| In @ndern Umständen |
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Komödie von Folker Bohnet und Alexander Alexy |
In @ndern Umständen Komödie von Folker Bohnet und Alexander Alexy
Regie: Dieter Rummel Der Beginn allerdings irritiert die Zuschauer. Tritt doch Joachim Rudolph im Bühnenkostüm an die Rampe und teilt dem Publikum mit, dass die anderen Mitspieler leider im Stau steckengeblieben seien. Er müsse nun die Zeit bis zu deren Eintreffen irgendwie überbrücken. Als sich auch nach einigen Minuten mit launigem Smalltalk vom Bühnenrand nichts tut, schlägt er vor, dass zwei Zuschauer die Rollen übernehmen sollten, es sei gar nicht so schwer. Nach einigen vergeblichen Aufmunterungen meldet sich tatsächlich aus der letzten Reihe eine Frau, vergeblich zurückgehalten von ihrem Ehemann. Doch schließlich zerrt Elfriede Friedrich - so heißt die Gute - ihren protestierenden Ehemann Erwin auf die Bühne, begierig auf Bühnenruhm. Und seltsam, trotz Perücken meint man in diesen beiden Zuschauern Gabriele Reinitzer und Dieter Rummel zu erkennen.... Nun nimmt die Komödie ihren Lauf, wobei allerdings Joachim Rudolph die beiden erst einmal einweisen muss, da sie anfangs aus dem Textbuch ablesen, immer wieder ihre Rollen mit ihrer Realität verwechseln, eheliche Seitenhiebe und Streitereien in den Text einbauen und nur mühsam im Stück gehalten werden können. Klar, dass hierbei ausreichend Anlass zur Situationskomik entsteht. Erst nach und nach gehen dann die Schauspieler in das eigentliche Stück, jedoch nicht, ohne dann und wann doch wieder in die Ebene der Darsteller auszubrechen. Diese Ebenenwechsel sind bisweilen so abrupt, dass der Zuschauer nur mit Verzögerung den Ausbruch aus dem Textbuch bemerkt. Dieser Kunstgriff des "Stück im Stück" dient allein der Auflockerung der Handlung, denn diese lebt nur von dem Irrtum der männlichen Schwangerschaft und bringt relativ wenig überraschende Wendungen. Der entnervte Reiner Christian (Joachim Rudolph), seines Zeichens Versicherungsangesteller, lässt sich schließlich von Sekretärin und Chef nach Hause schicken, um sich auf die Geburt vorzubereiten, da er keine Chance zur vernünftigen Aufklärung des Irrtums sieht. Jeder denkt offenbar: lieber dem jungen Mann das Geld zahlen, als den Fehler im Computer zu suchen. Allerdings haben einige andere Leute von diesem biologisch einmaligen Vorgang Wind bekommen und versuchen jetzt, jeder auf seine Weise, Vorteile daraus zu ziehen. Das sind der geschwätzige Windelverkäufer, die sensationsgeile Journalisten, die bigotte Betschwester, die neue, mannstolle Sekretärin. Mit allen muss sich jetzt der arme Reiner Christian herumschlagen, bis am Ende die Lösung in Gestalt einer schwangeren Frau und damit das Happy End naht. Dabei haben vor allem Gabriele Reinitzer und Dieter Rummel Meisterleistungen im Umziehen und Umstellen zu vollbringen, müssen sie doch jeweils sieben Rollen spielen. Gabriele Reinitzer beginnt als altjüngferliche, erotisch verklemmte Sekretärin, steigert sich zum Vamp, mutiert zur nassforschen Journalistin, zur Betschwester und zur schlappmäuligen Putzfrau. Dieter Rummel spielt Christians verkaterten Saufkumpanen, dessen Chef mit künstlicher hoher Stirn und vorgeschobenem Bauch, den nachbarlichen Biologie-Professor mit Reich-Ranicki-Akzent, den arroganten Personalchef mit Hornbrille. Da müssen bisweilen die zwei auf der Bühne Verbleibenden ihr Zwischenspiel etwas in die Länge ziehen, um dem dritten Kollegen die Zeit zur Umkostümierung zu geben. Doch die Umzugsaktionen klappen, und auch die geänderten Rollen haben die beiden Multi-Darsteller recht schnell im Griff, außer wenn sie - außerplanmäßig und doch regiegerecht - in ihre Rollen als Elfriede und Erwin zurückfallen. Dann rotiert Joachim Rudolph, um die beiden angeblichen Laiendarsteller wieder auf Kurs zu bringen. Da kann es dann schon mal passieren, das sich Elfriede plötzlich hinstellt und dem Publikum "außer der Reihe" unbedingt einen Witz erzählen muss (der sogar Lacher erntet). Dank der Verdoppelung des Spielcharakters gewinnt das Stück sogar einiges an Ironie und paradoxem Witz und lässt so auch die verhältnismäßig lange Aufführungszeit kürzer erscheinen. Die Zuschauer der Premiere jedenfalls zeigten durch viele Lacher und lang anhaltenden Beifall, dass ihnen das Stück gefallen hat. Es ist zu hoffen, dass sich dies herumspricht und noch viele Zuschauer die Gelegenheit zum Lachen haben werden. Vorstellungen täglich um 20.15 - außer montags - , samstags um 20 Uhr.
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