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Therme und Skilauf - der Reiz der Gegensätze |
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Stationen dieser Reise: Bormio "pro corpore" Tiranos Baudenkmäler Sondrio und Bergamo |
Bormio bietet als
sportliches Zentrum des Alta Valtellina ideale Bedingungen für
Skisport und Entspannung
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| Bormio - zu deutsch Worms! - liegt im östlichsten Teil des Valtellina und gehört zur Provinz Sondrio. Der Ort befindet sich auf einer Höhe von rund 1200 Metern und umgibt sich mit einer ganzen Reihe von 3000ern. Damit eignet es sich natürlich hervorragend als Zentrum für den Wintersport. Bormio 2000 - viel
Schnee im DezemberNicht weniger als fünf Skigebiete sind von Bormio aus direkt oder in kurzer Zeit zu erreichen: Bormio selbst, Valdidentro unmittelbar westlich von Bormio, Passo Stelvio ("Stilfser Joch") wenige Kilometer nordöstlich und S. Caterina etwa gleich weit entfernt im Südosten. Wer bereit ist etwas weiter zu fahren, kann auch einen Ausflug nach Livigno weiter westlich unternehmen. Damit steht dem Skifahrer in Bormio ein weitläufiges Skigebiet zur Verfügung, wobei das Skigebiet Stelvio noch weit bis in den Sommer hinein nutzbar ist. Insgesamt bieten die genannten Skigebiete 250 Pistenkilometer und 75 Lifte. Wer jedoch in Bormio selbst bleiben will, kommt bei insgesamt 50 Pistenkilometern und 16 Liften bzw. Gondeln auch hier auf seine Kosten. Der Hausberg Cima Bianca bietet ein kompaktes Skigebiet, das von 3000 Metern bis hinunter zur Talstation auf 1200 Metern reicht. Die Ausrichtung der meisten Pisten nach Nordwesten stellt gute Pistenverhältnisse bis in das späte Frühjahr sicher, und wer lieber die Sonne beim Skilaufen genießen möchte, wechselt halt hinüber zum Gebiet Valdidentro auf der anderen Seite, wo die Hänge nach Südosten schauen. Die Schwierigkeitsgrade halten sich in Bormio in Grenzen: "schwarzen Pisten" von gerade einmal zwei Kilomtern Länge stehen 25 km mittlere und 13 km leichte Psiten entgegen. Es ist also für jedermann gesorgt, bis auf die richtigen "harten Pistensäue", denen es gar nicht schwer genug sein kann. Doch denen möchte man sowieso nicht gerne auf der Piste begegnen. Das Skigebiet zeichnet sich vor allem im oberen, unbewaldeten Teil durch weite und übersichtliche Hänge aus, die das Carven zur wahren Freude machen, sofern die Zahl der Skiläufer auf der Pisten das erlaubt. Oben auf "Bormio 3000" genießt man laut Prospekt und Aussagen seriöser Gesprächspartner einen herrlichen Rundblick. Wir jedoch genossen nur herrlichen Neuschnee in mehr als ausreichendem Maße, der zwar das Skilaufen zur Lust werden ließ aber die Sicht auf einige Dutzend Meter beschränkte. Man kann halt nicht immer alles haben: lockeren Pulverschnee und Sonnenschein. Verschwiegenes
Becken in
den Bagni VecchiDas Après-Ski-Programm ist in Bormio durchaus nicht auf Hotelsauna oder -bar beschränkt. Laut Plinius hatten schon die Römer die heißen Quellen in diesem Landstrich entdeckt und für sich genutzt. Selbst während der "dunklen Jahrhunderte" nach dem Untergang Roms - die haben zuviel in warmen Bädern gesessen - ist in verschiedenen Schriften die Rede von den warmen Bädern ind Bormio, und die mittelalterlichen Klöster schließlich setzten diese Bädertradition nahtlos fort, wobei man jedoch vorrangig die "oberen Bäder" am Hang nutzte, wahrscheinlich wegen der periodischen Überschwemmungen im Tal. Heute bietet Bormio die "Bagni Vecchi" und die "Bagni Nuovi" an. Letztere sind in den Fels eingelassen und später von einem Hotel und Restaurant