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Für die perfekten Momente |
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Küstengolf
in Irland: Abschlag zwischen Wind und Wasser |
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Der perfekte Moment kommt kurz vor dem siebten Loch – das satte „Klack“ signalisiert den guten Schlag, der Ball tropft perfekt auf das Grün. Über dem Spieler dehnt sich ein grenzenloser Himmel, vom nahen Atlantik her weht eine kräftige Brise über die Klippen, die Gräser zittern in der urwüchsigen Dünenlandschaft. Der Golfplatz Doonbeg an der Westküste Irlands kann einen schon überwältigen. Er wurde erst 2002 eröffnet, aber er wirkt in seiner Natürlichkeit so als sei er über hundert Jahre alt. Wer nach Irland zum Golfen aufbricht, sollte alles vergessen, was er bislang über Golf wusste. Besonders auf den Küstengolfplätzen, im Englischen auch Links Courses genannt. In den Dünen der Links-Plätze wachsen Ginster und Heidekraut, die Roughs sind knietief, die sandigen Böden hart und schnell. Wer hier spielt, spielt im Muttermilieu des Golfens, inmitten einer fantastischen, von der Natur geformten Landschaft. So wie in Doonbeg, einem der Plätze der Welt, die ein Golfer wenigstens einmal bespielt haben muss. Dafür ist kein beeindruckendes Handicap nötig. Der ehemalige British-Open-Sieger Greg Norman hat den Course in Doonbeg modelliert, sein Design ist so angelegt, dass jeder den Platz spielen kann, vom Freizeitgolfer bis hin zum Profi. Grandioses Naturerlebnis Nicht an jedem Loch kann man den perfekten Moment erwischen, wie auch. Mal verschwindet der Ball für immer im Ginster, mal wird ein Sandbunker zur tückischen Falle. Jeder einzelne Schlag auf diesem Links Course wird zur prickelnden Herausforderung, begleitet von einem grandiosen Naturerlebnis. Touristen sollten einen Wochentag wählen, dann drängt niemand auf dem Kurs. An den Wochenenden dagegen kommt es schon mal vor, dass viele schnell spielende Iren den Platz bevölkern. Ansonsten nehmen sie es lässig – Golf ist in Irland ein Volkssport und keine steife Zeremonie. Und alle Plätze sind zugänglich für Greenfee-Spieler. Wer stolz und glücklich alle 18 Löcher hinter sich hat, darf Einkehr halten am „19. Loch“ im mächtigen, steingemauerten Haus des Doonbeg Golf Clubs hoch auf dem Dünenkamm. Spätestens dann dürften die Links jeden Golfer gepackt haben. Ganz in der Nähe bei den Cliffs of Moher warten mit Lahinch und Spanish Point weitere Küstengolfplätze. Auch sie werden zu einem Erlebnis, mit den Schlägen am Rand der Klippen, hoch über dem tosenden Meer, während man das Salz in der Luft schmeckt. Das kann süchtig machen. Klingende Namen Wem das noch nicht genügt – rund ein Drittel aller
160 echten Links Courses weltweit finden sich allein in Irland, an den
Küsten im Norden, Süden, Osten und Westen. Alle Regionen der
Insel mit Ausnahme der Midlands grenzen ans Meer. Die Namen der
Plätze haben einen besonderen Klang in der weltweiten Golferszene-
ob Portmarnock, Royal Portrush, Ballyliffin, Castlerock und viele mehr.
Wie Edelsteine an einer Halskette sind diese Links an der irischen
Küste aufgereiht. Der Golfplatz von Donegal
Alle Plätze verlangen präzise Schläge, etwa beim Anspielen der harten Grüns, die den Ball leicht verspringen und wieder herabrollen lassen. Ins Loch kommt nur, wer „Bump and Run“ spielt, also den Ball auf dem Fairway aufspringen und auf das Grün rollen lässt. Eine reine Spielwiese sind die Plätze also nicht. Die Fairways sind meist in die natürliche Dünenlandschaft eingebettet, sodass man oft auch „blind“ schlagen muss, ohne das Zielgebiet zu sehen. Jeder Links Course ist anders, alle sind spektakulär. Mit toller Sicht auf die Brandung des Meeres, mit jäh wechselnden Winden von bis zu 50 Stundenkilometern, mit Wetter jeder Güteklasse. Die Plätze sind bei fast jeder Witterung bespielbar, aber sie fordern körperlich und mental. Meist führt einen das Routing die ersten neun Löcher an der Küste entlang, die zweiten neun Löcher finden sich im Hinterland und geleiten zurück zum Clubhaus. Wer erstmals auf einem Links Course spielt, dem dürfte es gehen wie Greg Norman. Als er den Sandhügeln in Doonbeg begegnete, rief er: „dies ist ein spektakuläres Land, von Gott erschaffen!