Florenz - Kunststadt am Arno

                                                             
Eine Stadt mit einer langen, wechselvollen Geschichte und vielen großen Söhnen

 

Stationen der Reise:

Einführung
Florenz
Arezzo und der Apennin
Sirolo und Ancona
Perugia und die Trasimenischen Seen
Montepulciano und Umgebung
Siena und Volterra
Lucca und Viareggio


























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Die Fahrt von Pisa nach Florenz verläuft trotz Freitag Nachmittag ohne größere Staus. zwar ist die Nationalstraße nicht in so guten Zustand wie die "Autostradas", dafür entfallen aber auch die Gebühren. Erst in Florenz bleiben wir im Feierabendstau stecken und quälen uns mühsam von Ampel zu Ampel. Unser erstes Domizil ist eine herrschaftliche Villa hoch auf den Hängen nördlich der Stadt. Ohne Navigationssystem und nur mit einer knappen Beschreibung ausgerüstet, verpassen wir natürlich im Verkehrsgewimmel bei einm der vielen Kreisverkehre die richtige Abfahrt und landen erst einmal in einer völlig unbekannten Gegend, die wir auch nicht mehr auf dem mitgegebenen Kartenmaterial identifizieren können. Tip: Auch bei Leihwagen auf jeden Fall eine eigene Karte mitnehmen.
Doch freundliche Italiener nehmen sich unseres Problems an. Aus einem Passanten werden schnell zwei, drei, die alle mit viel Hilfsbereitschaft in fließendem Italienisch - das wir leider nicht sprechen - den rechten Weg weisen. Irgendwie verstehen wir dann doch die mit "Händen und Füßen" unterstüzten Richtungsangaben und erreischen schließlich auf verschlungenen Pfaden unsere Unterkunft.

VIlla La Sosta in Florenz
Villa La Sosta in Florenz


Sie besteht aus einer alten Villa namens "Villa La Sosta"  in leuchtendem Ockerton, mit Erkern und Balkonen. Der Blick aus unserem Zimmer geht in einen weiträumigen Garten mit altem Baumbestand und einer hohen Mauer zur Straße. Der Frühstücksraum im Erdgeschoss ist voller Andenken an andere Länder - Elfenbein aus Afrika - und antiken Möbeln. Im zweiten Stock steht den Gästen ein eigener Aufenthaltsraum zur Verfügung, durch dessen Rundumverglasung man einen Traumblick auf Florenz genießt. 

Am nächsten Morgen heißt es natürlich, Florenz zu entdecken. Von unserem Domizil geht es zu Fuß bergab und dann geradeaus, vorbei am Giardino Orticultura, über die Piazza della Libertá und schließlich die Via Camillo Cavour hinunter zum alten Stadtzentrum mit dem Dom. Da die Hauptreisezeit vorbei ist, tummeln sich nur noch wenige Touristen auf dem - mittlerweile - autofreien Domplatz, doch vor dem Dom selbst steht eine längere Schlange an, so dass wir uns darauf beschränken, uns den Dom und seine Marmorverkleidung von außen anzusehen. Wir hatten uns vorgenommen, diesen urlaub mehr der Landschaft und der Lebensart der Toskana denn den Baudenkmälern zu widmen, und daher belassen wir es an diesem Vormittag mit einem ausgiebigen Bummel durch die Altstadt. Auch dort lassen sich viele malerische Gassen und alte Gebäude sozusagen "en passant" bewundern. An den Uffizien jedoch gibt es kein "Vorbeikommen". Wir haben uns für den frühen Nachmittag zwei Karten reservieren lassen - glücklicherweise ohne größere Probleme - und begeben uns nun auf die Tour durch die unzähligen Säle der Gemäldegalerie. Hier sind alle großem Maler aus eineinhalb Jahrtausenden versammelt. Die ersten sind oft noch anonym und haben die biblischen Geschichten auf eher naive und idealisierende Art dargestellt. Mit der Renaissance kommt dannzuerst die Perpektive ins Spiel, die hinter der Jungfrau mit dem Kinde oder der Kreuzigung die toskanische Landschaft - z. B. als Ausschnitte durch ein fenster - in perspektivischer Tiefe zeigt. Spätere Maler fügen Licht uind Schatten hinzu und schließlich sehr realistische, nichts mehr beschönigende Portraits der Menschen, sei es in religiösen oder weltlichen Bildern. Doch wir wollen an dieser Stelle nicht die Gemäldegalerie der Uffizien im Detail vorstellen. Interessenten sollten sich deren Homepage ansehen.

Der Dom von Florenz
Der Dom von Florenz

Am Abend sucht man sich gerne ein typisches italienisches Lokal, um regionale Speisen kennenzulernen und zu genießen. das ist jedoch in Florenz nicht ganz so einfach, denn je mehr man sich den berühmten Orten - Dom, Uffizien, Palazzo Pitti - nähert, desto stärker wird der touristische Charakter der Restaurants. Das bezieht sich nicht nur auf die Preise sondern ebenos auf den Service und die Qualität der Speisen. Der Touristenstrom fördert das schnelle Geschäft, die eher "professionelle" als persönliche Bedienung und eine Orientierung am Massengeschmack, der sich oft eher am Nationalgeschmack der kopfstärksten Besuchergruppen ausrichtet. Man sollte also etwas abseits der touristischen Kerngebiete nach einem Lokal suchen und wird dann auch fündig. Dabei kann man sich einfach an der Zahl der flanierenden Touristen richten. Je dünner der Strom wird, desto größer ist die Chance, ein Lokal für die Einheimischen zu finden, das frische Speisen zu zivilen Preisen bei persönlicher Bedienung bietet. Nachdem unsere Versuche am Mittag eher in touristische Ecken geführt haben, finden wir dann am Abend in einer Nebenstraße ein typisch italienisches Restaurtant, in dem hauptsächlich Einheimische verkehren und das schmackhafte Kost zu vernünftigen Preisen bietet.

Blick von Fiesolé auf die Umgebung
Blick von Fiésole auf die Umgebung


Bereits am übernächsten Tag ist es Zeit zum Abschiednehmen von Florenz. Doch bevor wir an die Adriaküste Italiens weiterfahren, besuchen wir noch den kleinen Ort Fiesolé nördlich Florenz, der durch etruskische Ausgrabungen bekannt geworden ist. An diesem Sonntagmorgen - sozusagen auf der Durchfahrt - wollen wir uns jedoch nicht die archäologischen Funde ansehen sondern einen Eindruck von diesem kleinen, auf einer Anhöhe gelegenen Ort gewinnen. Auf dem malerischen Martktplatz findet an diesem Sonntag Morgen ein öffentlicher Markt mit produkten der Region statt. Wir flanieren an den Ständen vorbei, doch die ausgestellten Produkte erinnern entweder zu sehr an unsere Weihnachtsmärkte oder kommen - im Falle noch so leckerer agrarischer Produkte - bei uns wegen der fehlenden Zubereitungsmöglichkeiten nicht in Frage. So lassen wir es bei einem Spaziergang durch die höher gelegenen Gassen bewenden und genießen von dort bei herrlichem Spätsommerwetter die weite Sicht auf Florenz und die benachbarten Hügel. Dann geht es weiter auf der Schnellstraße nach Arezzo...

Frank Raudszus