Mit dem Fahrrad rund um den Bodensee

Eine abwechslungsreiche Rundreise auf gepflegten Fahrradwegen
 
Der Herbst eignet sich ideal für eine Fahrradtour in deutschen Landen. Auch hier gibt es Gegenden mit einem "goldenen Oktober", die sich für eine Erkundung per Pedal anbieten. Um das allgemein bekannte Problem der Anreise und Rückkehr zum Ausgangspunkt zu lösen, sollte man eine Rundtour wählen. Der Bodensee eignet sich ideal für eine einwöchige Radtour, ohne sich sportlich verausgaben zu müssen, und ist darüber hinaus bekannt für sein mildes Klima. Daher haben wir uns dazu entschlossen, dieses Jahr im Herbst die Ufer des Bodensees zu erkunden. 

Samstag, 12. Oktober 1996

Wir reisen mit dem PKW über die A81 an und nehmen Quartier in Konstanz nah dem Fähranlegen zur Insel Mainau. Das schöne Wetter und der noch junge Tag verlocken zu einer ersten Fahrt zur Insel Reichenau westlich von Konstanz. Die Insel ist über einen Damm einfach zu erreichen und besteht zum großen Teil aus Gemüseplantagen und -treibhäusern. Wer will, kann das Münster und ehemalige Kloster besichtigen, wer eher kulinarisch gesinnt ist, besucht das Café in Mittelzell und genießt den hervorragenden Kuchen. Auf jeden Fall sollte man die Insel einmal mit dem Rad umrunden. Auf dem Rückweg steckt man sich noch einige Äpfel und Birnen ein, die am Wegesrand locken, und radelt am Naturschutzgebiet entlang zurück nach Konstanz. Anschließend empfiehlt sich ein Bad im Thermal- und Mineralbad von Konstanz, den Abend läßt man z.B. in der rustikalen Gastwirtschaft (und Hotel) "Traube" nicht weit vom Freibad bei deftigem deutschen Essen ausklingen. 

Sonntag, 13. Oktober 1996

Dichter Nebel hüllt den Ort am Morgen ein, so daß die Sicht auf den See anfangs fehlt. Dafür entschädigen gute, geteerte Radwege. Unser Ziel ist Überlingen am Nordufer des Sees. Dazu müssen wir die Halbinsel "Bodanrück" umrunden. Die erste Station ist die Insel Mainau, bekannt für ihre tropische Vegetation. Wegen des trüben Wetters und der mittlerweile verblühten Flora verzichten wir jedoch auf einen Besuch und radeln weiter. Gegen halb elf kommt die Sonne durch und gibt den Blick auf den See frei. Bei Wallhausen müssen wir jedoch das Ufer verlassen, da die Marienschlucht eine Weiterfahrt per Rad unmöglich macht. Erst geht es hinauf nach Dettingen und Liggeringen, dann in brausender Fahrt - leider auf der Landstraße - hinab nach Bodman im äußersten Nordwest-Zipfel des Bodensees. Durch weite Obstplantagen radeln wir durch den kleinen Ort bis zum Ufer, wo wir auf einer Restaurant-Terrasse den frischen Suser und den Blick auf den Überlinger See genießen. Die letzten Segelboote der Saison liegen fast bewegungslos auf dem spiegelglatten See und ermöglichen den Seglern einen beschaulichen Nachmittag auf dem See. 

Nach dieser Vesper geht es weiter am Ufer entlang nach Ludwigshafen und dann entlang der Uferstraßen auf einem breiten Radweg über Sipplingen nach Überlingen. Dort quartieren wir uns in dem Hotel "Stadtgarten" ein, das durch seinen nahezu toskanischen Baustil besticht und außerdem über ein Schwimmbad verfügt. Da der Nachmittag noch jung ist, radeln wir anschließend gemütlich durch den gepflegten Ort mit seiner breiten Seepromenade, dem handgepflasterten Marktplatz, den alten aber liebevoll restaurierten Häusern und dem Hafen mit den Segelbooten. Bei dem herrlichen Wetter ist alles unterwegs, was Beine hat, und so können wir die Fahrräder meistens nur schieben. 

