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Auf der Suche nach
der verlorenen Schlucht..... |
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Ein schwieriger Einstieg in die gewaltige Rosá-Schlucht bei Kera
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Die Stationen der Reise: Rethymno Maroulás und Arkadi Argiropoulis und Moni Préveli Miliá Elafonisi Chania Akrotiri Makrigialos Kato Zákros Dasaki-Schlucht Elounda Rosá-Schlucht Ihre Meinung über E-Mail hier |
Heute ist Donnerstag und unser vorletzter Tag im „Elounda Beach Hotel“. Da auch heute wieder kein typisches Strandwetter herrscht – etwas zu kühl und zu windig -, beschließen wir, nun die Hochebene von Lassithi und deren Umgebung zu erkunden. Auf der Schnellstraße erreichen wir den Badeort Malià östlich von Heraklion in etwa zwanzig Minuten. Von dort schlängelt sich eine gute Straße hinauf in die Berge des Binnenlands. Unser Ziel ist die Rosá-Schlucht, die man angeblich in eineinhalb Stunden durchwandern kann. Zwar muss man dann den Rücktransport zum Einstiegsort organisieren, doch wir wollen eigentlich nur ein Stück weit hineingehen und dann umkehren. ![]() Der "falsche" Einstieg in die Rosá-Schlucht bei Kera Auf der Strecke kommen wir durch den kleinen Ort Krassi, der mit vielen einladenden Tavernen lockt, doch für eine Pause ist es noch zu früh und außerdem haben wir sehr gut gefrühstückt. Weiter geht es in immer engeren Kurven und Serpentinen hinauf nach Kera. Dieser kleine Ort hoch auf einem Felsen ist deutlich ruhiger als Krassi – man kann auch sagen: verschlafen. Doch für uns ist er nur ein „Haltepunkt“, denn zwischen Kera und dem „Homo Sapiens Museum“ soll der Einstieg in die Schlucht liegen. Natürlich entdecken wir, wie bei der Dasaki-Schlucht, keinen einzigen Hinweis und stehen plötzlich vor besagtem Museum, das zwar über einen großen Parkplatz und die Infrastruktur für viele Besucher verfügt, uns aber derzeit nicht interessiert. Der Pförtner versteht unsere Frage nach der Schlucht offensichtlich falsch und schickt uns weiter den Berg hinauf, bis wir von der Passhöhe aus in die weite und grüne Lassithi-Hochebene schauen. Hier ist die Schlucht sicher nicht. Wir fahren wieder hinunter bis Kera und entdecken unmittelbar oberhalb des Ortes einen Parkplatz und eine Wanderkarte, auf der die Schlucht eingezeichnet ist. Zwanzig Meter weiter führt tatsächlich eine schmaler Stieg zum Flussbett hinunter, den wir natürlich sofort hinunter steigen. Doch dort geht es nur im felsigen und engen Bachbett oder eigentlich gar nicht voran. Nach zehn Minuten wird das Bachbett derart unwegsam, dass wir umkehren und diesen Weg als falsch erkennen. Eine Nachfrage in der nächsten Taverne schickt uns in einen Seitenweg unterhalb des Lokals, aber auch von diesem Weg finden wir keinen Weg hinunter in die Schlucht. Schließlich gehen wir zurück zum Parkplatz und stellen fest, dass der Einstieg deutlich oberhalb des Parkplatzes liegen muss. ![]() Blick von oben in die Rosá-Schlucht Im dritten Versuch finden wir endlich den offiziellen Wanderweg in die Rosá-Schlucht. Wir schreiten den breiten Fußweg munter voran, und nach zehn Minuten erreichen wir eine Aussichtsplattform auf einer einzeln stehenden Felsspitze. Von hier aus haben wir einen Blick hinunter in die Schlucht, der den Betrachter förmlich nach unten zieht. Instinktiv hält man sich fest oder hält einen halben Meter abstand von der nur hüfthohen Brüstung. ![]() ... und der Blick von unten Doch von hier aus geht der Weg nicht weiter, denn die Aussichtsplattform liegt sozusagen in einer sehr luftigen Sackgasse. Wir gehen ein Stück zurück zur Wegegabelung, von der es weiter hinunter in die Schlucht geht. Der Wanderweg wird jetzt zusehends