| Heirat wider Willen |
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Komödie von Lawrence Roman |
Heirat wider Willen Komödie von Lawrence Roman mit Gabriela Reinitzer, Ilona Goldmann, Dieter Rummel, Ralf Bettinger, Oliver Lemki Stevie (Gabriela Reinitzer) heißt eigentlich Stephanie, hat jedoch einen männlich klingenden Vornamen daraus gemacht, um damit ihren beruflichen Erfolg zu dokumentieren. Als Prototyp der erfolgreichen Karrierefrau hat die Neunddreißjährige keine Zeit, sich um Partnerschaften, geschweige denn Ehe und Kinder zu kümmern. Auf Druck ihrer Mutter hat sie jedoch den Beruf an den Nagel gehängt - reich genug ist sie dazu - und sucht jetzt mit professioneller Hilfe nach einem passenden Ehemann. Als Vermittler hat Stevie auf Empfehlung ihres ehemaligen Chefs Robin McFee (Ralf Bettinger) ausgewählt. Doch schon beim ersten Auftreten des Ehevermittler geht fast alles schief. Sie hat Robin für einen weiblichen Vornamen gehalten und lehnt kategorisch die männliche Unterstützung ab. Ähnlich geht es allerdings Robin, der Stevie für einen Mann gehalten hat. In der Folge geht es recht rauh zwischen den beiden zu. Sie empfindet seine eingeworfenen Scherze und mehr oder minder feinen Ironien als unverschämt und behandelt ihn wie einen unfähigen Mitarbeiter. Er lässt sich das nicht gefallen und zahlt mit gleicher Münze heim. Dabei fliegen so manche Sottise und entlarvende Wahrheit zwischen beiden hin und her. Stevie wirft ihn zweimal hinaus und er geht zweimal von sich aus, doch jedes Mal verhindert die so neugierige wie wortreiche Mutter Grace (Ilona Goldmann) ein frühes Ende dieser Geschäftsbeziehung. Der aufmerksame und boulevard-erfahrene Zuschauer ahnt schon hier, worauf das Ganze hinaus läuft.... Jedenfalls gelingt es Robin, in kürzester Zeit trotz Stevies sehr hohen Ansprüchen - reicher als sie soll er sein, älter, größer, intelligent, mit Geschmack gesegnet, natürlich gut aussehend - einen passablen Kandidaten aufzuspüren. Am Abend erscheint der Immobilien-Millionär Owen Grant (Dieter Rummel), um Stevie zum Essen auszuführen. Während sie sich für das Dinner stylt, unterhält er sich so gut mit ihrer Mutter, dass er spontan beschließt, auch sie zum Essen mitzunehmen. Als er dann der Symmetrie halber "für Stevie" auch noch telefonisch Robin dazulädt, ist die Pleite für Stevie nahezu perfekt. Zähneknirschend folgt sie Owens großmutiger Einladung, doch "auch mit zum Essen zu gehen".... Diesen Reinfall lastet sie anschließend in einer hitzigen Debatte dem armen Robin an, und die Tatsache, dass plötzlich ihre Mutter und Owen etwas derangiert aus dem Schlafzimmer kommen, hebt Stevies Stimmung nicht ganz. Wieder ergibt sich ein hitziges Wortgefecht zwischen den beiden Geschäftspartnern, und Robin kündigt gleich drei Mal diesen Job, nur um wieder von der Mutter zurückgeholt zu werden. Stevie gibt ihm noch eine letzte Chance, einen geeigneten Kandidaten zu finden. Aber als der dann eintrifft (Oliver Lembski als Wendell Tucker), ist die Katastrophe perfekt.... Was es mit diesem Kandidaten auf sich hat und wie die verfahrene Situation sich schließlich zum komödiengerechten Ende entwickelt, wollen wir Interessierten hier nicht verraten, um noch etwas Spannung zu erhalten. Denn lohnen tut sich der Besuch dieser Komödie auf jeden Fall. Abseits der ausgetretenen Pfade von "Tür auf", "Tür zu" und "rein ins Bett", "raus aus dem Bett" der üblichen Verwechslungskomödien geht es hier mit viel verbalem Witz und humorvoller Kritik an den Geschlechter-Rollen und -Eigenarten um die Schwierigkeiten, eine Beziehung zwischen erwachsenen Menschen aufzubauen. Die Angst vor der emotionellen Demütigung und der damit einhergehenden Peinlichkeit steht allen spontanen Reaktionen im Wege. Die nahezu traumatische Männerangst der beruflich als "Männer fressenden Monstrum" bekannten Stevie wird genau so auf die Schippe genommen wie das chauvinistische Prahlen der Männer, vor allem in der Person des Wendell Tucker, aber auch von Robin. Gabriela Reinitzer und Ralf Bettinger liefern hier eine gekonnte Show aus dem Repertoire des uralten Geschlechterkampfes, und es ist eine Freude, zwischen den beiden die Fetzen fliegen zu sehen. Daneben geben Dieter Rummel und Ilona Goldmann das gelungene Kontrastprogramm zweier älterer Menschen, die gelernt haben, dass sie nicht mehr viel Zeit für egozentrische Mätzchen haben, wollen sie nicht allein ihr Leben fristen. Ilona Goldmann holt sich viele Lacher mit ihrer so nervtötend und wortreichen Grace, die immer wieder die Situation zu retten weiß, während Dieter Rummel souverän einen schon etwas gereiften und eher ruhigen Immobilienmakler Grant spielt, dem eine Stevie sicherlich viel zu anstrengend wäre. Oliver Lemki als "fünftes Rad am Wagen" lieferte eine herrliche Show als direkter und handfester Sexomane und gab dabei noch einige Bonmots zum besten. Vorstellungen jeden Dienstag um 20.15. Kartenvorbestellungen täglich von
18.30-20 Uhr und montags bis freitags 11-15 Uhr, samstags 12-14 Uhr. |