| Café am Putting-Green |
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Sporthotel "Furtner" am Golfplatz von Pertisau |
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Die Strecke von Gai zum Achensee zieht sich etwas in die Länge, aber dank gutem Wetter - wenigstens über lange Strecken der Reise - und einer guten CD vergeht die Zeit wie im Fluge. Am Achensee wollen wir in Furtners Sporthotel eine besondere Kombination von Golf und Gastronomie kennen lernen.
Im Jahre 1934 gab es in Österreich drei oder vier Golfplätze: in Wien - natürlich -. in Ischgl - ebenso - und in Pertisau am Achensee. Man fragt sich natürlich, warum gerade in diesem kleinen Ort in Tirol schon so früh der Golfsport betrieben wurde, doch Manfred Furtner, Inhaber des gleichnamigen Sporthotels, klärt uns über die Hintergründe auf. Wie beim Skisport waren mal wieder die Engländer die Initiatoren. Ihre Begeisterung für Berge und Bälle hinterließ schließlich auch in dem kleinen Ort am Achensee ihre Spuren, und so entstand bereits lange vor dem zweiten Weltkrieg auf einer Seehöhe von 950 Metern der Golfplatz in Pertisau. Lange Zeit bot er Golf-Spielern nur 9 Löcher, in den 90er Jahren wurde daraus zuerst ein "Doppel-Neuner" mit zwei Abschlägen und zwei Greens pro Fairway, dann jedoch hat man den Platz vollständig auf 18 Löcher mit Par 71 und einer Spiellänge von 5624 m (Herren) bzw. 5272 m (Damen) erweitert.
Die Familie Furtner gründete im Jahre 1972 ihren eigenen gastronomischen Betrieb, das "Sporthotel Furtner", und sowohl die oben beschriebene, besondere Golf-Tradition des Ortes wie auch die Golf-Leidenschaft von Mutter und Sohn Furtner - beide sind "einstellige Handicapper" - führten dazu, dass sie den Golf-Sport in das Hotel integrierten. Bereits die Adresse des Hotels, "Am Golfplatz 3a", ist Programm, wobei die niedrige Hausnummer auf die Nähe zum Platz hinweist. Und so benötigt man vom Furtner nur wenige Minuten zum Abschlag von Loch 1, der - ebenso wie Loch 18 - mitten im bebauten Areal des Ortes liegt. Doch das hat Manfred Furtner nicht ausgereicht, um Golf-Süchtige nach Pertisau zu locken. Unmittelbar an der Terrasse des Hotels hat er ein ein Putting-Green eingerichtet und - etwas entfernt - auch einen Pitching-Übungsbereich. So kann man beim nachmittäglichen Kaffeetrinken in der Frühjahrs- oder Herbstsonne - in diesen Sommern dürfte es dazu vielleicht zu heiß sein - eine kleine Übungsrunde mit dem Putter einlegen, denn Golfer wissen: die Punkte macht (und verliert) man auf dem Green! Die Furtnersche "Golfzone" geht nahtlos in den Bereich des öffentlichen Golfplatzes über, doch Nicht-Golfer brauchen keine Querschläger zu befürchten, denn auf den nötigen Abstand hat man durchaus geachtet und ausreichend Grünfläche ("Rough") zwischen Fairway und Hotel-Areal belassen.