“. Und nicht umsonst kommt Tiger Woods alljährlich im Vorfeld der British Open zu seiner Golf-Wallfahrt nach Irland. Auch er sucht den perfekten Moment. Großes Golfen zum kleinen Preis Die genannten Plätze sind bei Golfern sehr begehrt und man sollte frühzeitig eine Abschlagszeit reservieren. Allerdings sind die Grenfees recht teuer. Eine attraktive Alternative findet sich im Nordwesten Irlands, bei den Links Courses im County Donegal, die eher den Eingeweihten bekannt sind. Hier geht es nicht so trubelig zu wie anderswo, die Plätze sind nicht überfüllt, aber großartig und zu attraktiven Preisen bespielbar. In der Nebensaison sind die Plätze schon für ein Greenfee ab 40 oder 50 € zu haben – im Durchschnitt um 50 Prozent weniger als auf den Premium-Plätzen, die jeder kennt. Am Horizont thronen die dunklen Knockalla Mountains, der Blick streift über weiße Sandstrände, der Atlantik rollt gemächlich seine grünen Wellen an – auf dem Küstengolfplatz Portsalon wird vom ersten Abschlag an spürbar, was einen Links Course so faszinierend macht. Die frische Brise weitet das Herz, die Luft schmeckt nach Salz und im Ginster beiderseits des Fairways landen Seevögel. Der 18-Loch-Platz Portsalon liegt im Örtchen Fanad, hoch im Nordwesten der Insel. Die ersten neun Löcher führen am Wasser entlang, über die zweiten kehrt man landeinwärts zum Start zurück. Dann hat man ein Golfspiel ganz eigener Art hinter sich – durch tiefe Dünen, enge, windige Fairways und große natürliche Greens. So wie Portsalon schmiegen sich auch die anderen Plätze natürlich in die Dünenlandschaft ein, sie wirken authentisch, in einer Aura von „mystischer Schönheit“, wie die Iren sagen. Die alten Geschichten Der
Golfplatz von SligoNach dem Spiel lohnt sich ein Besuch im gemütlichen Clubhaus mit dem Panoramablick über den Strand. Hier lassen sich die alten Pokale bewundern und die Fotos an den Wänden, mit den Herren im Knickerbocker und den eleganten Damen im langen Rock, wie sie um 1900 herum mit ihren Eisenschlägern die Bälle aus Guttapercha über den Strand trieben. Bei Tee und Sandwiches kann man sich einweben in die alten Geschichten. Alle Links Courses in Donegal sind einzigartig, mit individuellen Herausforderungen und Impressionen. Südlich von Portsalon wartet der 18-Loch-Platz Narin & Portnoo in einer atemberaubenden Szenerie. Beim Abschlag vom ersten Tee scheint der Golfball ins Meer hinaus zu fliegen, so nah ist das Wasser. Der Himmel weitet sich, kräftige Windböen vermitteln ein Atlantik-Feeling. Der 1930 eingeweihte Platz ist voller Überraschungen. Erst die endlose Ebene, dann kommen enge, schwierige Steigungen mit buckligen Fairways, so unkalkulierbar wie die „Bumps“ auf einer schwarzen Skipiste. Ein Glücksgefühl, wenn der blind geschlagene Ball hoch oben auf dem kleinen Green landet. Dort wartet auf der Bergkuppe die nächste Prüfung, denn der Ball muss über eine tiefe Schlucht hinweg auf einen schmalen Streifen Land gegenüber – ein Schlag für die Könner. „The Old Course“ Gleich zwei 18 Loch-Plätze bietet das Golf Resort Rosapenna, ein ebenso behagliches wie modernes Vier-Sterne-Haus. „The Old Course“ stammt von 1891, als „Old Tom Morris“ von St. Andrews auf Bitten des ortsansässigen Lord Leitrim den Platz in den Dünen der Sheephaven Bay anlegte. 2003 kam mit den Sandy Hills ein zweiter, anspruchsvoller Küstengolfplatz hinzu, designed vom irischen Architekten Pat Ruddy. Die Fachwelt staunte und meinte „einfach atemberaubend“. Man spielt inmitten eines spektakulären Naturtheaters an der wilden Küste, fühlt sich versetzt auf eine Art Mondlandschaft. Heute hat der Championship-Platz einen erstklassigen Ruf in ganz Irland. Ein Championship Links Course ist auch Rosses Point, das witer südlich nahe Sligo im gleichnamigen County liegt. Gespielt wird auf einer breiten, mächtigen Landzunge, die sich in den Atlantik schiebt und von drei großen Stränden umgeben ist. Gegolft wird hier seit 1894, der derzeitige 18-Loch-Platz stammt von 1927, ergänzt 1999 um einen 9-Loch-Platz. Auch hier ist die Kulisse außergewöhnlich, mit dem berühmten Tafelberg Benbulben im Hintergrund. Rosses Point verführt manchen Profi-Golfer zum Schwärmen, etwa den British Open-Sieger Darren Clarke. Für ihn ist Rosses Point ein Platz sowohl für British Open Champions als auch Spieler mit Handicap 36: „Beide können sich auf diesem Platz verbessern.“. Das gilt für alle Links Courses. Niemand muss ein Professional sein, um die Plätze zu bewältigen, aber etwas Spielpraxis sollte er mitbringen. Mehr Infos über www.entdeckeirland.de www.golf.ireland.de www.discoverireland.ie/northwest Alexander Hoffmann |
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