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Von der Mauer zu den Gräbern |
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Die chinesische
Mauer und die Kaisergräber der Ming-Dynastie.. |
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Stationen
der Reise: Einführung
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Dritter Tag: Heute ist die "Chinesische Mauer" - in China "Große Mauer" genannt -, der Archetypus des Monuments, unser Ausflugsziel. Bereits um 8.30 Uhr verlässt der Bus nach dem "running gag" des "alle da?" das Hotelgelände und zwängt sich in den morgendlichen Verkehr. Peking-Kenner erzählen, dass dort, wo sich heute Tausende von Autos über drei bis vier Fahrbahnen quälen, vor noch gar nicht langer Zeit endlose Ströme von Fahrrädern gerollt seien. Damals kam man noch vorwärts - wenn auch die Überquerung der Straße ein gefährliches Abenteuer war -, da jeder Verkehrsteilnehmer nur minimalen Platz in Anspruch nahm, heute dagegen erinnert Peking an die schlimmsten Zeiten deutschen Feierabendverkehrs.... ![]() Blick über die "Große Mauer" Bei dem Schritttempo - wenn es denn soviel ist - kann man wenigstens in aller Ruhe die vielen und sorgfältig gepflegten Grünanlagen mitten in der Stadt bewundern. Da könnten sich deutsche Städte so manche Scheibe von abschneiden. Was immer man dieser Stadt an Umweltsünden vorwerfen mag - z. B. den dauernden Smog, den Wohlmeinende in "Dunst" umdefinieren - , überall - selbst auf den Grünstreifen zwischen den Fahrbahnen - grünt und blüht es in allen Farben, und wo immer möglich werfen Bäume ihre Schatten auf Bürgersteige und Straßen. Irgendwann verlassen wir den wörtlich zu nehmenden Dunstkreis Pekings und rollen befreiter nach Norden, wo sich nach einiger Zeit langsam die bewaldeten Berge aus dem Dunst schälen. Dann steigt die Straße an und führt uns schließlich bei zunehmendem Tourismusverkehr zu einer Talstation und Mauerdurchfahrt. Hier mussten früher alle Reisenden durch, und ausgedehnte Befestigungensanlagen sicherten diesen neuralgischen Punkt. Die Mauer selbst zieht sich auf spektakuläre Weise links und rechts der Durchfahrt die Hänge hinauf bis auf die Gipfel der Berge, dann wieder hinunter ins nächste Tal und den nächsten Hang hinauf. Über Kilometer kann man den Verlauf verfolgen, und ein großer Teil des sichtbaren Teils ist von Menschen übersät. Selbst an einem normalen Werktag zieht sich ein Strom von Bussen und Autos die Straße entlang und verteilt sich oben auf die Parkplätze, um dann entsprechende Menschenmengen freizugeben. ![]() Zwischen den Mauerzinnen Wir quälen uns bei wieder einmal sengender Hitze Schritt für Schritt den nur teilweise von Treppenstufen unterbrochenen Pflastersteig zwischen den Mauerzinnen hinauf; wo der Anstieg Stufen erfordert, übersteigen diese bei weitem die Maße der deutschen Bauvorschriften (!) sowohl was Höhe als auch was Steilheit betrifft, und unsere Hemden färben sich schnell dunkel. Die meisten Besucher drehen am ersten Gipfel um; das sind etwa drei längere Anstiege, für die man gut eine dreiviertel Stunde benötigt. Wir laufen - oder besser schleichen - noch etwas weiter auf der ausgebauten Strecke, verzichten aber darauf, bis zum Beginn der nicht mehr begehbaren Mauerruinen aufzusteigen. Dazu ist es einfach zu heiß. Der Rückweg gestaltet sich angesichts der steilen Stufen nicht ganz einfach, und bei regen kann er geradezu gefährlich werden; aber nach einer halben Stinde erreichen wir wieder die Talstation, wo wir uns erst einmal in die klimatisierten Räume des Souvernirladens retten, um eine kühle Cola zu trinken. Dabei können wir in aller Ruhe den Ausblick von der Mauer in die gebirgige Umgebung, die Täler und die ferne Tiefebene Revue passieren lassen. Von dort her kamen früher die Reiterhorden und versuchten, in das chinesische Reich einzudringen. Einige Male gelang ihnen das auch trotz Mauer, was man an der vielerorts zerstörten Mauer erkennen kann. Man darf allerdings nicht jedes Loch in der Mauer aggressiven Reiterstämmen zuschreiben. Oftmals haben in späteren Zeiten die ortsansässigen Bauern die Mauer als Steinbruch benutzt. ![]() Der "Seelenpfad" bei den Ming-Gräbern Von hier aus geht es nach einem letzten Blick auf das mächtige Bauwerk zurück ins Tal zu den dreizehn Gräbern der Ming-Dynastie. Wir wandern den schnurgeraden "Pfad der Seelen" entlang, den die Kaiser schon immer zum Andenken an ihre Vorfahren zu Fuß absolvierten, und lassen uns von den mythischen Tiergestalten links und rechts der Allee bewachen. Dann geht es zum Grab des dritten Kaisers, Chang, das als Museum die Ausgrabungen aus anderen Gräbern beherbergt. Man hat bisher auf weitere Ausgrabungen verzichtet, da der einbrechende Sauerstoff die nicht mumifizierten Leichname sofort zu Staub zerfallen lassen würde. Die Grabanlage besteht aus mehreren aufeinander folgenden Gebäuden mit großzügigen Höfen dazwischen und soll noch im Tod die Macht und Größe des Verstorbenen demonstrieren. Im weiten Umkreis des Seelenpfades liegen zwölf weitere Gräber symmetrisch links und rechts des Pfades, doch die wertvollsten Ausstellungsstücke sind hier versammelt, sodass wir uns den Besuch weiterer Gräber sparen können. ![]() Das Olympiastadion Auf der Heimfahrt nach Peking legen wir noch einen kurzen Stopp beim Olympiagelände ein, um die außergewöhnliche Architektur des Olympiastadions - das "Vogelnest" - und anderer Gebäude zu bewundern. Dann geht es ins älteste Restaurant der Stadt, das die berühmte "Peking-Ente" anbietet. Die können wir uns natürlich nicht entgehen nlassen, und so feiern wir hier einen standesgemäßen Abschied von einer großartigen, erstaunlichen Stadt, die fraglos schon heute zu den großen Metropolen der Welt gehört. Morgen geht es weiter nach Xi'an, wo die berühmte Terrakotta-Armee auf uns wartet..... |
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