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Durch die Berge des Apennin |
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Von Florenz
über Arezzo und Perugia an die Adriaküste |
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Stationen
der
Reise: Einführung
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Von Fiésole geht es bergab ins sonntäglich ruhige Florenz und von dort aus ohne Schwierigkeiten auf die Schnellstraße Richtung Perugia. Man kann sich auch hier wieder die Autobahngebühren sparen, da die gut ausgebaute Schnellstraße - zumindest in der Nachsaison - ein flottes Vorankommen garantiert. Das sonnige Spätsommerwetter lässt uns nebenher die Landschaft links und rechts der Straße genießen, öfter möchte man aussteigen und "Ah" und "Oh" rufen. Aber wir haben heute ein Ziel weit im Südosten und müssen dazu noch die Berge des Apennin überwinden, die uns noch unbekannt sind. ![]() Marktplatz von Arezzo mit Ständen Doch bei aller gebotenen Eile kann man an einem Ort wie Arezzo einfach nicht vorbeifahren. Glücklicherweise führt unsere Straße direkt dorthin, und der Abstecher erfordert daher keinen großen Umweg. Wir parken das Auto irgendwo unterhalb des höher gelegen Stadtzentrums - dank sei dem ruhigen Sonntag, der das Manövrieren in einer fremden Stadt erleichtert - und machen uns mit dem Stadtplan aus dem Reiseführer in der Hand auf den Weg den Berg hinan. Nach ein oder zwei Nachfragen bei fließend Italienisch sprechenden Einwohnern - ;-) - gelangen wir schließlich durch enge, verwinkelte Gassen zum zentralen Marktplatz von Arezzo. Auch hier herrscht heute ein Markt, jedoch ganz anderen Zuschnitts als in Fiésole. Alle kulinarischen Genüsse der Toskana sind hier auf den Ständen der Anbieter zu finden. Wenn man jetzt eine Ferienwohnung hätte und selber kochen könnte, würden wir wahrscheinlich das halbe Auto vollpacken. So jedoch schleichen wir mit wässrigem Mund durch die Gänge zwischen den Ständen und verzichten auf den Kauf jeglicher Köstlichkeiten. Der Platz selbst strahlt die typische Aura alter toskanischer Städte aus, mit hellen, ockerfarbenen Häusern im repräsentativen Renaissance-Stil. Hier haben keine Kriege die alten Stadtkerne zerstört, hier kann man Geschichte buchstäblich nachfühlen. Nach dem obligatorischen "Latte" in einem Café unter den Arkaden des Platzes unternehmen wir noch einen Rundgang um den Platz herum, um dann in den anliegenden Gassen unterzutauchen. Natürlich besichtigen wir auch die örtliche Kirche, eine weitere Sehenswürdigkeit, die wir jedoch nicht weiter im Detail vorstellen wollen. Italienische Kirchen muss man selbst sehen, man kann sie kaum beschreiben. Soviel sei nur gesagt, dass wir keine Kirche verpasst haben, obwohl wir eigentlich zum Ausspannen und nicht zum Besichtigen nach Italien fahren wollten. ![]() Ein anderer Blick auf den Marktplatz von Arezzo Auch die Hauptstraße von Arezzo, der "Corso", lohnt einen Besuch, vor allem für die Frauen. Arezzo ist berühmt für seine Antiquitätenläden und entsprechenden jährlichen Messen. Da Antiquitätenliebhaber nicht gerade mit Armut geschlagen sind, hat sich eine ganze Reihe von edlen Boutiquen in der Hauptstraße niedergelassen, die jede Tagesplanung einer Reise über den Haufen werfen können.... Auf keinen Fall versäumen sollte man bei einem besuch Arezzos die Kirche San Francesco mit den berühmten Fresken von Piero della Francesca. Mitte des 15. Jahrhunderts hat der toskanische Künstler dort die Geschichte des Kreuzes Christi in einer zehnteiligen, aufwenidgen Freskenreihe dargestellt. Die im Laufe der Jahrhunderte arg mitgenommenen Fresken sind vor kurzem unter hohem Aufwand restauriert worden und stehen der Öfentlichkeit jetzt wieder zur Verfügung. Ein besuch klohnt sich immer, auch wenn das Fotografieren mit Blitz nicht gestattet ist. ![]() Die Kirche San Francesco in Arezzo Irgendwann führen uns die Gassen jedoch wieder aus dem Boutiquen-Zentrum hinaus, und wir finden tatsächlich