Golf à la Louis XIV.

Der Golfplatz "La Cordelière" in den Wäldern südlich von Troyes
 

Wer in die Einfahrt zum Golfplatz "La Cordelière" einschwenkt, fühlt sich ein wenig wie am  Hof des Sonnenkönigs: hinter einem weiten Rasen-Vorplatz, der situationsbedingt als Putting-Green dient, erhebt sich ein veritables, dreistöckiges Schloss, das die Clubräume aufnimmt. Links und rechts vom Putting Green blicken weibliche Statuen zum Schlossportal, und die ehemaligen Ställe links und rechts der geschwungenen Schlossmauer an der Einfahrt nehmen die Gerätschaften des Clubs auf. Aus dieser Perspektive zeigt sich die Anlage - 18 Löcher und eine Driving Range - selbst noch nicht, und so wendet der Gast sich erst einmal zum Schloss, um sich anzumelden. Das Interieur ist weit gehend stilecht erhalten geblieben und verströmt eine Atmosphäre gediegener Eleganz. Hohe Räume, dunkles Holz und alte Bilder prägen das Innere des Schlosses. 

 

Die "Auffahrt" zum Club-"Schloss"

 

Die Rückansicht des Clubhauses über die "Greens"

Das intime Restaurant und die edle Bar lassen auf eine gehobene aber begrenzte Klientel schließen. "Greenfee-Spieler" sind hier sicher nicht der Normalfall aber gern gesehene Gäste, und so fühlt man sich, wenn man die Anlage betritt, auch als Vorzugsgast. Hinter dem Schloss neigen sich drei lange Bahnen einer fernen, bewaldeten Senke zu. Hier beginnt und endet der "Parcours", wie die Franzosen einen Golfplatz nennen. Die Fairways sind in hervorragendem Zustand, selbst im Hochsommer läuft man über dichtes, weiches Gras, das auch einmal kleinere Fehler verzeiht. Am Ende von Loch 1 (Par 5), umgibt ein verschilftes Wasser das Green und schlängelt sich mit seinen Ausläufern über mehrere Löcher. Hier spielt man entweder kurze Löcher, die links und rechts von alten Bäumen umstanden sind, oder lange Löcher - Par 4 oder 5 -, die sich wieder zum Schloss hin öffnen. Die Greens sind weitläufig, schnell, da sehr kurz gemäht und nicht immer einfach, da bisweilen mit erheblicher Neigung versehen.

 

Blick über ein Wasser-Hindernis

Wie die großen Gärten der französischen Schlösser ist auch diese Anlage auf das Schloss ausgerichtet und eröffnet daher immer wieder beeindruckende Ausblicke auf dieses. Insgesamt lebt die Anlage von ihren langen Löchern, breiten Fairways und einer parkartigen Landschaft, die Lust macht, nach dem 18. Loch gerade wieder bei Loch 1 anzufangen. Alternativ dazu kann man jedoch auch an der Bar bei einem Glas Champagner aus der Region die verpassten Pars und Birdies Revue passieren lassen und anschließend den Tag bei einem französischen Diner beenden. Dann hat man einen Tag lang "wie Gott in Frankreich" gelebt.
 
Die Anfahrt erfolgt von Troyes aus über den kleinen Ort Chaource, aus dem übrigens auch der Käse gleichen Namens stammt. Schon in Chaource sieht man die Hinweise auf den Golfplatz, den man wenige Kilometer hinter dem Ort gar nicht verfehlen kann. Golfer, die auf einer Urlaubsreise durch die südliche Champagne kommen und ihre Golfausrüstung dabei haben - wer hat das nicht -, sollten sich diesen Golfplatz nicht entgehen lassen.
 
Weitere Informationen unter golfcordeliere@wanaqdoo.fr