Montag, den 14. Oktober 1996
 
Gegen halb zehn hat sich der leichte Morgennebel verzogen, und wir können bei strahlendem Sonnenschein aufbrechen. Wieder führt uns der gepflegte und gut ausgezeichnete Radweg am Ufer entlang. Außerdem kann man in dieser Jahreszeit - und überdies am Montag - auch einmal die den Fußgängern vorbehaltenen Wege unmittelbar am Ufer benutzen, da kaum jemand spazierengeht. In Unter-Uhldingen legen wir die erste Pause ein, um die bekannten steinzeitlichen Pfahlbauten zu besichtigen. Eine engagierte Führerin schildert den Hintergrund und die Entwicklung der Pfahlbauten über die Jahrtausende und erklärt die verschiedenen Ausstellungsstücke. Erstaunlich, wie findig man damals schon bei der Werkzeugherstellung war. In Anbetracht der damaligen Materialien und Kenntnisse erübrigt sich jeglicher zivilisatorischer Hochmut. 
Pfahlbauten bei Unter-Uhldingen... 


Weiter geht es nach Meersburg. Durch das westliche "Stadttor" reiten wir auf unseren Drahteseln ein und bleiben gleich bei einem Winzer hängen, der unterhalb des Schlosses mitten in der Altstadt - Fußgängerzone, wie herrlich - seine S(a)user anbietet. Dazu schmeckt das Vesperbrot doppelt gut. Auch Meersburg präsentiert sich als Schmuckstück der deutschen Bodenseeküste. Viel alte Baukunst, wenig Autos, Parks und Promenaden: hier könnte man bleiben! Uns zieht es allerdings weiter in Richtung Lindau, unserem heutigen Etappenziel. In Friedrichshafen legen wir eine Rast ein und gönnen uns kurz entschlossen eine halbstündige Rundfahrt mit zwei alten Kapitänen in einem schönen Teakholz-Motorboot. Die anschließende heiße Schokolade im Terrassen-Café auf der Promenade scheint den Umsatzerwartungen des Wirtes nicht zu entsprechen, so daß er uns zu lange warten läßt. Wir verzichten und radeln weiter, da sich die Sonne neigt und wir noch eine beachtliche Strecke vor uns haben. Die nächsten Stationen lauten Eriskirchen, Langenargen, Kressbronn und Nonnenhorn, mal am See, mal etwas weiter im flachen Land. Ausnahmslos zeigen sich diese Orte von ihrer besten Urlaubs-Seite, so daß man die Qual der Wahl hat, wo man den nächsten Sommerurlaub verleben möchte. Als wir nach Wasserburg kommen, gefällt uns das Ambiente der Halbinsel mit ihren lauschigen Hotels und Pensionen so gut, daß wir kurzerhand unser Ziel umdefinieren und uns im Hotel "Zum lieben Augustin" einquartieren. Die Kleine Dependance des Hotels liegt über die Straße direkt am Ufer mit einem traumhaften Blick nach Westen über den ganzen See auf die untergehende Sonne. Das Hotelrestaurant besticht durch seine Holztäfelung und lädt erfolgreich zum Verweilen bei einem ausgiebigen Abendessen mit frischem Bodensee-Fisch ein. Wer noch körperliche Betätigung benötigt, kann einige Runden im kleinen aber gepflegten Pool drehen und sich anschließend - oder vorher - in der Haus-Sauna entspannen. 

Dienstag, den 15. Oktober 1996

Leider ist der Himmel heute etwas trübe, und es sieht nicht nach flüchtigem Morgennebel aus. Gegen zehn Uhr schwingen wir uns auf die Räder. Erste Station ist Lindau, die Stadt auf der Insel. Ein steinerner Löwen und der 30 Meter hohe Leuchtturm bilden die Endpunkte der beiden Molen und begrüßen jedes einlaufende Schiff. Natürlich dürfen wir uns diese Sehenswürdigkeiten nicht entgehen lassen. 

Löwe und Leuchtturm in Lindau... 

