Jeff Koons

Avantgarde-Ausstellung im Kunsthaus Bregenz
Das Kunsthaus Bregenz zeigt vom 18. August bis zum 16. September 2001 21 groß formatige Werke aus den Jahren 1995-2001 des in York, Pennsyl- vania, geborenen und in New York lebenden Künst- lers Jeff Koons. Seit der Retrospektive von 1992/93 im Stedelijk Museum Amsterdam, in der Staats- galerie Stuttgart und Msueum of Modern Art in San Francisco ist dies die größte Ausstellung und gleichzeitig die erste Einzelausstellung des Künst- lers in Österreich.


"Cheeky", Öl auf Leinwand

Die Ausstellung führt drei Werkgruppen zusammen, in denen die zentralen Ideen der künstlerischen Arbeit von Jeff Koons sichbar werden. Sie stellt keine Retrospektive dar, sondern einen "Künstler- blick" auf die Idee der Verknüpfung von Oberfläche und Tiefe, von Malerei und Objekt, von Tradition und Moderne. In enger Zusammenarbeit haben Jeff Koons und Eckhard Schneider Arbeiten aus der Serie Celebration sowie Bilder und Spiegel der Serie Easyfun und neue Bilder aus der Serie Easyfun-Ethereal für diese Ausstellung ausgewählt.

In der Gegenüberstellung vom "Kinderblick" in der Celebration- und Easyfun-Serie und dem "Erwach- senenblick" in den neuen Gemälden präsentiert diese Auswahl die Brillanz der Werke von Jeff Koons in ihrer Brechung von europäischer Tradition von Renaissance und Barock bis zum Surrealis- mus. Erweitert und fortgeführt wird dieser künstle- rische Ansatz mit der amerikanischen Tradition von Hyper-Realismus, Pop und Minimalismus, einge- bunden in den positiven Rationalismus einer beja- henden Kommunikation durch die Ideen des Ästhe- tischen und des Objekts.

Jede Werkgruppe wird als geschlossener Zyklus auf je einem Ausstellungsstockwerk gezeigt. Die Auswahl der Arbeiten beschränkt sich bewusst auf die Schlüsselwerke und erlaubt in dieser Zusam- menführung - besonders durch die Integration der neuen Arbeiten - erstmalig in Europa einen neuen Blick auf die herausragende Stellung von Jeff Koons als Künstler und als Impulsgeber für eine neue Sehweise der Welt.

Koons will seinen Bildern eine "super-realisti- sche" Wirkung verleihen. "Die Bilder haben etwas von einem Malbuch an sich, eine Art simplizistische Qualität. Sie sind bunt sehr Pop.

Sie haben eine unschuldige Aura."(Jeff Koons). Sie faszinieren den Betrachter durch ihre perfekte Machart. Fast könnte man meinen es handle sich um Werbefotos, doch es sind Ölgemälde, perfekt geplant, perfekt ausgeführt. Jeff Koons setzt die Hell-Dunkel- Töne exakt nebeneinander und erzielt so eine einzigartige Plastizität. Die Themen sind ein- fach zu entschlüsseln. Der Ausstellungsbesu- cher wird bei der Interpretation nicht überfor- dert, sondern kann direkt ablesen, was ge- meint ist. Er kann sich an der Schönheit der Arbeiten berauschen und sich über die Origi- nalität der collagenartigen Gemälde amüsie- ren.

Auf dem Gemälde "Candle 2001" beispiels- weise schweben Bikini-Oberteile, Tücher, Schmetterlinge, Haare, pflanzliche Motive und eine Kerze vor einer sich in der Tiefe der Landschaft verlierenden Meeresbucht und Steilküste. Darüber ein wolkiger Himmel, der am rechten und linken oberen Bildrand von schneebedeckten Bergen eingerahmt wird. Koons findet eine ungewöhnliche Bildersprache, die einerseits sehr realistisch , andererseits in ihrer Zusammenstellung äußerst gewagt erscheint. So ist ein Ausstellungsbesuch im Bregenzer Kunsthaus ein visueller Spaziergang durch ungewöhnliche und ästhetisch ansprechende Bilderwelten.