auf Anhieb unseren Wagen wieder. Da sich die Sonne schon auf den Abstieg macht, müssen wir uns etwas sputen. Die Fahrt nach Perugia verläuft problemlos, ein Abstecher nach Castiglione del Lago am Lago Trasimeno - hier hat einst Hannibal die Römer geschlagen - verläuft etwas enttäuschend, da der Ort eher verschlafen als mondän wirkt. Wir hatten uns den See als touristischen Magneten mit entsprechendem Leben (und Eiscafés) vorgestellt, kehren aber nach einem kurzen Spaziergang entlang der sonnigen aber leeren Uferpromenade zum Auto zurück, um die Fahrt fortzusetzen. In Perugia suchen wir verzweifelt die Fortsetzung der Autobahn nach Fabriano/Ancona, können jedoch nirgends entsprechende Hinweise finden. In unserer navigatorischen Not fahren wir weiter nach Süden bis Foligno, von wo ebenfalls eine Straße nach Osten zur Adria führt. Da auf der Karte beide Straßen gleich aussehen, halten wir das für eine gleichwertige Lösung, was sich jedoch bald als Irrtum herausstellt. Diese Straße windet sich zweispurig die Berge des Apennin hinauf, durch sie hindurch und schließlich wieder hinunter. Landschaftlich ist das durchaus ein Erlebnis, zumindest für die Beifahrerin, der Fahrer jedoch muss auf den Verkehr und die engen Kurven achten. Zu allem Überfluss führt mitten in den Bergen eine Baustelle zu einem längeren Stau und uns über enge Feldwege um eine Ortschaft herum. Natürlich führt die Straße durch alle anderen Orte hindurch, was uns einen Eindruck dieser etwas rauhen und weltfernen Bergwelt vermittelt. Bisweilen fühlt man sich weit von jeder Zivilisation entfernt, so einsam und verlassen wirkt die Gegend hier. Man sollte nicht glauben, dass die nächste quirlige Stadt nur wenige Dutzend Kilometer entfernt ist. Nach langem Kurven um und über grüne Bergkuppen geht die Straße schließlich in eine vierspurige Schnellstraße über, die uns durch flaches Land der Adria entgegenführt. Schließlich erreichen wir noch bei Helligkeit Civitanova an der Adriaküste. Da Sonntagabend ist und schönes Wetter herrscht, staut sich hier der Wochenendverkehr, so dass wir uns nur langsam auf die Küstenstraße nach Norden durchkämpfen können. Doch irgendwann ist es geschafft und wir bewegen uns in einer langen Autoschlange der Küste entlang zu unserem Ziel Sirolo südlich von Ancona. Die Küste erinnert hier ein wenig an Rimini oder Jesolo. Über gut dreißig Kilometer erstreckt sich ein endloses Straßendorf mit zweispuriger Straße, Hotels, Ferienhäuser und - natürlich - Gaststätten aller Art. Tourismus pur ohne gewachsene Struktur. Zwar ist allgemein bekannt, dass die Bereitstellung von Urlaubsdomizilen für die Masse der Bevölkerung nicht mit Authentizität und Intimität einhergehen kann, aber dennoch fühlt man sich von dieser Tourismusmaschine abgestoßen. Dass der Strand rechter Hand nur aus Kieselsteinen besteht, wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. ![]() Blick vom Hotelzimmer auf die Adria Doch unser Ziel heißt Sirolo, und das ist angeblich ein gewachsener Ort mit eigenem Flair. Wir folgen den endlich auftauchenden Wegweisern nach Numana und Sirolo und stehen auf unser schwierigen Suche nach unserer Unterkunft bei einem kurzen Beratungshalt zufällig genau vor unserer Herberge, dem "Rocco Lcanda". Sirolo liegt etwa zwanzig bis dreißig Kilometer südlich der Hafenstadt Ancona auf einem so malerischen wie markanten Felsvorsprung etwa fünfzig Meter über dem Meer. Von der Touristenmeile im Süden hört uns sieht man nichts mehr. Unser Hotel selbst ist ein ehemaliger Gasthof, dessen Fenster über die Felskante hinausschauen auf die Adria. Wir beziehen natürlich das schönste Zimmer mit Seeblick und authentisch-rusikaler Ausstattung und suchen anschließend eine benachbarte Enotheka auf, um bei einem guten italienischen Essen und dem dazu passenden Wein einen langen und anstrengenden Tag abzurunden. Morgen werden wir uns Sirolo und Umgebung näher anschauen. |
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