| Ich tät ihn doch so gerne haage... |
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Niebergalls "Datterich" und Strombergers 70. Geburtstag |
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Der "Datterich" ist in Südhessen ein fester Begriff. Nicht nur als Titel der beliebten Lokalposse von Ernst Elias Niebergall sondern angeblich auch als Reinkarnation des typischen Darmstädters: Schlitzohrig, immer auf seinen Vorteil bedacht und die anderen für dumm verkaufen.....
Der Name Robert Stromberger ist in einem Atemzug mit dem Datterich zu nennen, ist er doch seit nahezu Jahrzehnten auf diese Paraderolle abonniert. Und trotz dieser langen Zeit und dem hohen Bekannheitsgrad der Sprüche ("bezahle, wenn mer Geld hat, des is kah Kunst, aber bezahle, wenn mer kahns hat, des is e Kunst....") reißt der die Einheimischen bei jeder neuen Vorstellung von Neuem zu Lachstürmen hin. Zugreiste haben da wenig Chancen, wenn sie den lokalen Dialekt nicht eifrig geübt haben, denn die Pointen kommen schnell und "eng passang", wie Datterich sagen würde, im breitesten Idiom daher.
Vater und Tochter Stromberger Anlässlich des 70. Geburtstages von Robert Stromberger fand am 17. September die 117. Vorstellung mit dem Jubilar statt und der Hessischen Spielgemeinschaft statt. WIe eh und jeh lag Robert Datterich als jammernd Simulant im Bett, als seine wütenden Gläubiger zur Tür hereinstürmen und der Bengler enttäuscht brummelt - siehe Titel.... Und kaum ist der unverschämte Geldeintreiber fort, geht´s los zur nächsten Schnorrer-Runde. So laviert sich Datterich-Stromberger durch die Gefilde des Biedermeiers, und die braven Bürger stehen hilflos und entrüstet daneben: der Dummbach mit seinem Zeitungstick, die Handwerker mit ihren unbezahlten Rechnungen und die jungen Wirtshausbesucher vor einem ausgefuchsten Schnorrer und Schmeichler.
Iris Stromberger und Dieter Matthes Robert Stromberger spielt alle Facetten dieser Figur genussvoll aus und die anderen Laienschauspieler geben dabei oft nur die Stichwortgeber ab. Das stört jedoch niemenden, auch nicht die Darsteller, denn das Stück heißt ja "Datterich" und nicht "Darmstädter Biedermeier". Also gibt man die Stichworte und freut sich auf wie vor der Bühne über den Schlawiner Datterich und "sei Schprüsch"..... Anlässlich seines Geburtstages zollten ihm auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Tribut: Intendant Theo Umberg trat als Triangelspieler bei den Dorfmusikanten auf und Landesministerin Ruth Wagner gar spielte in einer kurzen Szene die Gasthaus-Wirtin. Nach der bejubelten Aufführung traten dann die Gratulanten auf den Plan. Intendant Umberg gab ein Gedicht Friderike Kempners - "Der schlesische Schwan" - zum Besten, Ruth Wagner und der ebenfalls im Biedermeierkostüm auftretende Oberbürgermeister gratulierten Stromberger mit lockeren und herzlichen Worten. Dieser, nicht faul, antwortete allen mit Vierzeilern in hessischer Mundart, konnte jedoch seine Rührung über den "großen Bahnhof" nicht verbergen. Warum auch, er hatte es verdient, und wir hoffen, dass wir noch viele "Datteriche" von ihm erleben. |