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Wenn die Sonne im Meer bei Lucca versinkt.... |
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Abschluss der
Toskana-Rundreise in Lucca und Viareggio |
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Stationen
der
Reise: Florenz Arezzo und der Apennin Sirolo und Ancona Perugia und die Trasimenischen Seen Montepulciano und Umgebung Siena und Volterra Lucca und Viareggio
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Na ja, für den Titel mussten wir die Realität etwas beschönigen, schließlich liegt Lucca rund zwanzig Kilometer vom Ligurischen Meer entfernt. Doch diese einem uralten Schlager entlehnte Überschrift bietet sich einfach an, denn die Sonne geht nicht nur über dem nach Westen weisenden Strand unter - insofern ist der Titel korrekt - sondern sie scheint an diesem Tag auch zum letzten Mal auf unserer Reise durch die Toskana. ![]() Am Strand von Viareggio Als hätte die Sonne gewusst, dass wir heute unseren letzten vollen Tag in der Toskana verbringen, scheint sie schon am frühen Morgen aus einem blauen Himmel. Daher entscheiden wir nach einem kräftigen Frühtsück in dem rustikalen Frühstücksraum, die Besichtigung Luccas auf den Nachmittag zu verschieben und stattdessen einen Ausflug ans Meer zu unternehmen. Ein kurzer Blick in die Karte zeigt uns, dass es nur ein Katzensprung bis nach Viareggio ist, und allein der Name dieses Badeortes klingt verheißungsvoll in den Ohren. Die Fahrt dorthin verläuft problemlos - schließlich ist Samstag und die Italiener schlafen gerne aus - und belohnt uns nebenher noch mit schönen landschaftlichen Eindrücken. Rechter Hand, im Norden, erstreckt sich eine lange Bergkette, auf deren Gipfeln bereits der erste Schnee liegt, vor uns ist schon nach wenigen Kilometern in der Ferne das Mittelmeer auszumachen. In Viareggio folgen wir einfach den Hinweisen zum "Lido", bis wir auf einen langen Prachtboulevard stoßen, der wie an der Côte d'Azur unmittelbar am Ufer entlang läuft und an dessen Landseite sich Hotels aller Klassen und Stile aufreihen. Die Seeseite des Boulevards ermöglicht aber leider nicht den direkten Blick auf das Meer, sondern ist gesäumt von Boutiquen. Wir parken den Wagen gegenüber dem Hotel Royal, einem alten "Schinken" aus dem frühen 20. Jahrhundert, und schlendern den Boulevard hinunter. Dabei stellen wir fest, dass hinter den Boutiquen noch lange nicht der Strand beginnt, sondern dass dort die Hotels offensichtlich ihre "Claims" in Gestalt von Swimming Pools, Cafés und Liegewiesen abgesteckt haben. Die gesamte Länge des Strandes ist durch diese privaten Strand-Dépendancen besetzt, und nur alle ein- bis zweihundert Meter öffnet sich ein schmaler Durchgang für die Öffentlichkeit, sprich "plebs communis contribuens". Bevor wir uns der Einkaufszeile im Einzelnen widmen, begeben wir uns an den Strand und suchen uns ein windstilles Eckchen, in dem wir die warme Herbstsonne genießen können. Denn die hat immer noch erstaunlich viel Kraft, solange man sich vor dem kühlen Wind schützen kann. ![]() Kirche in Lucca Auch für die Unterhaltung ist gesorgt: kaum haben wir uns im warmen Seesand niedergelassen, sehen wir eine Flotte von Seglern den nahen Hafen verlassen. Bei genauerem Hinsehen stellen wir fest, dass hier eine "Oldtimer"-Regatta ihre Schatten vorauswirft, denn vor allem alte Schiffe - herrlich schlanke Yachten mit langen Überhängen und großer Segelfläche, kräftige Zweimast-Schoner oder umgebaute Fischerboote - bevölkern das Meer, wobei sie scheinbar regellos hin- und herfahren. Wer sich ein wenig mit dem Segeln auskennt, weiß, dass sie alle die beste Ausgangsposition für den Start suchen. Wir können uns das Spiel entspannt ansehen und uns auf den optischen Eindruck im Allgemeinen beschränken. Etwa zwei Stunden sonnen wir uns hier am Strand, wobei sogar einige Badegäste im Badanzug kommen und gehen und sich ins Wasser stürzen. Hätten wir Badesachen dabei, würden wir es glatt auch einmal versuchen. Irgendwann nimmt der Neuigkeitswert des Strandaufenthalts ab und wir beschließen, noch ein wenig den Ort kennenzulernen. Das beschränkt sich jedoch auf die Boutiquenzeile, da wir einerseits die Gunst der Stunde nutzen wollen, um die italienische Mode zu inspizieren und da andererseits die Lust auf Besichtigungen nach einer Woche mit Altstädten, Kirchen und Plätzen doch deutlich abgenommen hat. Wir genießen heute daher einen typischen Touristentag mit Sonnenbad, Strandcafé und Boutiquenbummel. Man gönnt sich ja sonst nichts! Nach weiteren zwei Stunden schleppen wir mehrere große Tüten zum Auto und begeben uns auf die Rückfahrt nach Lucca. Unsere Unterkunft bei LuccaDort angekommen entscheiden wir uns für einen Stadtrundgang. Mittlerweile hat sich die Stadt belebt, und ganz Lucca scheint auf den Beinen zu sein. Die Haupteinkaufsstraße, die sich von West nach Ost durch die Altstadt zieht, ist voller Flaneure und eiliger Einkäufer. Die schmale Gasse ermöglicht einerseits das gleichzeitige Studium der Angebote auf beiden Seiten, erschwert andererseits jedoch das Fortkommen bei so vielen Menschen. Aber dadurch ist hier auch Leben und Abwechslung, und wir lassen uns einfach durch die Innenstadt treiben. Auch hier gibt es wieder Plätze, Kirchen und alte Palazzi zu besichtigen. Wir flanieren über das ehemalige römische Amphitheater, von dem nur der freie Platz geblieben ist, und sehen uns auch die eine oder andere Kirche an. Doch so richtig will die Begeisterung für Renaissance und andere Baustile nach einer einwöchigen Besichtigungstour nicht mehr aufkommen. Man könnte fast das Buch der Bücher zitieren: "Der siebte Tag ist Ruhetag". Bei uns ist es bereits der achte! Als die Beine langsam etwas müde werden, beschließen wir, ins Hotel zurückzufahren, um den letzten Tag gemütlich ausklingen zu lassen. Den Abend verbringen wir der Einfachheit halber wieder in demselben Restaurant wie am Vorabend. Zwar gestaltet sich die Fahrt dorthin etwas abenteuerlich über enge Straßen entlang des ansteigenden Berges und durch kleine Dörfer, aber andererseits kommt dabei auch so etwas wie eine abenteuerliche Stimmung auf, da man sich ein wenig wie auf einer Bergrallye vorkommt. Das Restaurant selbst ist sehr bodenständig und zählt hauptsächlich Einheimische zu seinen Gästen. Heute, am Samstag, sind fast alle Tische reserviert und wir können von Glück sagen, noch ein kleines Zweiertischchen zu ergattern. Kurz nach uns fallen die anderen Gäste buchstäblich ein, und es wird noch ein sehr lebendiger Abend mit vielen lebhaften Gesprächen links und rechts, vor und hinter uns. Wir genießen diesen letzten Abend unter "echten" Italienern und bedauern, morgen schon abreisen zu müssen. Doch jede Reise geht einmal zu Ende, und wir werden sicher irgendwann einmal wieder in diese schöne Gegend kommen. Frank Raudszus |
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