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Kretas Nordosten –
die schönste Ecke |
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Ausflüge nach Agios Nikolaos und Kritsá
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„Nichts ist schlimmer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen“ - dieses alte Sprichwort kommt uns bereits am zweiten Tag in unserem Urlaubshotel in den Sinn. So schön der Luxus und der Service einer solchen Umgebung im ersten Moment sind, so sehr führen sie letzten Endes zu Langeweile und Unzufriedenheit. Wir ändern daher unsere ursprüngliche Absicht, hier nur noch auszuspannen, und gehen wieder auf Erkundungstour. ![]() Die Hotelanlage von Elounda Der nächste größere Ort ist das nur zehn Kilometer südlich gelegene Agios Nikolaos. Unser erster Ausflug nach einem ganzen Tag des Nichtstuns (außer Lesen und Sonnenbaden) führt uns dorthin. Die Straße von Elounda führt immer am Wasser entlang bis ins Herz der Altstadt. Unmittelbar hinter dem alten, bei Wind und Seegang nicht besonders ruhigen Hafen liegt ein ehemaliger Süßwassersee, den man mit dem Meer verbunden hat und der nun den kleinen Fischerbooten eine geschützte Bleibe bietet. An seiner Nordseite verbindet eine Brücke die beiden Ufer und dient als Trennung zum Hafen. Neben der Brücke haben sich einige lauschige Restaurants niedergelassen. Auf der anderen Seite des Sees erhebt sich eine steile Felswand, deren oberen Rand eine Reihe von Restaurants mit bestem Ausblick auf Hafen und Altstadt ziert. Im Ort selbst findet man außer zwei verkehrsberuhigten Einkaufsstraßen hauptsächlich alte, verwinkelte Gassen mit kleinen Kirchen und verschwiegenen Restaurants. Am Tag darauf stellt sich die Frage, was heute zu besichtigen ist. Nach einem Blick auf das – zum ersten Mal! - durchwachsene Wetter beschließen wir, den weiteren Ausflug auf die Hochebene von Lassithi vorerst zu verschieben und uns heute die Kirche von Krítsa zu besichtigen. Dieser Ort liegt neun Kilometer landeinwärts von Agios Nikolaos, und die Kirche Panagia i Kirá istberühmt für ihre Fresken aus mehreren Epochen. ![]() Ziegen auf der Gebirgsstraße Wir schrauben uns bei – wie immer – dünnem Verkehr die Kurven nach Kritsá hoch und sehen dabei stets den wie an den Hang geklebten Ort vor uns. Als wir dort ankommen, entdecken wir kein Hinweisschild zur Kirche, stattdessen jedoch den Wegweiser „Plateau Katharo Kritsá“. In der Annahme, es handele sich dabei um eine oberhalb von Kritsá gelegene Aussichtsplattform, folgen wir dem Schild, das uns schnell in engen Kurven über Kritsá hinausführt. Hinter jeder Kurve vermuten wir das „Plateau“, doch es geht immer weiter aufwärts. Die Bebauung verschwindet langsam, stattdessen sehen wir nur hin und wieder einzelne Bauernhöfe, die schon fast an Einsiedlerbehausungen denken lassen. Die Vegetation wird niedriger und ruppiger, die Kurven enger, und hin und wieder laufen Ziegen einzeln oder in Gruppen über die Straße. Nicht nur die Kurven erfordern Aufmerksamkeit sondern auch die plötzlich erschreckt auf die Fahrbahn springenden Ziegen. Immer weiter geht es hinauf, die Landschaft wird immer gebirgiger und unwirtlicher, bald sind nur noch Felsen, niedriges Gestrüpp und vereinzelte, windschiefe Bäume zu sehen. nach einer endlos scheinenden Zahl von Kurven erreichen wir schließlich einen Pass, und dahinter öffnet sich plötzlich eine weite, ringsum von Berghängen umstandene, grüne Hochebene. Das Regenwasser von den Bergen fließt hier nicht ungenutzt ins Mittelmeer sondern begrünt die Hochebene. Hier blüht offensichtlich die Landwirtschaft, und das Felsengrau der Auffahrt weicht hier einer breiten Palette von Grüntönen. ![]() Wandern über Felsenhänge mit Meerblick Wir fahren etwas in die nur sehr spärlich besiedelte Hochebene hinein, da sie aber außer dem satten Grün und landwirtschaftlichen Flächen nichs Spektakuläres zu bieten hat, beschließen wir, die von der hochführenden Straße ausgehenden Wanderwege für eine kleine Bergtour zu nutzen. Wir fahren zurück über die Passhöhe und halten an einem Wander-“Einstieg“ mit dazugehöriger Wanderkarte. Der gut markierte Weg führt mitten durch die Felsenlandschaft der nach Osten abfallenden Hänge. Zuerst geht es in eine kleine Schlucht und von da aus hoch auf einen Bergrücken. Von hier aus eröffnet sich ein eindrucksvoller Ausblick auf den Mirabello-Golf vor Agios Nikolaos mit seinen vielen Buchten und verstreuten Inseln. Doch wegen des schwierigen Weges durch die Felsen kann man nur entweder wandern oder schauen, beides geht nicht, ohne Gefahr zu laufen, auf dem losen Schotter ins Rutschen zu geraten. So marschieren wir weiter abwärts in die nächste Schlucht und wieder auf die nächste Anhöhe. Da es sich hier leider um keinen Rundweg handelt, beschließen wir nach einer knappen Stunde umzukehren und legen die gleiche Strecke noch einmal aus umgekehrter Perspektive zurück. Die Ausblicke auf das ferne, ach so blaue Meer lassen wir uns dabei natürlich nicht entgehen. Bei der Rückfahrt halten wir in Kritsá, um uns jetzt die Kirche anzuschauen. Als wir sie im Gewirr der engen, auf und ab führenden Gassen schließlich gefunden haben, müssen wir leider feststellen, dass sie geschlossen hat. So hat halt heut die Natur über die Kultur gesiegt! Den Abschluss dieses Ausflugs bildet eine gemütliches Mittagessen am Hafen von Agios Nikolaos mit – natürlich! - einem griechischen Salat und Weißwein. Morgen werden wir uns noch einmal nach Westen wenden, um die Rosá-Schlucht kennenzulernen. Frank Raudszus |
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