins Trockene zurück.
Ein
farbenprächtiger Schmetterling im Regenwald (Zoom)
Doch nicht nur stürzende
Wassermassen kann man hier bestaunen, sondern auf einer
mehrstündigen Dschungeltour auch einen Eindruck vom
Regenwald gewinnen. Unter der Anleitung eines
ortskundigen Führers wandert man auf einem
unbefestigten, naturbelassenen Wanderweg durch den
morgendlichen Dschungel und lernt dessen Geräusche
sowie Fauna und Flora kennen. Allerdings halten sich die
Tiere - sogar Geparden und Panther gibt es hier - tief
im Wald auf und lassen sich nicht blicken. Einmal sieht
man einen "Cappucino"-Affen - wegen der
braunweißen Farbe so genannt - sich von Ast zu Ast
schwingen, ansonsten prägen Vögel und farbenfrohe
Schmetterlinge das Waldleben. Am Ende der Wanderung geht
es wieder auf ein Boot, das uns ein Stück auf den Fluss
etwa 4-5 km oberhalb der Fälle hinausfährt, wo wir in
Kajaks umsteigen und die kleinen Inseln auf dem Fluss
selbst erkunden. Allerdings ist das Kajakfahren in
dieser starken Strömung gar nicht so einfach.
Ein
Alligator beim Sonnenbad (Zoom)
Auf der
Rückfahrt mit dem Motorboot kann man dann nahe am Ufer
noch schläfrige Alligatoren auf Baumstämmen bewundern,
so man sie von ihrer Umgebung unterscheiden kann.
Die Behörden beider
Länder haben das Gebiet um die Wasserfälle zu einem
Naturpark von etwa 180.000 qkm Größe erklärt, den
jahrzehntelangen Kahlschlag gestoppt und den Regenwald
sogar wieder aufgeforstet. Leider kann das die
Brandrodungen andernorts in Brasilien nicht stoppen......
Ein
trockenes Flussbett auf der Fahrt nach Cachi (Zoom)
Nach vier Tagen im
feucht-warmen Regenwald-Klima zieht es uns wieder in
kühlere Gefilde. Nach einem nur zweistündigen
Zwischenstopp in Buenos Aires geht es mit der nächsten
Maschine nach Salta im äußersten Nordwesten
Argentiniens, an den Fuß der Anden. Von unserem etwas
höher gelegenen Hotel genießen wir am ersten Morgen
einen weiten Rundblick über die Stadt und die nach
Süden flacher werdenden Ausläufer der Anden. Da die
Gegend um Salta selbst nicht allzu viel hergibt - Tourismus wird hier noch klein geschrieben -, mieten wir
uns ein Auto und begeben uns in die Bergwelt
nordwestlich von Salta. Unser erstes Ziel lautet Cachi, ein einsamer
kleiner Ort hoch in den Bergen westlich von Salta, der
über eine lange, staubige Schotterpiste zu erreichen
ist. Die Stoßdämpfer unseres Mietwagens bedanken sich
noch heute für diesen Ausflug. Doch die
landschaftlichen Eindrücke entschädigen uns mehr als
genug für die ein wenig unbequeme Fahrt. Nach Verlassen
der asphaltierten Landstraße schlängelt sich die
Straße an den Hängen eines weiten Flusstales dahin, in
dem im Oktober nur ein mittiges Rinnsal fließt und in
dem einzelne Pferde zwischen dem Geröll nach Gras
suchen. Angesichts des Flussbettes kann man sich jedoch
vorstellen, wie das Wasser in der Regenzeit hier
herunter donnert.
Es
geht aufwärts durch das Gebirgsmassiv (Zoom)
ald schon schraubt sich die Straße
immer weiter hoch, und die Bergmassive links und rechts
nehmen die unterschiedlichsten Färbungen an. Die eng
gestaffelte geologische Schichtung aus verschiedenen
Sandsteinen zeigt sich aufgrund der Hochfaltung bei der
Bildung des Gebirges als farbig schimmerndes Kaleidoskop
an den Hängen. Auch die Gräser haben hier andere
Farben, und die Natur präsentiert sich in einem
vollständig anderen Kleid als europäische
Gebirgsmassive.