Dann geht es weiter Richtung Österreich. Vor Bregenz überschreiten wir ohne jegliche Formalitäten die Grenze und radeln weiter am Ufer entlang im Zickzack durch Vororte, Sportstätten, Naturschutzgebiete und an Yachthäfen vorbei. Die Radwege hier sind erstklassig, sogar etwas großzügiger als an der engeren deutschen Nordküste. Hinter Bregenz überqueren wir den Ach in der Nähe sehenswerter Stromschnellen, die einen kurzen Zwischenstop rechtfertigen. Weiter geht es durch feuchtes, schilfbestandenes Flachland, über Deiche, eine historische überdachte Holzbrücke und schließlich bei Fußach über den Rhein. Die Suche nach einer ländliche Gaststätte für eine Vesper verläuft ergebnislos, so daß wir unsere Brötchen auf einem Holzstapel sitzend verzehren. Gepflasterte landwirtschaftliche Wege führen uns jetzt durch brettebenes Weide- und Ackerland ohne jeglichen Autoverkehr. Wie angenehm! Aber die Strecke beginnt sich zu ziehen, da die Zickzack-Fahrerei zwar viel Kilometer aber wenig "Vormarsch" bringt. In Gaißau überqueren wir schließlich den Altrhein und radeln weiter nach Altenrhein direkt am Bodensee-Ufer, Aber der Ort ist leer und trostlos, typisch herbstlich, und auch hier lockt kein gemütliches Café zum Verweilen. Der nächste Ort, Staad, ein häßliches Reihendorf mit viel Industrie und einem Flugplatz, zeigt keinerlei touristische Höhepunkte und zeichnet sich nur dadurch aus, daß man zügig durchfahren kann. Dann, in Rorschach, finden wir endlich mit dem Café "Mozart" einen Ankerplatz. Dank einem Firmenjubiläum gibt es heute sogar gratis "Kuchen satt", was wir kräftig nutzen. Zum Dank ziehen wir gleich in eine neu eingerichtete Suite im zweiten Stock ein, da wir heute keine Lust mehr haben weiterzuradeln. 

Stromschnellen im Ach...

 

Mittwoch, den 16. Oktober 1996


Am Morgen weckt uns starker Regen. Na prima! Er läßt erst nach einem ausgiebigen Frühstück nach. Daher kommen wir erst gegen halb elf los. Ein grauer Himmel entläßt immer wieder leichten und bisweilen zunehmenden Regen. Dadurch wirken die Orte eher trist und vorwinterlich, der See liegt bleiern zur Rechten, das deutsche Ufer im Norden ist kaum auszumachen. An Horn und Arbon führt der Weg nach Romanshorn, weiter an Sommerhäusern, Obstplantagen, kleinen Häfen und Werften vorbei bis nach Kreuzlingen, dem "Gegenstück" zu Konstanz. Beide Orte gehen ineinander über. Auf einer Bank direkt an der mit einem Zaun verriegelten Grenze zu Deutschland verzehren wir unsere Vesperbrötcchen. Man merkt, daß die Schweiz nicht in der EU ist. Ein Grenzübergang ist jedoch nicht erforderlich, da uns unser Weg weiter nach Stein am Rhein am südwestlichen Zipfel des Bodensees führt. Vor Gottlieben überrascht uns eine Reifenpanne, die wir schnell durch den Austausch des defekten Schlauchs beheben. In Gottlieben direkt am Ufer legen wir die lange verdiente Pause im Hotel und Restaurant "Krone" ein. Das Haus zeigt Charakter und gediegene Qualität, offensichtlich dient es betuchten Schweizern als Wochenend-Refugium. Hier könnten wir eigentlich schon unsere Zelte aufschlagen, aber das Hotel kann weder Sauna noch Schwimmbad anbieten. So steigen wir nach Kaffee und Kuchen etwas schweren Herzens wieder auf unsere Räder, um weiter nach Stein zu radeln, immer auf der Suche nach einem Hotel mit der passenden "Ausrüstung". Heute jedoch nimmt das Unglück seinen Lauf: Der eben geflickte Reifen gibt wieder seinen Geist auf, offensichtlich hat der Mantel ein Loch, durch das spitze Steine ihren Weg zum prall gefüllten Schlauch finden. Nach längerer Suche finden wir das vermaledeite Loch und decken es mit einem Flicken ab. Hoffentlich hält es! Mit der Angst vor einer dritten Panne im Nacken geht es weiter. Es beginnt stärker zu regnen. Der Radweg hört auf, und wir müssen auf die stark befahrene Landstraße ausweichen. Die Autos sprühen zusätzliche Wasserschleier über uns und rauschen dicht an uns vorbei. Angenehm ist das nicht, aber es findet sich keine Unterkunft, die unsere Gnade findet. 
 
