Room Service Zwei links - Zwei rechts

Komödie von Derek Benfield

DIE KOMÖDIE - TAP -
Theater am Platanenhain
Bessunger Straße 125 - Darmstadt
Tel.: 06151/3 35 55 und 3 35 56

Room Service  Zwei links - Zwei rechts

(Bedside Manners)

Komödie von Derek Benfield

mit

Gabriela Reinitzer, Natalie Raggi, Gisela Greb, Oliver Lemki, Joachim Rudolph und Dieter Rummel Manchmal spielen die Zufälle im Leben wirklich verrückt - vor allem in Boulevard-Komödien - und können die schönsten Planungen und Wünsche vereiteln. So auch in Derek Benfields Komödie "Room Service Zwei links - Zwei rechts", die Mitte Mai im Darmstädter "TAP" Premiere feierte.

Roger (Joachim Rudolph) hat sich für ein Wochenende unter dem unverfänglichen Namen Smith in ein kleines, verschwiegenes Hotel auf dem Lande eingemietet und erwartet dort seine Geliebte Sally (Gabriela Reinitzer) zu zwei erotisch ausschweifenden Tagen. Seine Frau  vermutet ihn auf einer wichtigen Dienstreise und nutzt die freien Tage auf ihre Weise. Zur gleichen Zeit befindet sich auch der ebenfalls auf eine heimliche Geliebte wartende Geoff (Oliver Lemki) mit dem gleichen "seltenen" Nachnamen in dem einsamen Hotel, und der Zuschauer ahnt schon die kommenden Verwicklungen.

Mitten in dieser bereits die Schatten eines schweren Gewitters voraus werfenden Konstellation sitzt der Portier Ferris (Dieter Rummel), der - selbst kein gelernter Hotelier - mehr schlecht als recht und mit sehr losem Mundwerk die beiden Männer in ihre nach den Farben Blau und Grün unterschiedenen Zimmern unterbringt, wo sie ungeduldig ihrer Freundinnen harren. Als Sally eintrifft, scheint noch alles nach Plan zu verlaufen, und Ferris sorgt auch mit etwas Glück dafür, dass sie trotz der Namensgleichheit der beiden Männer in das richtige Zimmer, nämlich Rogers, gerät. Die Dinge beginnen sich erst zu heilloser Verwirrung zu steigern, als Geoffs Freundin Helen (Natalie Raggi) eintrifft und in der Rezeption zufällig auf ihren eigenen Ehemann Roger trifft. Da beide "Dreck am Stecken" haben, erübrigen sich bohrende Fragen und jeder erfindet aus dem Stehgreif eine Ausrede für die Anwesenheit an diesem lauschigen Ort. Roger tischt Helen die Mär von einer Besprechung mit einer wichtigen Kundin auf, und Helen redet von einem erholsamen Wochenende in der Abgeschiedenheit eines einsamen Landhotels. Beide jedoch müssen in ihre Zimmer zurück und fürchten das Aufeinandertreffen der jeweiligen außerehelichen Partner, denn diese sollen natürlich ahnungslos bleiben, damit man sich das schöne Wochenende nicht verdirbt.

Natürlich laufen die Dinge nicht so wie erhofft, unter anderem, weil jeweils der ahnungslose Partner der beiden Paare unbedingt im Restaurant essen will, was der andere unbedingt verhindern muss. Ferris soll dies für viel Schmiergeld richten, und er hält eifrig die Hand auf und organisiert den Haushalt von Minute zu Minute um, nur um die schnell wechselnden Absichten der verhinderten Liebespaare aufeinander abzustimmen oder zu vereiteln. Von nun an gerät das Stück zu einem wahren Feuerwerk an Beinahekatastrophen, verhinderten Entlarvungen, fadenscheinigen Ausreden und überstürzten Fluchten. Zwischendurch packt Helen der moralische Katzenjammer, sie verlässt Geoff, um in Rogers Zimmer zu ziehen, was diesen wiederum in höchste Bedrängnis bringt. Dann plötzlich finden sich Roger und Sally zusammen im falschen Zimmer und Helen klopft an die Tür. Wie in einer gut abgestimmten Boulevard-Komödie üblich, verpassen sich die kritischen Personen immer nur um einen Türschlag, zögern damit die endgültige Entlarvung hinaus und erhöhen kurzfristig die allgemeine Verwirrung. Die vom Publikum bereits frühzeitig erahnte Pointe setzt dann dem Stück zum Schluss die Krone auf und sei deshalb hier nicht verraten.

Dieter Rummel hat die Komödie mit viel Witz und Tempo inszeniert. Alle Spielebenen befinden sich simultan auf der Bühne, was für das Verständnis jedoch kein Problem darstellt. In der Mitte präsentiert sich Portier Ferris alias Rummel als frecher und schlitzohriger "Entkuppler", links und rechts sind das blaue und das rote Zimmer zu sehen. Wenn sich die Szene von einer zur anderen Lokalität verlagert, erstarren die Personen an den anderen Orten zur Pose des gestellten Bildes. Diese Lösung erhöht die Dichte und das Tempo der Inszenierung und verleiht ihr noch eine zusätzliche amüsante Note. Die Darsteller sind durchweg auf der Höhe des Stückes und präsentieren ihre Rollen ohne Ausnahmen überzeugend. Joachim Rudolph gibt den charmanten und weltgewandten Charmeur, der jedoch irgendwann an den Rand seiner Beherrschung gerät und die Kontrolle zu verlieren droht, während Oliver Lemki einen eher verschreckten, der Dynamik der Ereignisse nicht mehr gewachsenen und in die Cholerik fliehenden Geoff gibt. Gabriela Reinitzer ist die kühle Geliebte, die das Wochenende mitgeplant hat und sich durch nichts den Genuss dieser Tage rauben lassen will, während Natalie Raggi eine kapriziös kichernde und dennoch alles andere als naive Helen spielt. Und beide Frauen bringen die natürliche Raffinesse der Frauen zum Ausdruck, die auch schwierigste Situation mit einer Mischung aus naivem Augenaufschlag und kühler Kalkulation meistert, während die Männer jedes Mal in wilden Aktionismus verfallen. Dieter Rummel hat im Portier seine Paraderolle gefunden. Hier kann er schwadronieren und gestikulieren, den Leuten ums und nach dem Maul reden, deren Notlagen ausnutzen und sie notfalls auch gegeneinander ausspielen. Man sieht deutlich, welchen Spaß ihm diese Rolle bereitet, und wie er die Lust am Theaterspielen auf seine Mitspieler überträgt.

Wer sich also ein paar unterhaltsame Stunden gönnen will, sollte diese Komödie im TAP nicht verpassen.

Vorstellungen dienstags bis samstags um 20.15., sonntags um 18 Uhr (siehe Spielplan). Der Juli ist spielfrei, im August nur freitags und samstags um 20.15 Uhr. Kartenvorbestellungen täglich von 18.30-20 Uhr und montags bis freitags 11-15 Uhr, samstags 12-14 Uhr.  
Telefon 06151/3 35 55 bzw. 3 35 56