umgeben worden, das wie ein Vogelnest am Hang klebt. Wer in die Welt der Grotten und Termalbecken in den Katakomben des Hotels eintaucht, kann sich aufgrund der weitverzweigten Gänge und Felsenhöhlen leicht verirren, findet am Ende aber doch immer wieder heraus. Ein Freibecken ermöglicht das Baden an freier Luft in angenehm warmem Wasser, wobei aus Rohren am Rande des Beckens oberhalb Wasseroberfläche heißes Thermalwasser angenehm über Kopf und Hals rinnt. Mit dem Blick über den Beckenrand auf die umliegende Berglandschaft kann man es hier eine ganze Zeit lang aushalten und die vom Skilaufen verkrampften Muskeln entspannen. Weiter drinnen findet man verschwiegene Zweierbecken fürs termische Tête-à- Tête oder steinerne Bänke in stillen Ecken, auf die heißes Wasser von der Felsendecke tropft. Natürlich fehlen auch diverse Saunen nicht, die kunstvoll in die Felsen eingelassen sind, ohne den fast archaischen Gesamteindruck zu stören. Eine typische
WurstausleseDer gastronomische Aspekt spielt natürlich in Bormio auch eine wesentliche Rolle, schließlich wollen sich Skiläufer und Thermenbesucher nach den Freuden der sportlichen Betätigung und Entspannung in angenehmer Umgebung mit guten und wohl schmeckenden Speisen stärken. Das Restaurant "Agriturismo Rini" steht dabei stellvertretend für einen neuen Trend, führt es doch gleich das Schlagwort der neuen Bewegung im Namen: "Agriturismo". Darunter versteht man eine neue Initiative der Regierung, die der Landflucht entgegen wirken soll. Ein fein abgestimmtes Subventionsprogramm unterstützt gezielt die Landwirte und Gastronomen, die typische Produkte der Region anbauen, weiterentwickeln und sie in unterschiedlichsten Rezepten den Gästen anbieten. So setzt sich ein abendliches Diner im "Agriturismo Rini" zum Beispiel aus folgenden Gängen zusammen: eine Wurstauslese mit Salami, Violino-Schinken ("Ziegengeige" - siehe Übersicht) und anderen feinen Wurstsorten begleitet den Apéritiv und kann aufgrund des herzhaften Geschmacks bereits hier zur finalen Sättigung führen, wenn man nicht an sich hält. Das anschließende Risotto Bitto enthält den typischen Bitto-Käse, der sich zu einem Markenzeichen der Region entwickelt hat. Zu den "hausgeschnetzelten Schweinsrippen" wird eine goldgelbe Polenta gereicht. Das war einmal eine sätttigende Kost für die Armen, hat sich aber im Laufe der letzten Jahre - wie die Pizza vor ihr - zu einer nicht nur schmackhaften sondern geradezu edlen Grundspeise entwickelt. Der langsam den Magen schließende Hüttenkäse mit Honig und Nüssen kann den Gaumen zum Singen bringen, und wer dann noch Platz für Dolcis hat, sollte sich den Bavarese mit Waldbeeren nicht entgehen lassen. Die Gastronomie im Valtellina achtet auf bodenständige Küche, ohne deswegen auf feine Geschmacksnuancen oder Raffinesse zu verzichten. Wer bereits in Deutschland eine Liebe zur italienischen Küche entwickelt hat, kann diese Leidenschaft im Ursprungsland selbst ausleben, wer bisher zu Hause nur mit deutscher Kost in Berührung gekommen ist, erfährt hier völlig neue kulinarische Dimensionen. Nach einem solch üppigen Abendessen freut man sich auf die Skifreuden am nächsten Tag, die - wie bereizs gesagt - aus feinstem Pulverschnee frisch aus dichten Wolken bestanden. Mit den Erinnerungen an die Therme, die köstliche regionale Verpflegung und die frisch beschneiten Pisten lässt es sich dann leicht Abschied nehmen von Bormio und gespannt dem nächsten Ziel, Tirano mit seinen kulturellen Schmuckstücken, entgegenfahren. Weiter nach Tirano.... Frank Raudszus |
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