enger, steiler und schwieriger. Bald muss man die Hände zur Hilfe nehmen, und an beiden Seiten des teilweise mit groben Sfufen bestückten Trampelpfads geht es steil nach oben bzw. nach unten. Als wir den weiteren Weg mit dem Auge verfolgen, sehen wir, wie er sich an einer hunderte von Metern senkrecht verlaufenden Felswand steil nach unten entlang windet und dabei nur von einem dünnen Handlauf gesichert ist. Als „Flachland-Tiroler“ mit nicht wirklich berggerechter Ausrüstung entscheiden wir, dass Vorsicht dr bessere Teil der Tapferkeit ist, und brechen den Abstieg ab. Nach einem etwas beschwerlichen Aufstieg sitzen wir wieder im Auto und begeben uns jetzt über Kera und Gounies an den Ausgang der Schlucht, weil ein Einstieg von unten ungefährlicher und angenehmer ist. Tatsächlich finden wir den Ausgang der Schlucht auf Anhieb und können den Wagen direkt davor auf der einsamen Straße abstellen. Auf der Fahrt hierher sind wir keinem anderen Fahrzeug begegnet, also dürfte unser Wagen niemanden stören. Wir folgen nun dem felsigen Bachbett von oben auf einem gut markierten, jedoch durchaus „sportlichen“ Weg. Wieder handelt es sich um einen nur durch seitliche Steinränder markierten Trampelpfad, der anfangs noch in leichten Windungen und mit angenehmer Steigung durch die Felsen und die überall wachsenden Bäume und Sträucher verläuft, sich dann aber bald zu einem richtigen Gebirgsweg hinaufschwingt. Nun rutscht das lose Geröll unter den Schuhen davon, immer größere Schritte auf und über größere Felsen sind nötig, und teilweise geht es direkt durch das derzeit knochentrockene Flussbett. Die hohen Felswände mit ihren schräg verlaufenden Strukturen wachsen immer dichter zusammen, und link und rechts stieben Ziegen laut meckernd davon und leichtfüßig die Felsen hinauf. ![]() Strandidylle von Maliá - fast ein wenig surrealistisch Wir folgen der an der engsten Stelle höchstens zehn Meter breiten Schlucht Windung um Windung und durchsteigen dabei einige kleinere und dennoch spektakuläre Wasserfälle, die nun allerdings kein Wasser führen. Überhängende und umgestürzte Bäume sowie ein schwieriger Untergrund erfordern immer mehr Aufmerksamkeit und Beweglichkeit, doch wir gehen in langsamem Tempo stetig voran und haben sogar noch Zeit, die seltenen Pflanzen in dieser Schlucht zu bestaunen. Als wir schließlich von unten hoch droben die Aussichtsplattform entdecken, auf der wir noch vor einer Stunde gestanden haben, ist dies ein Zeichen, den Aufstieg abzubrechen, da wir sozusagen den „Anschluss“ gefunden haben. Der Abstieg geht leichter vonstatten als befürchtet, und nach zwanzig Minuten erreichen wir heil und gesund wieder unser Auto. Den Ausflug beenden wir mit einer kleinen Vesper im einzigen geöffneten Strandrestaurant von Maliá. Dabei müssen wir noch zu unserem Schrecken feststellen, dass Mailia das „Arenal“ von Kreta ist. Was wir in den knapp zwei Wochen nicht einmal gesehen haben, erfahren wir jetzt in kompakter Form. Die Zufahrten zum Strand erinnern an die Straßen unmittelbar hinter „Ballermann 7“ auf Mallorca. Kneipen, Restaurants, Spielsalons und andere Vergnügungsstätten in schreiend bunten Farben säumen die Straße an beiden Seiten bis hinunter zum Strand. Jetzt im Frühjahr ist alles gähnend leer bzw. geschlossen, aber man kann sich lebhaft vorstellen, wie es hier im Juli und August zugeht! In der „Beach Bar“ sind wir jedoch die einzigen Gäste und dürfen nach dem griechischen Salat mit Wein sogar noch eine Siesta auf den hauseigenen Strandliegen halten. Nach einer halben Stunde steigen wir frisch gestärkt wieder ins Auto, um nach einem erlebnisreichen Tag wieder ins Hotel zurückzukehren. Frank Raudszus |
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