Ein
einsame "Raststätte" am Wegesrand (Zoom)
Hin und wieder unterbricht eine sehr
einfache Restauration - Holzhütte mit Cola - den puren
Landschaftseindruck und schweigsame Indios servieren
Kleinigkeiten. Nach zwei Stunden haben wir uns auf die
Passhöhe von über 3.000 Metern hochgeschraubt und
sehen vor uns eine fast endlose Hochebene mit
Kakteenwäldern. Dahinter geht es in engen Kurven durch
einen felsigen Höhenzug, der an die einschlägigen
Hohlweg-Fallen der alten Westernfilme erinnert. Doch wir
kommen heil durch und landen endlich in Cachi, das -
natürlich - in einer grünen Oase liegt. Ortsbummel in
dem von der Welt fast vergessenen Dorf und Mittagessen
nehmen nicht viel Zeit in Anspruch, weil die Rückfahrt
wieder drei bis vier Stunden in Anspruch nehmen wird und
wir nicht zu lange in der Dunkelheit fahren wollen. Zwar
zeigt sich die Landschaft auf der Rückfahrt noch einmal
von einer anderen, genauso reizvollen Perspektive, aber
die Anstrengung der langen Autofahrt hat ihre Wirkung
auf uns nicht verfehlt.
Unser
sprachgewandter argentinischer Führer (l.) (Zoom)
Am nächsten Tage folgt
dann die Tour nach Norden, vorbei an San Salvador de
Jujuy, Tilcara bis nach Humuahuaca, einem alten
Indio-Ort am Ende der Quebrada, einem weiteren Flussbett
mit imponierenden Ausmaßen, das man in der Regenzeit
zwar gerne einmal sehen aber nicht unbedingt erleben
möchte. Auf der Hinfahrt leisten wir uns einen kurzen
Abstecher nach Purmamarca, einem kleinen Ort mit einem
besonders farbenfreudigen Felsmassiv im Rücken. Der
saubere, durchaus einladende kleine Ort genießt
offensichtlich die Früchte seiner Felsen-Attraktion und
bietet neben einer gepflegten Bebauung auch schmucke
kleine Restaurants und einen großen Markt, auf denen
die einheimischen Indios vor allem wollene Textilien
anbieten. Humahuaca, der Endpunkt unseres Ausflugs,
lockt eher wegen der Anreise und seiner ebenfalls
isolierten Lage nicht weit von der bolivianischen
Grenze, der Ort selbst wirkt eher etwas einfach und
lockt offensichtlich nicht so viele Touristen an. Das
macht ihn auf der anderen Seite sympathisch, doch wir
wollen uns hier nicht über die authentische Seite der
Armut auslassen...
Salzsee
auf 4000 Metern Höhe (Zoom)
Und wenn man schon einmal
diese Quebrada hin und zurück gefahren ist, das sollte
man auch den Abstecher zu den Salzseen nicht verpassen.
Doch Vorsicht: auf der Straßenkarte führt eine leicht
gewundene Straße von Purmamarca zu diesen Seen, in
Wirklichkeit ist es eine Passstraße, die es mit ihren
ewigen Serpentinen in sich hat und uns schließlich auf
sage und schreibe 4.200 Meter Passhöhe führt, bevor
sie sich sanft absenkt zu den beiden großen Salzseen.
Und über diesem Hochplateau erheben sich ringsum noch
die Gipfel der Sechstausender. Leuten mit
Kreislaufproblemen sei geraten, sich viel Zeit für die
Auffahrt zu nehmen, weil sonst ähnliche Problem wie beim
schnellen Auftauchen aus tiefem Wasser auftreten
können. Allerdings sorgen für diese Verlangsamung
schon die vielen Spitzkehren und der Lasterverkehr von
und nach Chile. Auf den Salzseen bläst ein eisiger
Wind, und dennoch laufen hier die Arbeiter alle tief
vermummt herum. Erst langsam wird uns klar, dass sie das
nicht wegen des Windes sondern wegen der Sonne tun, die
hier oben eine gewaltige Macht ausübt.
Glücklicherweise verweilen wir hier nicht so lange, um
uns einen Sonnenbrand zu holen, sondern machen uns auf,
um noch rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit all die
Haarnadelkurven hinter uns zu bringen.
Die
abendliche Altstadt von Salta (Zoom)
ls wir endlich
wieder in Salta eintreffen, wissen wir, was wir getan
haben, und genießen den subtropisch warmen Abend in der
hübschen Altstadt von Salta, die von spanischen Bauten
geprägt ist. Natürlich isst man in Argentinien
Rindfleisch, auch wenn es uns zunehmend fleischarm
essenden Deutsche anfangs etwas schwer fällt, täglich
Fleisch zu essen. Hier jedoch gehört es einfach dazu.
Fasten kann man dann wieder in Deutschland, vor allem,
da es dort bzw. hier - sowieso viel teurer ist. Der
letzte Tag dient dann dem unangestrengten Herumstreifen
in der näheren Umgebung - das lange Autofahren ist uns
jetzt verleidet - und dem Entspannen im Hotelpool.
Am nächsten Tag geht es
zurück nach Buenos Aires. Dort genießen wir den
letzten Tag unseres Aufenthalts ohne großes Programm
und verbringen den Abend im "angesagten"
Kneipenviertel der Stadt, ehe es am nächsten Morgen
zurück nach Deutschland geht.
Frank Raudszus
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