Der Bodensee - die Südsee Deutschlands

Eine Rundreise um das Schwäbische Meer
  Geben Sie`s zu, Sie sind schon wieder völlig verzweifelt, was die Planung des Sommerurlaubs 2000 angeht! Das Schwierigste ist immer die Entscheidung zwischen Faulenzen am Strand, erholsamen Wanderungen zum Gipfelkreuz oder einem anspruchsvollen Kulurangebot. Auch die Wahl des Urlaubslandes fällt nicht leicht. Im Süden muß es sein, das scheint klar. Doch findet man Palmen, Citrusfrüchte und mediterranes Flair wirklich erst in Spanien? Warum in die Ferne schweifen, wenn doch das Gute liegt so nah? 

Der Bodensee, drittgrö- ßtes Binnengewässer Mitteleuropas, könnte ein Urlaubsziel sein, das all ihren Wünschen gerecht wird. 49 Kubik-Kilometer erfrischendes Wasser laden zum Baden, Surfen, Segeln und Jetski-Fahren ein. Sind Sie eher der passive Typ, nutzen Sie das Angebot der "Weißen Flotte"; kleine Ausflugs- dampfer machen eine romantische Bodensee-Rundfahrt entlang des Ufers und bringen Sie an jede Anlegestelle, die Ihr Interesse geweckt hat.

  Sie wissen noch nicht, wo sie wohnen sollen? Wir empfehlen Ihnen das verträumte Städtchen Meersburg. Trotz seiner geringen Größe hat Meersburg beachtliche Sehenswürdigkeiten vorzuweisen. Das Neue Schloß, erbaut im 18. Jahrhundert zur Zeit des Barock, ist heute nicht nur Schauplatz der Internationalen Schloßkon- zerte, sondern auch beliebter Ort für Ausstel- lungen und Kongresse. Unter seinem Dach befin- den sich auch ein Museum zur Geschichte der Fürstbischöfe und das Dorniermuseum. 

Außerdem haben Sie Gelegenheit, die älteste bewohnte Burg Deutschlands – die Meersburg – mit 28 vollständig eingerichteten Zimmern zu besichtigen. Auf einem Spaziergang durch die verwinkelten Gassen der Oberstadt entdeckt man die liebevoll bemalten und von Wein umrankten Fachwerkhäuser, deren Giebel und Türen schon eigene kleine Kunstwerke sind. Nicht selten befindet sich in ihnen ein gemütliches Wirtshaus, wo man die Spezialitäten des Bodensees – frisch gefangene Felchen in Rieslingsauce oder Egli in Butter und Salbei – sogleich selbst probieren kann. Abgerundet wird das Mahl mit einem edlen Meersburger Tropfen oder dem typischen Wein der Region, dem Spätburgunder Weißherbst.

Auch die Unterstadt geizt nicht mit seinen Reizen. Eine Uferpromenade mit Straßencafés lädt zum Flanieren ein, und zum kunstvollen Eisbecher gibt es gratis glitzerndes Wasser, weiße vom Wind gebauschte Segel und leises Wellengeplätscher. 

An der Promenade legen auch die Schiffe der "Weißen Flotte" an. Sie können also direkt nach dem Eisbecher eine interessante Route wählen, einsteigen und sich dann an Oberdeck das Gesicht bräunen und sich gleichzeitig eine frische Brise um die Nase wehen lassen.

Nicht weit von Meersburg befinden sich am Ufer die Unteruhl- dinger Pfahlbauten. In ihnen haben sich Funde aus Zeiten erhalten, über die keine Urkunde berichtet. Drei Dorfanlagen aus der Zeit zwischen 4000 und 850 vor Christus sind zu bestaunen, die Lebens- situation seiner damaligen Bewohner wurde natur- getreu nachgebaut. Auf hohen Pfählen, die im Wasser stehen, lebten unsere Vorfahren in kleinen Hütten, die über Stege miteinander verbunden waren. Das Pfahl- baumuseum bietet familien- gerechte Führungen an, die Kindern unsere Vor- geschichte verständlich machen.
 
