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Wiederaufnahme der Tanz/Theater-Produktion über Ingeborg Bachmann |
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In der Saison 1999/2000 fand die Uraufführung der Tanz/Theater-Produktion von Birgitta Trommler im Kleinen Haus des Staatstheaters Darmstadt statt. Wir berichteten damals in einer Rezension. Da das Stück damals ein starkes und positives Echo fand, hat man sich in dieser Saison dazu enstchlossen, die Produktion wieder aufzunehmen. Als Spielstätte hat man dieses Mal jedoch das Werkstatt-Theater ausgewählt, was sowohl für die Inszenierung als auch für die Rezeption einige Implikationen zur Folge hat.
Die Choreographie und die Besetzung blieben weit gehend unverändert, was vor allem für die Hauptdarstellerin gilt, bei den Lichteffekten waren jedoch einige technische Änderungen erforderlich, u.a. weil im Werkstatt-Theater kein offenes Feuer erlaubt ist - man hatte damals einen Teppich aus brennenden Kerzen aufgebaut - und weil die Lichteffekte mit den Buchstaben nicht in der gleichen Form wiederholbar waren. Für die Rezeption ist zu sagen, dass der Besucher einen wesentlich direkteren Eindruck vom Spiel der Darsteller erhält, da er ihnen sozusagen "in die Augen sehen" und auch feinere Nuancen entdecken kann. Die Tänzer können sich jetzt mimisch nicht mehr ausruhen oder auch nur kurz entspannen, sie müssen permanent präsent sein. Und das waren sie am Freitag der "Zweit-Premiere". Dagegen steht jedoch in gewissem Sinne die Kargheit des Raumes, die eine größere Sprödigkeit der Choreographie zur Folge hat. Die optische Opulenz der ersten Aufführung tritt deutlich in den Hintergrund zugunsten des tragischen und verzweifelten Moments dieser Biographie. Am Ende dieser Aufführung steht der Besuche betroffener dar als beim ersten Mal, da er sich nicht so stark von optischen Effekten ablenken lassen kann. Alles in Allem eine gelungene Wiederaufnahme, vor allem unter dem Aspekt einer anderen Umgebung und damit einer geschärften Wirkung. Diese wird auch dadurch noch erhöht, dass die Schauspielerin Sigrid Schütrumpf vor der Aufführung im Werkstatt- Café aus Ingeborg Bachmanns Werken las. Die meisten Besucher hatten das Angebot dieser "einstimmenden" Lesung angenommen und zeigten sich beeindruckt. Der Beifall am Ende der Aufführung war einhellig und mehr als freundlich. Sogar einige Bravos schlichen sich ein. |