Gäste des Sporthotels erhalten nicht nur 20% Nachlass auf das Greenfee, sondern ihnen steht auch eine umfangreiche Liste von Angeboten des Hauses offen: Golfwochen - einschließlich Halbpension und Greenfees für 895 €, Strategie-Kurse zur Verbesserung des Handicaps, 3-tägige "VIP-Kurse" für Eilige - jeweils mit 7 Tagen Halbpension (705 - 831 €), sowie stressfreie "Lebensfreude Golfwochen" (761-811 €). Man sieht also, jeder Spielertyp findet hier das passende Angebot, vom Hobbyspieler bis zum ambitionierten Turnierspieler. Die Zubereitung der Mahlzeiten überwacht Manfred Furtner höchstpersönlich, um auch hier im "einstelligen Handicapbereich" zu bleiben, und die Saunalandschaft im Keller schließlich entschädigt für kalte oder regnerische Tage, die es auch hier von Zeit zu Zeit gibt. Der Morgen der geplanten Platzbegehung ist ein solcher Tag, und um 11 Uhr entscheiden wir uns bei strömendem Regen, wenigstens vom Golfwagen aus einen Eindruck von dem Platz zu gewinnen. Doch bereits bei Loch 4 reißt plötzlich die tief hängende Bewölkung auf, der Regen versiegt und sogar die Sonne kommt zögernd durch. Umkehren und die Golfbags ergreifen ist eins! Diesmal jedoch wollen wir den Platz auf eigenen Beinen erkunden und nicht vom bequemen Wagen aus. Wie bereits erwähnt, beginnt Loch 1 (Par 4) unmittelbar im Ort, das Green liegt neben der Zugangsstraße zu den Hotels. Dann geht es über die Straße in den "Hauptteil" des Platzes, der sich vom ersten Augenblick an wie ein weitläufiger Kurpark präsentiert. Vor allem nach dem regen der letzten Tagen strahlen die Fairways ein sattes Grün aus, der Boden unter den Füßen fühlt sich wie ein dicker Teppich an, und das Grass ist von einer Dichte, die das Spiel zur wahren Freude macht. Die Löcher 2 bis 4 gruppieren sich um einen idyllischen Weiher herum, den man permanent im Auge behalten muss.
Das Loch 4 - ein langes, abschüssiges Par 5, verläuft zusätzlich zu einem breiten Flussbett, das jetzt im Sommer seinen steinigen Grund zeigt, zu anderen Jahreszeiten aber wildes Wasser enthalten kann. Über dieses Wasser muss man am Ende des Fairways aufs Grün spielen. Die weiteren Löcher bis zur 15 ziehen sich auf dieser Seite des Flussbetts entweder hoch ins Tal oder wieder hinunter, wobei immer wieder hohe Bäume und Waldstücke die Fairways links und rechts begrenzen. Ringsum umgeben die hohen und schroffen des Felsen des bis zu 2000 Meter hohen "Alpenparks Karwendel" das Tal und sorgen für eine fast märchenhafte Atmosphäre. An diesem Tage tun die frischen Fairways und die schnell zunehmende Bläue des Himmels ein Übriges, um diesen Eindruck zu verstärken. Loch 10 bietet durch seinen von vorspringenden Waldecken verursachten Zickzack-Verlauf einige Schwierigkeiten, da der Ball leicht einmal in einer dieser vorspringenden Baumgruppen landen kann, und bei Loch 16 schließlich muss man sich bereits beim Abschlag entscheiden, ob man die 150 Meter bis zum Flussbett - plus 15 Meter Flussbreite - mit einem Schlag überwinden will oder lieber vorlegt. Wir legen lieber vor. Loch 17 führt dann durch Wiesen mit Obstbäumen - direkt vor dem Grün! - hinab zur Straße und Loch 18 - wieder ein Par 3 - wieder an den Ausgangspunkt im Ort. Auch wenn die eigene Erfahrung bezüglich Golfplätzen noch beschränkt ist - und wer kennt schon alle Golfplätze nur in Österreich (ca. 125)! -, zählen wir diesen Platzt zu den schönsten, einerseits wegen der weiten und baumumstandenen Fairways, andererseits wegen des immer wieder atemberaubenden Blicks auf die umstehenden Felswände des Karwendel-Gebirges. Auch hier gilt die Warnung aus Weitra: lassen Sie sich beim Abschlag nicht vom Panoramablick ablenken. Nach dem Schlag ist auch noch Zeit zum Umherschauen. Unsere persönliche Abmachung mit dem Wettergott bewährt sich an diesem Tage auf wahrhaft erstaunliche Weise: kaum haben wir nach Abschluss der Runde die Golfbags im Auto verstaut und die Schuhe gewechselt, stürzt der Regen wieder in wahren Strömen vom Himmel. Uns kann das jedoch nicht stören, weil der regen glücklicherweise nicht bis in die Sauna-Landschaft des Sporthotels Furtner reicht. Frank Raudszus |
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