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Peking - Historie pur |
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Der Platz des
himmlischen Friedens, die Verbotene Stadt und die Peking-Oper... |
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Stationen
der Reise: Einführung
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Erster Tag: Nach neunstündigem Flug in einer voll ausgebuchten Boeing 747 schweben wir gegen acht Uhr Ortszeit in dichtem Nebel über Peking ein. Auf dem Flugplatz herrscht "dicke Suppe", die aber wohl mehr aus Smog denn aus Nebel besteht, der im Hochsommer sowieso eher untypisch ist. Die wegen der Schweinegrippe noch im Flugzeug vorgenommene Gesundheitskontrolle wirkt ein wenig hysterisch - die uniformierten Beamten tragen alle Mundtücher! -, dagegen passieren wir Pass- und Zollkontrolle zügig und ohne Probleme. Der Bus bringt uns erst einmal in ein hervorragendes Hotel in der Innenstadt, wo wir uns drei Stunden lang ausruhen können, bevor der Besichtigungsreigen beginnt. ![]() Der Himmelstempel Am frühen Nachmittag geht es dann zum Himmelstempel nahe der Stadtmitte, der um 1500 entstand und als Gebetsstätte für die Aussaat im Frühjahr und die Ernte im Herbst diente. Dementsprechend gibt es zwei Tempel für die Anrufung des Erdgottes und des Himmelsgottes. Diese nationale Kulturstätte ist selbst an einem Montag mehr als gut besucht, kurz gesagt - "crowded". Anschließend geht es bei strömendem Regen - wir haben gerade noch rechtzeitig den Bus erreicht - zum Restaurant. Die zwanzig Meter vom Bus zum Restaurant vermitteln uns einen lebhaften Eindruck eines tropischen Regens, sind wir doch trotz großer Schirme, die freundliche Bedienstete des Restaurants für uns bereithalten, in kürzester Zeit durchnässt. Es schüttet dermaßen, dass sich auf den Gehsteigen sofort Zentimeter hohe Sturzbäche bilden, durch die wir buchstäblich waten müssen. Unser erstes chinesisches Essen erweist sich als schmackhaft, reichhaltig und vielfältig, und wir versuchen mit mehr oder minder großem Erfolg, die Stäbchen zu nutzen. Anschließend treiben uns die Spätfolgen des langen Fluges und der Zeitverschiebung ins Bett und einen traumlosen Schlaf. Zweiter Tag: Nach über zwölfstündigem Schlaf wachen wir erfrischt wieder auf. Leider kann man die Fenster nachts nicht öffnen und muss deswegen beim Rauschen der Klimaanlage schlafen. Aber angesichts der hier herrschenden nächtlichen Temperaturen hätten geöffnete Fenster soweso keine Erfrischung gebracht. Um sechs Uhr früh weckt uns ein grauer Morgen, und um halb sieben folgt der Weckruf der Reiseleitung, der sicherstellen soll, dass jeder rechtzeitig aufsteht. ![]() Morgendliches Tai-Chi im Park Nach einem reichhaltigen Frühstück - die Chinesen essen bereits am frühen Morgen warme Speisen, während wir beim "kontinentalen" Frühstück bleiben - in einem großzügigen Speiseraum geht es in den nahe gelegenen Park an der Stadtmauer zum "Tai-Chi", dem Schattenboxen. Ein hervorragend Deutsch sprechender Chinese führt uns unerfahrene Europäer in diese alte chinesische Bewegungskunst ein und bringt uns die erste Übung bei. Außer uns üben noch einige andere Einwohner oder genießen einfach den Morgen in dem kleinen Park. Von Stille kann man allerdings nicht reden, braust doch bereits um diese Zeit der Morgenverkehr an dem kleinen Park vorbei und schafft einen unüberhörbaren Geräuschpegel. Um neun Uhr besteigen wir den Bus, der uns zum "Platz des himmlischen Friedens" bringen soll. Unser einheimischer Führer fragt trocken "Alle da?" und gibt dem Fahrer mit einem "Auf geht's" das Zeichen zur Abfahrt. Dieser kennt die beiden Redewendungen bereits und wiederholt sie lachend, bevor er anfährt. Der besagte Platz kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, das letzte Ereignis jedoch, das "Massaker" vom Juni 1989, gehört dabei zu den weniger rühmlichen und liegt den Chinesen noch heute auf dem Magen. Unser Reiseführer nimmt eventuellen kritischen Fragen bereits vorab den Wind aus den Segeln, indem er kurz auf das unselige Ereignis verweist, aber sich darüber nicht näher auslässt. Die Gruppe tut ihm den Gefallen, dieses Thema nicht auszuweiten, weil jeder weiß, dass er die falsche Person wäre, um westliches Demokratieverständnis und Einhaltung der Menschenrechte einzufordern. ![]() Der "Platz des himmlischen Friedens" Schon vor dem Ziel erwartet uns eine unübersehbare Menschenmenge, die in großen Gruppen mit Fähnchen dem selben Ziel zustrebt. Wegen der