Reisen Die Freuden des Strandlebens

                                                       
April 2010
Ein Ausflug zur Badeinsel Elafonisi

 
Die Stationen der Reise:

Rethymno
Maroulás und Arkadi
Argiropoulis und Moni Préveli
Miliá
Elafonisi
Chania
Akrotiri
Makrigialos
Kato Zákros
Dasaki-Schlucht
Elounda
Rosá-Schlucht




























Ihre Meinung über E-Mail hier


Am nächsten Morgen, der sich wieder mit strahlendem Sonnenschein naht, stellt sich die Frage, wie der Tag zu gestalten sei. Man könnte eine Bergwanderung ober- oder unterhalb unseres Dorfes unternehmen, aber die Auskünfte über die Wanderwege sind zwiespältig und zeugen von keiner großen Wandertradition. Als Alternativen lockt die Fahrt an die Badestrände von Elafonisi. Das ist eine kleine Insel im äußersten Südwesten Kretas, die über einen schmalen Sandstreifen vom  Ufer der Küste zu erreichen ist und angeblich selbst einmalige Strände bietet. Da  die Sonne von Minute zu Minute kräftiger vom Himmel brennt, ist die Entscheidung schnell gefällt. Mit Badesachen und einer Vesper ausgerüstet, schwingen wir uns ins Auto und quälen uns die Schotterpiste bis nach Vlatos hinunter, von wo es dann auf der normalen Inlandsstraße weiter geht nach Südwesten über Elos und Vathi Richtung Küste. Die Fahrt dorthin ist selbst schon ein Erlebnis, führt sie doch über eine kurvenreiche Straße erst auf und ab über die besagten kleinen Orte und dann in langen Kurven zwischen den Berghängen hindurch hinab zum Meer, das schon lange vorher intensiv von ferne leuchtet.

Der Strand von Elafonisi
Der Strand von Elafonisi


Endlich erreichen wir den Ort Elafonisi, der lediglich aus einigen Häusern – Tavernen! - besteht, und kurven vorsichtig über eine von Schlaglöchern durchsetzte Schotterpiste – wieder einmal! - hinunter zum Strand, der um diese Jahreszeit einsam und verlassen daliegt. Vor dem baumumstandenen Parkplatz erstreckt sich ein weitläufiger, flacher Strand mit einer Lagune, auf deren anderer Seite sich die Insel Elafonisi aus dem Wasser erhebt. Tatsächlich erstreckt sich der Strand fast durchgehend bis zur Insel, und man muss lediglich die Schuhe ausziehen, um eine etwa zwanzig Meter breite, flache Furt zu durchwaten. Auf der anderen Seite erstreckt sich ein ebenso weitläufiger, fester Strand bis zu der Dünenlandschaft der Insel, die Zugvögeln und Schildkröten als Rückzugsort dient. An der Südseite der Insel sind die vorgelagerten Felsen immer wieder unterbrochen durch idyllische Strandabschnitte mit feinem, weißem Seesand, und die hinter dem Strand aufsteigenden Dünen bieten dem Badegast lauschige, windgeschützte Lagerplätze. Die ganze Anlage der Insel, vom weitläufigen Parkplatz bis zu den abgesteckten Gehwegen und den abgesperrten Schutzgebieten für Fauna und Flora, lässt darauf schließen, dass hier im Hochsommer ein ziemlicher Touristentrubel herrscht.

Schafe auf der Straße - keine Seltenheit
Schafe auf der Straße - keine Seltenheit

Jetzt jedoch herrscht hier vor allem eine paradiesische Ruhe. Wir sind gegen halb elf morgens offensichtlich die einzigen Besucher. Kein Auto steht auf dem Parkplatz, und auf dem Weg zur Insel Elafonisi begegnet uns ebenfalls kein Mensch. Wir suchen uns in windgeschütztes Plätzchen am Rande der Dünen und genießen die bereits erstaunlich starke Märzsonne. Erst im Laufe der nächsten zwei Stunden kommen neue Sonnenhungrige, meist in Paaren, und verteilen sich  schnell über den langen Strand.

Irgendwann beginnt sich die Sonne zu senken und der kühle Wind stärker bemerkbar zu machen. Nach einem längeren Spaziergang durch die Dünenlandschaft der Insel beschließen wir, zu unserer Unterkunft zurückzukehren. Ein heißer Tee in der einzigen Taverne im nächsten Ort weckt unsere Lebensgeister, und dann schrauben wir uns wieder durch die Kurven der bergan führenden Straße hinauf nach Vathi, Elos und Vlatos, ehe wir über die uns mittlerweile nicht mehr schreckende Schotterpiste Milia erreichen, Als ertes sammeln wir erst einmal  - wie Steinzeitmenschen – trockenes Laub und Reisig, um unseren Kamin einzuheizen. Erst als dieser vielversprechend bullert, entspannen wir uns bei einem guten Buch. Doch diese Zwishenzeit währt nicht lange, denn heute haben wir uns bereits für sieben Uhr zum Abendessen angemeldet, um noch je eine Portion vom Lammbraten zu ergattern, der gestern bereits ausgegangen war.


Morgen geht es zurück in die Zivilisation nach Chania.

Frank Raudszus
 

Übersicht

Gästebuch

Home