Der Untersee... 
Langsam haben sich Schwimmbad und Sauna als "Fata Morgana" in den Köpfen festgesetzt. In einem Hotel hören wir, daß der "Chlosterhof" in Stein alle Wünsche befriedige. Trotz zunehmendem Regen und langsam einsetzender Dämmerung beißen wir die Zähne zusammen und radeln weiter. Hinter jeder Kurve enttäuscht der Blick auf eine neue Gerade und weitere Kurven die stillen Hoffnungen. Das Ziel ist immer ferner als das Wunschdenken uns vorspiegelt. Endlich, gegen halb sechs, laufen wir völlig durchnäßt in Stein am Rhein ein. Der Sinn steht uns nicht nach dem hübschen Marktplatz mit seinen alten Häusern, sondern nur nach einem Hotelzimmer, Schwimmbad und Sauna. All das findet der ermüdete Radler im Chlosterhof vor. Zwar gehört das Hotel nicht gerade zur unteren Preiskategorie, aber das Angebot läßt den Geldbeutel vergessen und entschädigt für die Mühe des Tages. Nach ausgiebigem Genuß von Schwimmbad und Sauna verwöhnt uns das Restaurant mit einem hervorragenden Menü mit Wild und guten Weinen. Danach kann man sich nur noch auf einen tiefen Nachtschlaf freuen. 


Donnerstag, 17. Oktober 1996

Die ganze Nacht hat es geregnet und hört auch am Morgen nicht auf. Schließlich brechen wir bei langsam nachlassendem Regen gegen halb elf auf. Am linken Ufer geht es den Rhein hinab Richtung Schaffhausen. Bis Diessenhofen geht es mal über Radwege, mal über Landstraßen, dann über Wald- und Feldwege über Feuerthal nach Schaffhausen. Leider bekommen wir von den alten Ortschaften - vor allem Diessenhofen - wegen des Regens nicht viel mit, sondern strampeln mit gesenkten Köpfen und tief hinuntergezogenen Kapuzen an allen Sehenswürdigkeiten vorbei. In Schaffhausen können wir endlich bei Trockenheit die hübsche Altstadt auf der Anhöhe besichtigen, dann geht es weiter zur touristischen Sehenswürdigkeit, den berühmten "Rheinfällen". Der Weg dorthin führt am linken Rheinufer flußaufwärts über Waldwege bergauf und bergab. Über dem Rheinfall thront eine burgartige Jugendherberge und Ausflugs-Restaurant , offensichtlich "Neogotik" des 19. Jahrhunderts, aber der Blick ist beeindruckend. Ein hoher Felsen steht mitten in den tosenden Wassermassen, eine Fahne flattert auf seinem spitzen Gipfel, und Menschen drängeln sich auf einer schmalen Aussichtsplattform. Links und rechts donnert das Wasser zu Tal, und der Zugang erfolgt durch die Wasserstrudel über ein Zubringerboot. Von der Jugendherberge führt eine Treppe hinunter bis auf Wasserhöhe, wo es durch die fliegende Gischt recht feucht wird. Ein ideales Terrain für Fotofreunde!. 

Wir suchen uns ein Hotel in der Nähe der Rheinfälle. Das "Bellevue" besticht durch die Lage oberhalb der Rheinfälle auf dem rechten Rheinufer - Nomen est Omen - und wird durch Mundpropaganda empfohlen. Die Realität sieht anders aus. Ambiente wie in der DDR der 70er Jahre, Preise wie in Zermatt. Generell ernüchtern die Preise in der Schweiz den Reisenden sehr schnell. Picht nur sind die Preise in Franken höher als auf der deutschen Seite in DM, sondern der Wechelskurs fügt noch einmal 25 Prozent hinzu. Dazu macht die Bedienung oft den Eindruck, als ob sie die Gäste lieber in ihrem Heimatland als in der schönen Schweiz sähe.... 