Schulferien scheinen sich alle Schulen Chinas für denselben Ausflug entschieden zu haben. Bei zunehmender Hitze und hoher Luftfeuchtgkeit gelangen wir schließlich auf den größten Platz der Welt - 800 mal 500 Meter! -, den an den zwei Längsseiten zwei gleichartige, langgestreckte Gebäude begrenzen, der Volkskongress und das Chinesische Museum. Die Querseiten begrenzt im Süden das Mao-Mausoleum und im Norden der Palast der ehemaligen "verbotenen Stadt". Der bis auf ein zentrales Monument sowie einige Lampen und Fahnenmasten völlig leere Platz dampft in der Vormittagshitze vor sich hin und bietet den Besuchern weit und breit keinen Schatten. Wir reihen uns deshalb schon bald in die lange Menschenschlange vor dem Palast ein. ![]() Der Kaiserpalast Dieser besteht aus mehreren Toren, die selbst wie Palastgebäude aussehen, dem anschließenden Thronsaal bzw. Regierungspalast der früheren Kaiser und schließlich dem Wohntrakt mit den Wohnungen der Kaiserfamile und ausgedehnten Gartenanlagen, die das gesamte Areal nach Norden abschließen. Jede Stufe dieser hierarchisch aufeinander folgenden Anlagen ist durch große, gepflasterte Höfe von der vorhergehenden getrennt, an deren Längsseiten sich Verwaltungsgebäude und Lagerhäuser entlangziehen. Da Schatten von Pflanzen früher als schlechtes Omen galten, finden wir nur entlang der Gebäude ein wenig Schutz vor der Sonne, wo sich denn auch angesichts der mittlerweile voll aufgeblühten Hitze die Besucher drängeln. Die ganze Anlage beeindruckt durch ihre schiere Größe und architektonische Ausgeglichenheit, die anschließenden Gärten bilden dazu einen ruhenden Gegenpol mit ihrer - teilweise bewusst hergestellten - Natürlichkeit und Vielfalt. ![]() Der Sommerpalast Nach der erschöpfenden Hitzeschlacht im Palast geht es zu einem Restaurant, wo wir das typische chinesische Essen mit den vielen kleinen Vor- und Hauptspeisen genießen und auch schon etwas besser mit den Stäbchen zurechtkommen. Doch die Pause währt nicht lange: schon bald geht es weiter zum Sommerpalast im Westen Pekings an einem künstlich ausgehobenen See von beachtlicher Größe. Die Palastgebäude liegern vor und an dem See, und dahinter zieht sich ein ausgedehnter, überdachter Gang am See entlang, bis zu einer Anlegestelle, an der die Nachbauten alter Dschunken - nun mit Elektromotor -. festmachen. Der Laubengang ist über und über mit Szenen aus der chinesischen Mythologie bemalt, und wenn er nicht so stark besucht wäre, würde man gerne öfter stehenbleiben und die verschiedenen Malereien bestaunen. Der Blick aufs Wasser zeigt eine Flotte von Ausflugsbooten und dahinter eine kleine Insel mit verschiedenen Gebäuden und einer Brücke mit siebzehn Torbögen, die auf die Insel führt. ![]() Innenhof in einem Hutong-Haus Nach dieser ausgiebigen Wanderung am Palastsee entlang geht es in die Altstadt, die Hutongs, die wir in Fahrrad-Rikschas erkunden. Die dreirädrigen Velos führen uns durch enge, winklige Gassen mit einstöckigen Häusern und fliegenden Elektrokabeln. Kein Auto käme hier weiter als zehn Meter. Während verschiedener Unterbrechungen erwandern wir kleine Einkaufsstraßen und Kunstgalerien. Besonderer Höhepunkt ist der Besuch der Privatwohnung einer älteren Dame, die in einem sogenannten "Hofhaus" wohnt, das aus einem rechtwinkligen Innenhof und vier Flügeln besteht. Hier erfahren wir, dass für viele ältere Menschen der Besitz eines Laptops und der Zugriff auf das Internet wichtiger sind als eine moderne Wohnungseinrichtung oder gar ein Auto. Unsere freundliche Gastgeberin für eine halbe Stunde spielt sogar im "Netz" Karten und andere Glücksspiele! ![]() Die Peking-Oper Doch damit ist das Programm dieses ersten vollen Tages noch nicht beendet. Den Abschluss bildet ein Besuch der Peking-Oper, in der wir neben einem dramatischen Duett zwischen Herrscher und Konkubine das bekannte Akrobaten-Stück über den "Affenkönig" sehen, der alle Gegner durch seine körperlichen Künste besiegt. Für Europäer sind die hauptsächlich von Schlaginstrumenten vorgetragene Musik und die artifiziellen Stimmen vor allem der Frauen ungewohnt und neuartig. In jedem Fall erweitert ein Besuch der Peking-Oper das Musikverständnis und den Erfahrungshorizont. Dieser die Aufnahmefähigkeit bis an die Grenzen ausschöpfende Tag endet schließlich mit einem lebhaften Essen - nur mit Stäbchen! - in einem einfachen Restaurant neben der Oper. Der Rest ist Schlafen - denn morgen geht es zur Chinesischen Mauer! |
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