Der Blick auf Cordobas Zinnen...

 

 

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Das Parador-Hotel "Real de la Alhambra" in Granada


An Granada führt für Andalusien-Reisende kein Weg vorbei. Zu hell und weit strahlt der Glanz der "Alhambra", als dass man diese Stadt auslassen könnte. Als der letzte maurische Kalif Ende des 15. Jahrhunderts dem militärischen Druck der Christen weichen musste und Granada kampflos (!) übergab, um die Alhambra nicht zu zerstören, soll er auf einem Hügel südlich der Stadt in Tränen ausgebrochen sein, dessen Namen noch heute an diesen Gefühlsausbruch erinnert. Besucher Granadas sollten sich die Alhambra jedoch zuerst von außen zu Gemüte führen, was sich angesichts der Schwierigkeit, Karten für die Besichtigung zu bekommen, sozusagen anbietet. Dazu besteigt man am besten die kleine Anhöhe im alten maurischen Viertel westlich und genau gegenüber der Alhambra. Von der "Placeta de St. Nicholas" hat man einen hervorragenden Blick auf die gesamte Palast- und Befestigungsanlage auf der Anhöhe gegenüber. An einem sonnigen Tage sollte man diesen Ort zur Zeit des Sonnenuntergangs aufsuchen, weil dann die Alhambra im Glanz der Abendsonne unterhalb der schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada erleuchtet. EIn geradezu spektakulärer Anblick, der natürlich Gegenstand tausender Postkarten, Poster und Privatfotos ist.

Der Innenhof des Parador "Real de la Alhambra"

Der Innenhof des Parador "Real de la Alhambra"

Wer im Parador-Hotel "Real de la Alhambra" absteigt, hat es einfacher mit dem Zutritt zur Alhambra, da das Hotel über eigene Kontigente verfügt. Doch dafür ist eine möglichst frühzeitige Buchung, empfohlen wird ein halbes Jahr, dringend notwenig, da die Zimmerzahl des ehemaligen Klosters begrenzt und die Nachfrage groß ist. Das Hotel zeichnet sich durch extravagante Zimmer und eine - wie bei fast allen Paradores - gelungene Restauration des alten Gebäudes aus. Ein schattiger Innenhof mit einem Brunnen in der Mitte, einem ringsum laufenden, schwerelos wirkenden Säulengang und großen, kunstvoll verzierten Rundbogenfenstern im ersten Stock prägen das Haus, das sich von außen im rustikalen Klosterstil mit Glockenturm präsentiert. Von den Zimmern schaut man auf ausgegrabene teile der alten Medina und anschließende Gärten.



Wasserbecken im Palast der NasridenWasserbecken im Palast der Nasriden

Nur wenige Meter unterhalb des Hotels erstrecken sich die Paläste und Befestigungsanlagen der maurischen Nasriden-Könige. Es ist hier nicht der Platz für eine eingehende Beschreibung der Alhambra. Vor allem maßt sich der Berichterstatter nicht an, hierüber kompetente, nicht nur kurzfristig angelesene Informationen zu vermitteln. Soviel kann man jedoch sagen: allein der alte maurische Palast, herzstück der Alhambra, ist bereits eine Reise nach Spanien (und nach Granada) wert. Leichtigkeit, Liebenswürdigkeit und Luxus der Palastanlagen mit ihren schmalen, scheinbar nicht für ihren eigentlichen Zweck geeigneten Säulen, mit ihren detaillierten und fein gezeichneten Verzierungen der Wände und mit ihren lauschigen, schattigen Gärten müssen jeden Besucher faszinieren. Und dazwischen immer wieder Wasser in vielfältiger Form: entweder als plätschernder Brunnen, als spiegelglattes Becken oder als kleine, zu einem zentralen Brunnen führende Wasserläufe. Man könnte stundenlang in der Palastanlage verweilen, der konstant nachdrängende Besucherstrom - andere wollen diese Anlage auch sehen - macht dies jedoch praktisch unmöglich. Die "Alcazaba", die militärische Befestigungsanlage, besteht aus zwei wuchtigen Türmen, die einen wunderbaren Rundblick über Granada un d Umgebung bieten, dicken Mauern und den Resten militärischer Unterkünfte und Verliese, die jedoch als solche nur noch zu erahnen sind. Der "Generalife" schließlich stellt den dritten Teil der gesamten Anlage dar. von den beiden anderen etwas abgesetzt, enthält er einen kleinen Privatpalast, in denen sich früher die Familie des Herrschers zurückzog, sowie weitläufige Gartenanlagen, in denen es sich auch bei großer Hitze dank schattenspendender Bäume und Laubengänge gut wandeln lässt.

Blick vom Placeta de St. Nicholas auf die AlhambraBlick vom Placeta de St. Nicholas auf die Alhambra

Ergänzt wird die Alhambra durch zwei spätere, nicht ganz zum ursprünglichen Stil passende Gebäude: dem im 16. Jahrhundert fertiggestellten und nie als Regierungssitz genutztem Palast Karl des V. im Renaissance-Stil sowie die dazu gehörende, den nasridischen Palast an Höhe und reinem Volumen überragende christliche Kirche. Man spürt deutlich die Absicht der siegreichen Christen, mit ihren Bauten den Palast der Nasriden in den Schatten zu stellen, was ihnen jedoch nicht gelang. Glücklicherweise haben sie jedoch auf die unselige Gewohnheit verzichtet, die Bauten der besiegten Gegner zu zerstören oder gar als Steinbruch für ihre eigenen Bauten zu nutzen.

Das heutige Granada unterhalb der Alhambra bietet Besuchern daneben jedoch auch einige Sehenswürdigkeiten, sei es die "gotische Renaissance-Kathedrale" inmitten der Innenstadt, seien es verschnörkelte Cafés im Stil einer kaiserlichen Epoche wie in Österreich oder sei es der Albaicin, das alte, durch enge, auf- und absteigende Gassen geprägte Maurenviertel um den Placeta de St. Nicholas. Auf jeden Fall sollte man nach dem Besuch der Alhambra noch einen Eindruck vom heutigen Granada mitnehmen, um die Stadt nicht mit ihrer wichtigsten Sehenswürdigkeit gleichzusetzen.

Verfügt man über ein Auto und herrscht sonniges Wetter, so lohnt sich auch ein Ausflug hoch in die Sierra Nevada, wo man bis in den April hinein skilaufen kann. allerdings sollte man dazu zumindest in den Wintermonaten einen Wochentag wählen, weil die Freude andernfalls durch den starken Verkehr getrübt wäre. Wir wanden und an einem Freitag die Serpentinen bis auf 2000 Meter hinauf, genossen unterwegs den einen oder anderen Ausblick in Täler und  auf Gebirgshöhen und genossen dann noch eine sonnige Stinde unter Skiläufern auf der Terrasse eines Lokals. Da dieser Ort jedoch weit und breit die einzige attraktive Wintersportmöglichkeit bietet, sind die Hänge vollgepflastert mit Hotels und Appartementhäusern, und das Plateau vor den Liften besteht fast nur aus Lokalen. Aber das hat dieser Ort mit allen attraktiven Skiorten gemeinsam.

Parador de Granada ****

Real de la Alhambra, S/N - 18009 Granada

Frank Raudszus

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