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Über die Abgründe der Liebe.... |
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Studenten des Mozarteums präsentieren
einen Abend mit melancholischen Liedern über die Liebe |
Gleich gegenüber dem
Mozarteum liegt in der Paris-Lodron-Straße eine alte Druckerei.
Hier hat das Mozarteum ein kleines Theater eingerichtet, in dem die
Studenten szenische und musikalische Aufführungen
präsentieren können. Am 17. Mai fand hier ein Gesangsabend
statt, der jedoch wenig mit dem klassischen Gesang zu tun hatte. Schon
der Doppeltitel "...und hätte der Liebe nicht...!" (Korinther 1,
Kap. 13) und "50 ways to leave a lover" zeigte die Spannbreite des
Themas dieses Abends von bibelnaher Liebesauffassung bis zu
nüchtern-sarkastischem Beziehungsmanagement. Fünf junge
Frauen und zwei junge Männer trugen Lieder Herbert
Grönemeyer, Tom Waits, Georg Danzer und Tim Fischer vor, um nur
einige bekannte Namen zu nennen. Stets geht es dabei um Liebe und Leid,
Anziehung und Abstoßung, Anfang und Ende der Liebe. Die
musikalische Begleitung und Untermalung kam von einer seitlich der
Bühne aufgestellten Zweimann-Band mit Klavier und Bass.Zu Beginn stehen sieben Liegestühle vor einer rot angestrahlten Wand. Dann schlendert eine junge Frau im Freizeitdress und mit Sonnenbrille aus den Kulissen auf die Bühne und beginnt mit Herbert Grönemeyers "Ich hab dich 100mal gesucht...", einem zehnstrophigen Lied auf eine verzweifelte weil vergebliche Liebe. Anschließend setzt sie sich in mondäner Pose in einen Liegestul, und die nächste Dame tritt auf, nun mit Tom Waits' "Take me home". So geht es weiter: jede Solistin belegt nach ihrem Vortrag einen Liegestuhl und folgt den nächsten Gesangseinlagen mit betont gelangweiltem, leicht blasiertem Gesichtsausdruck. Die Mänenr geben als Kontrast den "coolen" Aufreißer, der sich seiner Sache in Wirklichkeit gar nicht so sicher ist. Man spielt das Spiel "Liebe interessiert mich nicht" und drückt doch gerade in den eigenen Liedern genau das Gegenteil aus. Zur Auflockerung gibt es dann zwischendurch auch kleine Duette, so dass unsterbliche "Que sera, que sera" in einer modernisierten Fassung. Auch das Lokalkolorit, sprich die österreichische Mundart, kommt hier zur Geltung. Georg Danzers "Vorstadtcasanova" bringt das ganze hilflosen Machotum eines Vertreters eben dieser Gattung zum Ausdruck und setzt die Tradition der kritisch-humoristischen Chanson des zeitgenössischen Österreichs nahtlos fort. Auf Englisch, Französisch und Deutsch, dann wieder im urigsten Weanerisch, geht es weiter, und nach und nach bildet sich ein breites Panorama prä- und posterotischer Befindlichkeiten heraus, wie man sie aus Romanen, Filmen, dem Bekanntenkreis und nicht zuletzt aus eigener Erfahrung kennt. Bittersüßes liegt dicht beim Überschwänglichen, dann wieder regieren Wut und Enttäuschung, auch die Verzweiflung der Betrogenen und Verschmähten kommt nicht zu kurz. Der Abend endet mit dem Slogan "Just drop off the key, Lee/And get yourself free" aus dem Titelsong "Fifty Ways to leave your Lover" von Paul Simon. Die jungen Darsteller boten an diesem Abend eine nicht nur unterhaltsame sondern auch ausdrucksstarke Partie und entführten das Publikum des kleinen Theaters in die vertrackte und verwinkelte Welt der erotischen Beziehungen. Die Stimmen ließen sich durchweg hören, die Interpretation ging unter die Haut und die schauspielerischen Fähigkeiten waren, wenn auch unterschiedlich, durchaus beachtlich. Wer die Möglichkeit hat, während eines Salzburgbesuches dieses oder ein ähnliches Konzert von Studenten des Mozarteums zu besuchen, sollte die Gelegenheit unbedingt nutzen. Weitere Informationen findet man unter: http://www.moz.ac.at/ Frank Raudszus |
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