 
  Nächste Station könnte die Blumeninsel Mainau sein. Das grüne 45 ha große Eiland mit dem beeindruckenden Schloss besuchen jährlich rund zwei Millionen Gäste, und man kann sie ohne Übertreibung ein "nationales Denkmal" nennen. Die Insel war einst Deutschordenssitz, dann großherzoglicher Hofgarten und ist heute Anzie- hungspunkt für Liebhaber von Natur und Schön- heit. Als erstes sticht die riesige, 100jährige Dattelpalme auf der Schloßterrasse ins Auge. Das Klima hier ist nahezu mediterran und läßt sogar exotische Pflanzen wie Feigen, Zitronen- und Orangenbäume oder Bananen gedeihen. 

Eine besondere Attraktion ist die italienische Blumen- und Wassertreppe. In eine Dschungel- landschaft versetzt fühlt man sich, sobald man das Palmenhaus betritt. Hier findet die Orchideen- schau statt; Papageienrufe, tropische Wärme und schwere Düfte betäuben die Sinne. Ähnlich ergeht es dem Gast im 1000 Quadratmeter großen Schmetterlingshaus. Hier tummeln sich etwa 1000 exotische Tagfalter. Es kann schon geschehen, daß ein großer auffälliger Falter auf der Hand eines Besuchers landet, während zwei zarte kleine Falter mit filigranen Formen beim Balztanz zu beobachten sind. Die Wein- und Kräutergärten des Deutschordens gehören sicher zu den frühe- sten Anlagen und sind heute mit kleinen Informa- tionsschildern ausgestattet. Ob man nun die "Straße der Wild- und Strauchrosen" nimmt, den Rhododendron-Hang hinaufklettert oder im "Garten für Alle" Pflanzen ertastet oder erschnup- pert, weil er sie nicht sehen kann: Die Insel Mainau raubt einem mit ihrer Schönheit den Atem.

Weiter geht es über Land (man kann den Bodensee auch mit der Fähre überqueren) in die Schweiz und damit auf den mit 2502 m höchsten Berg am Bodensee: den Säntis. Eine Schwebe- bahn bringt Sie sicher und bequem zur Berg- station. Hier erwartet Sie die vor kurzem erwei- terte Aussichtsanlage. Eine 360° Rundsicht erlaubt den Blick auf sechs Länder. Sie können die Bergwelt mit ihren imposanten Gipfeln wahlweise von großzügigen Aussichtsterrassen genießen oder sich in dem neuen Panorama- und Terrassenrestaurant kulinarisch verwöhnen lassen. 

Wenn Sie sich das erstmal verdienen wollen: im Sommer bietet Ihnen der Säntis Möglichkeiten zum Spazierengehen, Wandern, Klettern und Bergsteigen. Auch beim Biken können Sie sich richtig verausgaben um dann haltzumachen auf einer blühenden Wiese und die strahlende Sonne zu genießen. Nach der Schweiz lockt nun Österreich, genauer gesagt Bregenz - eine Stadt, die sich durch ihr kulturelles Angebot einen Namen gemacht hat. Die Bregenzer Festspiele sind vor allem bekannt geworden durch ihre ungewöhnliche Kulisse: die mächtige Seebühne, deren Gesicht sich alle zwei Jahre ändert, steht auf einem Betonfundament direkt im Wasser. Das Programm der Bregenzer haben wir in den letzten Jahren im "Egotrip" ausführlich beschrieben. Schauen Sie zu diesem Thema unter "Porgy und Bess" oder "Maskenball" nach.

Auch den Ort Bregenz und seine Umgebung haben wir hier bereits näher beschrieben. Die wesentlichen Attraktionen haben sich seitdem nicht geändert.

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