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Adria adé |
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Von Sirolo
über Perugia zurück in die Toskana |
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Reise: Einführung
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![]() Die Altstadt von Perugia Die Fahrt über den Apennin gestaltet sich auf dieser Straße wesentlich angenehmer. Durchgehend vierspurig und in hervorragendem Zustand zieht sie sich in langen Bögen durch das Gebirge und lässt die knapp 150 Kilometer - im Gegensatz zur Herfahrt vor zwei Tagen - wie im Flug vergehen. Dabei fahren wir unter dem Schlechtwettergebiet durch, das von Westen nach Osten zieht, so dass uns Perugia mit Sonnenschein empfängt. Natürlich müssen wir hier eine Pause einlegen, hat man uns doch einen Besuch der Altstadt wärmstens empfohlen. Unser Glück beschert uns wieder einen legalen(!) Parkplatz nahe der Altstadt, so dass wie diese nicht lange suchen müssen. Oberhalb der Parkgarage zieht sich eine lange Treppe den Hang hinauf, und schon während des Aufstiegs müssen wir stehenbleiben und uns umschauen, um die Aussicht auf die umliegenden Höhen und Tiefen Umbriens zu genießen. Nach ein paar Winkeln und Haken gelangen wir schließlich auf den "Corso", eine lange, schmale Einkaufsstraße unterhalb des eigentlichen Stadtzentrums. Ein kleiner Bummel entlang den Schaufenstern von Boutiquen und Schmuckläden lohnt sich immer, doch dabei bleibt es auch, und schließlich erreichen wir den zentralen Platz an der Kathedrale. Dabei sind wir froh, unsere warmen Jacken anzuhaben, da ein eiskalter Wind durch die Gassen Perugias pfeift. Selbst mitten in der Altstadt ist der Aufenthalt alles andere als gemütlich, obwohl die Sonne scheint. Leider wird auf dem Platz gerade eine große Bühne für eine "Open Air"-Veranstaltung aufgebaut, was den Eindruck des alten Stadtzentrums deutlich beeinträchtigt. Angesichts der Tatsache, dass wir noch eine ganze Strecke bis zu unserem nächsten Ziel zu überwinden haben, und des kühlen Wetters schlagen wir den Rückweg zum Auto ein. In einem kleinen Café auf halbem Wege zur Parkgarage, das einen herrlichen Blick auf die Umgebung bietet, genehmigen wir uns noch einen "Latte", bevor wir uns wieder auf die "Autostrada" schwingen. ![]() Der Trasimenische See bei San Feliciano Die nächste Station ist der Trasimenische See, der uns auf der Herfahrt etwas enttäuscht hatte. Jetzt erwarten wir jedoch keine quirligen Badeorte mehr, sondern wollen den See einfach als Naturereignis auf uns wirken lassen. Bei Magione verlassen wir die Autobahn und nehmen die Landstraße, die südlich um den See herumführt, und bei San Feliciano biegen wir ab zum Seeufer. Dort stellen wir den Wagen auf einem verwaisten Parkplatz ab und laufen ein Stück die ebenso verlassene Uferpromenade entlang. In einem kleinen Yachthafen liegen die Segel- und Motorboote bereits unter dicken Planen im Winterschlaf, hundert Meter weiter leuchten farbige Fischerboote wie auf einem Bild von van Gogh. Ansonsten schläft der Ort den Schlaf der Nachsaison. Doch der See lacht im Sonnenschein und lockt zum Bade. Erst der zweite Blick zeigt das veralgte und zum Teil verschlammte Wasser, und der extrem niedrige Wasserstand trägt ebenfalls zu einem eher etwas traurigen Nah-Eindruck bei. So schauen wir halt horizontal über den glitzernden See und erfreuen uns an dem gegenüberliegenden Ufer mit seinen sanft geschwungenen Ufern und dem fast wolkenlosen Himmel über dem See. Da das einzige am Wasser liegende Café außer dem Kellner noch einen einzigen Einheimischen als Gast beherbergt, beschließen wir, auf eine Kaffepause zu verzichten und weiter nach Westen zu unserem nächsten toskanischen Ziel zu fahren. Der Ort heißt Cetona und liegt etwas abseits westlich der nach Süden führenden Autostrada A1. Bis zu dieser gestaltet sich die Fahrt noch relativ einfach, dann aber lässt sich das grobe Kartenmaterial nur noch schlecht auf die Realitäten auf der Straße abbilden, da sich weit und breit kein Schild nach "Cetona" zeigt. Doch nach einigem Suchen und Raten taucht plötzlich das ersehnte Schild auf und der Rest ist Routine. ![]() Cetona auf dem Berge In dem verschlafenen Cetona selbst gilt es noch einmal die Abzweigung zu unserem Domizil zu finden. Dieses liegt nämlich etwa sieben Kilometer südlich von Cetona auf dem Land und besteht aus einem ehemaligen Bauernhof, den eine deutsche Kunsthistorikerin zu einem Atelier mit Gästezimmern umgebaut hat. Auch diese Suche gestaltet sich noch ein wenig schwierig, aber schließlich landen wirt auf der richtigen Straße nach Süden und zählen zur Vorsicht die Kilometer auf dem Tacho mit, um die schmale Einfahrt mit den angekündigten "bunten Pfählen" nicht zu verpassen. Als wir auf diese stoßen, erweist sich die Vorsichtsmaßnahme als berechtigt, denn ohne gesteigerte Aufmerksamkeit nach dem siebenten Kilometer wären wir glatt vorbeigefahren. So jedoch fahren wir am späten Nachmittag bei langem toskanischen Schattenwurf auf den großzügigen Hof des Anwesens und werden als einzige Gäste persönlich und sehr herzlich von der deutschen Besitzerin und ihrem italienischen Ehemann begrüßt. Nach der langen Autofahrt ist es uns recht, das Zimmer zu beziehen, ein wenig auszuspannen und uns auf das Abendessen zu freuen, das wir zusammen mit der Familie einnehmen werden. Als die Dunkelheit hereinbricht, zündet der Hausherr den offenen Kamin an, im Radio ertönt passenderweise ein Klavierkonzert, und die Haustiere - Hund und Katzen - machen es sich in den schönsten Ecken bequem. Wir genießen nicht nur ein üppiges und vielfältiges Abendbrot sondern auch eine anregende Unterhaltung mit unseren Gastgebern, die sich alle Mühe geben, unseren Aufenthalt angenehm und familiär zu gestalten. Die Dame des Hauses spielt nebenbei noch Dolmetscherin zwischen Deutsch und Italienisch, denn leider sprechen wir nicht die Landessprache - das muss sich definitv ändern! - und Ehemann wie Sohn nicht Deutsch. dennoch wird es ein sehr unterhaltsamer Abend, der dank gutem Essen und süffigem Wein wie im Flug vergeht. Morgen werden wir uns die Umgebung mit den Orten Cetona, Sarteano, Montepulciano und Pienza ansehen. Frank Raudszus |
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