Freitag, 18. Oktober 1996

Die letzten Wolken haben sich über Nacht verzogen, und heute morgen scheint die Sonne. Unser heutiges Ziel heißt Radolfzell am deutschen Westende des Bodensees. Nach einem letzten Blick auf den Rheinfall geht es zurück über Schaffhausen und Feuerthal Richtung Stein am Rhein. Diemal wählen wir Nebenstraßen, man lernt halt die Umgebung kennen. Heute können wir uns dank dem guten Wetter Diessenhofen in aller Ruhe ansehen, bevor wir mit dem Rhein auch die Grenze nach Deutschland überqueren. Eine alte überdachte Brücke führt uns über den Fluß. Gleich dahinter verlassen wir den ausgewiesenen Radweg und fahren auf einem anfangs asphaltierten Weg am linken Rheinufer flußaufwärts. Bald geht der Weg in einen befestigten Waldweg über, der jedoch gut zu befahren ist. Mitten im Wald entdecken wir wieder ein Fahrradsymbol und folgen ihm erleichtert, bis wir plötzlich an einem einsamen Grenzübergang mit Schranke und Häuschen, jedoch ohne Personal, stehen. Der Grenzübergang erfolgt heimlich, still und leise, und bald verlassen wir den Wald und radeln durch ein weites, hübsches Flußtal. Nach einer Stunde erreichen wir Stein am Rhein und legen auf dem Marktplatz eine kleine Pause ein, um die alten Häuser mit ihren bemalten Straßenfronten zu bewundern und zu fotografieren . Dann geht es weiter am Rhein entlang, und kurz hinter Stein überqueren wir zum letzten Mal mitten in Obstfeldern die "grüne" Grenze, auch hier ohne Grenzer. Der deutsche Ort Wangen lädt uns in der Mittagssonne zur Vesper auf dem Steg des örtlichen Yachthafens ein, und wir genießen den mildherbstlichen Blick über den flachen Untersee. Der Weg führt uns weiter am Ufer entlang, bisweilen auf reinen Fußgängerwege - im Herbst auch schon mal per Rad nutzbar -, über Hemmenhofen und Gaienhofen nach Horn an der Spitze der Halbinsel gegenüber der Insel Reichenau. Das Ausflugsrestaurant "Schlössle" lädt zum Verweilen bei Kaffee und Kuchen ein und bietet einen schönen Blick aus dem ersten Stock nach Osten bis nach Kreuzlingen und Konstanz. Durch Obstplantagen geht es dann weiter bis nach Moos kurz vor Radolfzell, wo uns der Wirt vom "Schlössle" das Hotel "Gottfried" sowohl wegen Schwimmbad und Sauna als auch wegen der guten Küche empfohlen hat. Leider müssen wir für die Übernachtung auf den Gasthof "Schiff" ausweichen, aber dieser erweist sich als hübsches kleines Landhotel. Das Abendessen gönnen wir uns jedoch zum Urlaubsende doch im "Gottfried", und es enttäuscht uns nicht. Hier ißt man hervorragenden Bodensee-Fisch, dazu bietet das Haus ausgezeichnete Weißweine. Der Koch erscheint persönlich am Tisch und verrät einige Tips und Rezepte. Offensichtlich ist dieses Haus für seine gute Küche bekannt, denn das Restaurant ist ausgebucht. 

Samstag, 19. Oktober 1996

Heute heißt es Abschied nehmen vom Bodensee. Das Wetter unterstreicht die Abschiedsstimmung mit Dauerregen und hält uns bis Mittag im Gasthof fest. Dann jedoch brechen wir trotz Regen auf und strampeln über Radolfzell und die naturgeschützte Halbinsel Mettnau nach Allensbach, wo wir eine letzte Vesperpause einlegen. Die letzten Kilometer bis Konstanz vergehen dann wie im Fluge, nachmittags gegen drei Uhr sind alle Räder auf dem Dach des Autos festgezurrt, und die Rückreise nach Hause kann beginnen. Ein rundherum gelungener Radurlaub in einer wirklich schönen deutschen Landschaft ist vorüber, und zum Abschied nehmen wir uns vor, im nächsten Jahr eine Wochentour um Dresden zu unternehmen.